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Shedden: «Die Liga soll doch den Pokal gleich Bern übergeben»

Es läuft nicht für den HCL: Doug Shedden und sein Team stehen nach der vierten Final-Partie mit dem Rücken zur Wand.
Es läuft nicht für den HCL: Doug Shedden und sein Team stehen nach der vierten Final-Partie mit dem Rücken zur Wand.
Bild: KEYSTONE
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Lugano-Coach Shedden kocht vor Wut: «Die Liga soll doch den Pokal gleich Bern übergeben»

Luganos Trainer Doug Shedden (54) spricht nach der Niederlage in Bern Klartext. Wobei er schon ein bisschen übertreibt und 20 Spielsperren gegen Simon Bodenmann fordert.
10.04.2016, 02:4810.04.2016, 10:43

>>> Hier geht es zu den wichtigsten Szenen des Spiels

Zuerst will er nichts sagen. Luganos Kommunikationsdirektor Luca Righetti lässt ausrichten, der Chef wolle heute nicht zu den Chronistinnen und Chronisten sprechen. Das ist absolut ungewöhnlich und so seit der Ankunft des Kanadiers in der Schweiz, in sechs Jahren Zug und in dieser Saison in Lugano noch nie vorgekommen. Doug Shedden hat noch nie eine Konfrontation gescheut.

Ein bisschen Warten dürfte sich also lohnen. Und Tatsächlich. Nach einer guten halben Stunde taucht er aus dem Kabinengang auf. Äusserlich ruhig, fast gefährlich ruhig. Aber im Inneren ein Dampfkochtopf.

Eigentlich wollte er nichts sagen, dann bricht der Vulkan doch noch aus.
Eigentlich wollte er nichts sagen, dann bricht der Vulkan doch noch aus.
Bild: freshfocus

Erst geht es um eine sachliche Analyse. «Wir können nicht gewinnen, wenn unsere besten sechs Stürmer keine Tore erzielen. Ich bin sehr enttäuscht.» Er sagt nicht, warum er den Schweden Fredrik Pettersson gegen den Amerikaner Tim Stapleton ausgetauscht hat. «Das ist meine persönliche Entscheidung und die Gründe dafür bleiben intern.»

Brunners Zusammenstoss mit Bodenmann

Er hat noch nicht getobt und ist politisch korrekt geblieben. Leise Enttäuschung macht sich breit. Und dann bricht der Vulkan doch noch aus. «Wenn ich sehe, was da alles passiert ist, dann muss ich sagen: die Liga soll doch den Pokal gleich Bern übergeben. Wozu die restlichen Partien noch spielen?»

«In der NHL wäre Bodenmann für dieses Foul für zwanzig Spiele gesperrt worden. 20 Spiele. Ganz klar.»
Doug Shedden

Besonders der Zusammenstoss von Damien Brunner und Simon Bodenmann im letzten Drittel erregt seinen Unmut. Damien Brunner fährt buchstäblich in den Ellenbogen des SCB-Stürmers, stürzt, rutscht meterweit übers Eis und bleibt an der Bande hinter dem Tor liegen. Die Trage wird aufs Eis gerollt. Aber er kann rechtzeitig wieder aufstehen und verkriecht sich für den Rest der Partie auf die Spielerbank.

Die Umstrittene Szene aus der Overtime.
streamable
«Ich habe ihn gar nicht kommen sehen. Die Schiedsrichter haben richtig entschieden.»
Simon Bodenmann

Foul oder nicht Foul? Das ist hier die Frage. Die Schiedsrichter haben keine Strafe ausgesprochen. Simon Bodenmann sagt: «Ich habe ihn gar nicht kommen sehen und ihn mit der Hand getroffen. Da ist gar keine Absicht dahinter und die Schiedsrichter haben richtig entschieden.» Das sieht Doug Shedden ein bisschen anders. «In der NHL wäre Bodenmann für dieses Foul für zwanzig Spiele gesperrt worden. 20 Spiele. Ganz klar. Ich habe die Szene auf dem Video aus fünf verschiedenen Winkeln gesehen.»

Damien Brunner liegt benommen auf dem Eis.
Damien Brunner liegt benommen auf dem Eis.
Bild: KEYSTONE

Da wendet ein vorwitziger Chronist ein, es sei aber nicht der Fehler der Schiedsrichter, wenn seine besten sechs Stürmer das Tor nicht treffen. Doug Shedden hält kurz inne und sagt dann: «Da haben Sie recht.» Und beeilt sich, den Teambus zu erreichen.

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