Schweiz

Tiefere Preise und Löhne: UBS zügelt Jobs von Zürich nach Schaffhausen

Publiziert: 10.11.16, 13:27 Aktualisiert: 10.11.16, 13:41

Weil in Schaffhausen die Immobilienpreise und das Lohnniveau tiefer sind als in Zürich, lagert die Grossbank UBS IT-Jobs und Aktivitäten rund um die Zahlungsabwicklung und die Kontoführung in die Nordschweiz aus. Das soll eine Kostenersparnis von rund 10 bis 15 Prozent bringen.

Die UBS plant denn auch weitere solcher Standorte in der Schweiz. Lohnkosten, Immobilienpreise und das Arbeitskräftereservoir sind die entscheidenden Kriterien für die Standortwahl. 

In das neue sogenannte UBS Business Solution Center in Schaffhausen sollen ab dem dritten Quartal 2017 rund 150 UBS-Angestellte einziehen und von dort aus im Bereich Middle- und Backoffice tätig sein, wie ein UBS-Sprecher einen Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung NZZ» vom Donnerstag bestätigte.

Diese Angestellten arbeiten künftig in Schaffhausen statt Zürich. Es könne sein, dass später weitere Mitarbeitende neu rekrutiert werden.

Platz für 500 Angestellte

Der Bau bietet insgesamt Platz für 500 Arbeitskräfte. Entsprechend freut sich die Wirtschaftsförderung des Kantons Schaffhausen in einem Communiqué vom Donnerstag schon einmal über 500 neue UBS-Arbeitsplätze. Doch ob in Zukunft so viele UBS-Angestellte dort arbeiten werden, ist derzeit noch offen.

Klar ist jedoch, dass die UBS mit dieser Verlagerung Kosten sparen will. Bereits Anfang Mai hatte Konzernchef Sergio Ermotti präzisiert, dass die UBS ein Sparprogramm eingeleitet habe, mit dem bis 2017 die jährlichen Kosten um 2,1 Milliarden Franken reduziert werden sollen. Die Stellenverlagerung nach Schaffhausen soll dazu beitragen.

Neben der Kostenersparnis bietet die Region mit den Fachhochschulen in Winterthur und Brugg zudem ein Ausbildungsumfeld, das die künftige Suche nach neuen Mitarbeitenden erleichtern sollte. Nach Auskunft der Bank spielt die Nähe zu Deutschland keine Rolle.

Zentren in China und Polen

Noch grösser wäre das Sparpotential jedoch, wenn die UBS solche administrativen Dienstleistungen in ausgesprochene Tieflohnländer auslagern würde. Solche Zentren bestehen bereits in China, Indien, im US-Staat Tennessee oder in Polen. Laut NZZ werden bis Ende 2016 von den rund 60'000 UBS-Angestellten rund 4500 in solchen Business Solution Centers rund um den Globus tätig sein.

Doch im aktuellen Fall müssen diese Tätigkeiten aus regulatorischer Sicht in der Schweiz bleiben. So verweist die NZZ darauf, dass gewisse Daten, wie beispielsweise solche zur Identifikation von Kunden in der Schweiz, nicht an Standorten im Ausland aufbewahrt werden dürfen. (whr/sda)

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naja, mir - 16.4.2016
Immer auf dem neusten Stand. Besticht mit sympathischem, intelligentem Witz!
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  • auoji 11.11.2016 08:37
    Highlight ... und kann dann auch besser den Deutschen Arbeitsmarkt unterstützen (Deutsche anstellen). So ausgleichende Daily Practice zwischen Grenzen finde ich immer ein gute Sache.
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  • gnp286 10.11.2016 18:43
    Highlight Eine Dezentralisierung weg vom Hotspot Zürich ist sicher mal nicht schlecht. Obs jetzt unbedingt Schaffhausen (Grenznähe und so...) sein muss...
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  • Wilhelm Dingo 10.11.2016 17:25
    Highlight Werden wahrscheinlich durch günstigere Grenzgänger ersetzt, die sind noch billiger als zugewanderte.
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  • Wilhelm Dingo 10.11.2016 17:23
    Highlight Super, 100 Pendler weniger.
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    • Rendel 10.11.2016 21:14
      Highlight Oder noch mehr und weitere Arbeitswege. Kommt halt auf den Standpunkt an.
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  • Firefly 10.11.2016 16:59
    Highlight Ja, vor allem mehr Grenzgänger würde ich sagen, wie im Tessin. Langsam ist die Wirtschaftselite wirklich selber schuld, wenn die SVP immer mehr gewinnt... oder es leben am Schluss alle im Ausland und arbeiten in der Schweiz.
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    • Evan 10.11.2016 20:26
      Highlight Quasi als EU Sonderwirtschaftszone.
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  • Lumpirr01 10.11.2016 14:34
    Highlight Weg vom überlasteten Hotspot Zürich scheint längerfristig nicht eine total schlechte Lösung zu sein. Ich denke da an den Arbeitsweg, wo in den Zügen noch freie Sitzplätze und auf der A4 Richtung Norden noch Verkehrskapazität vorhanden sind. Kurzfristig ist dieses Vorhaben logischerweise schlecht für diejenigen Betroffenen, welche sich in der Nähe von Zürich oder südlich davon Wohneigentum beschafft haben. In Zukunft sollte ohnehin unbedingt das Homeoffice gefördert werden, um die Belastung für die Umwelt zu reduzieren. Der Boss hat heutzutage andere Mittel, um die korrekte Arbeit zu prüfen..
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