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Polarlichter Schweiz: Sonnensturm führte zu spektakulären Bildern

Polarlichter bei Chur.
Polarlichter bei Chur.Bild: zvg/alex alvarez

Stärkster Sonnensturm seit 2003 führt zu Schweizer Polarlichtern

Der stärkste Sonnensturm seit über 20 Jahren hat in der Schweiz für sichtbare Polarlichter am Nachthimmel gesorgt. Das farbige Spektakel war von blossem Auge ausnahmsweise sogar vom Flachland aus sichtbar.
11.05.2024, 16:0012.05.2024, 16:42

Der Sonnensturm, der in der Nacht auf Samstag für die Nordlichter sorgte, war nach Angaben der US-Wetterbehörde NOAA der stärkste geomagnetische Sturm seit 2003.

Menschen veröffentlichten und teilten in den sozialen Netzwerken zahlreiche Fotos. Mancherorts leuchtete es magenta, andernorts gab es violett-blau-grüne Farbspektakel und teils färbte sich der Himmel auch purpur. Meteoschweiz hielt das Naturspektakel auf einer Wetterkamera in Ravoire bei Martigny VS fest. Auch die Winterthurer Sternwarte Eschenberg beobachtete das Naturschauspiel, wie die Zürcher Institution mitteilte.

Auch in der Nacht auf Sonntag wurden Polarlichter gesichtet. Sie waren aber deutlich schwächer als in der Nacht zuvor, wie der Wetterdienst Meteonews am Sonntagmorgen mitteilte. Die Polarlichter seien vor allem von den Bergen aus zu sehen gewesen. Demnach war das farbige Phänomen in der Ostschweiz vom Pizol und Säntis aus zu sehen.

In Alpenregionen selten

Grundsätzlich sind Nordlichter in der Alpenregion selten. In der Nacht auf Samstag waren die Lichter verbreitet auch vom Flachland aus zu sehen. Ursache für das Naturphänomen sind Sonnenstürme, die auf das Magnetfeld der Erde treffen. Je stärker die Sonnenwinde, desto südlicher sind die Nordlichter sichtbar. Je besser dieser sichtbar sei, und je dunkler der Ort sei, an dem man sich befinde, desto grösser seien die Chancen, dass man einen Blick auf Nordlichter erhaschen könne, hiess es.

Ursache für das seltene Schauspiel sind Sonnenstürme, sogenannte koronale Massenauswürfe (CME), die auf das Magnetfeld der Erde treffen. Polarlichter entstehen nach Angaben von Meteoschweiz durch eine Wechselwirkung zwischen geladenen Teilchen aus dem Weltraum und der Erdatmosphäre. Ein Sonnenwind besteht aus geladenen Teilchen, hauptsächlich Elektronen und Protonen, die von der Sonne ausgestossen werden.

Auf dem Simplon könnte man meinen, man sei in einem Märchen gelandet.Video: watson

Sobald die geladenen Teilchen die Atmosphäre erreichen, kollidieren sie mit den Gasen in der Atmosphäre. Bei den Kollisionen werden Energie und Licht freigesetzt. Die Farbe der Nordlichter hängt dabei von der Art der Gaspartikel ab, mit denen die geladenen Teilchen in der Atmosphäre interagieren sowie von der Höhe, in der diese Wechselwirkungen auftreten. Je stärker die Sonnenwinde, desto südlicher sind die Nordlichter sichtbar.

Schäden bei «Halloween-Stürmen»

Die Stärke eines solchen Sturms wird laut Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in drei fünfstufigen Kategorien angegeben, von denen Kategorie G geomagnetische Effekte, ausgelöst durch die Plasmawolke, beschreibt. Kategorie S meint hingegen durch hochenergetische Teilchen verursachte Strahlungseffekte und Kategorie R durch den Röntgenblitz ausgelöste Radiostörungen.

Zum aktuellen Sonnensturm erklärte die US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) in der Nacht zu Samstag, «G5-Konditionen» beobachtet zu haben. Diese höchste Stufe sei zuletzt bei den sogenannten «Halloween-Stürmen» im Oktober 2003 festgestellt worden, welche zu Stromausfällen in Schweden und zur Beschädigung von Transformatoren in Südafrika geführt hatten.

Bereits zuvor hatte die NOAA die Betreiber von wichtiger Infrastruktur in den USA, darunter jene von Satelliten und Stromnetzen sowie Fluggesellschaften, gewarnt, Vorsichtsmassnahmen für entsprechende Störungen zu ergreifen.

Ursprungsregion der Sonnenstürme ist den NOAA-Experten zufolge ein grosser, komplexer Sonnenfleckcluster, der etwa 17-mal so gross wie der Durchmesser der Erde sei.

Falls du es verschlafen hast, hier nochmals die besten Fotos von gestern Nacht:

Polarlichter über Dietlikon.
Dietlikon – so schön wie noch nie.Bild: zvg
Polarlichter über Hüntwangen.
Hüntwangen im Tromsø-Look.Bild: zvg
Polarlichter bei Gstaad.
Gstaad im violetten Gewand.Bild: zvg/Ivan Gutzwiller
Polarlicht von der Aarauer Telli aus.
Ausblick vom Aarauer Telli.Bild: zvg
polarlicht pizol
Polarlicht vom Pizol.Bild: foto-webcam.eu

(sda/afp/dpa/rst/cma)

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Nordlichter: Ein Naturereignis der besonderen Art
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