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Emma Amour: Der Anti-Sex-Plan in 10 Punkten!

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montage: watson / material: shutterstock
Emma Amour

Hey Suff-SMS-Sandro, das ist unser Anti-Sex-Plan in 10 Punkten!

Mein Umfeld und du, liebe watson-Userin, werter watson-User, ist sich sicher, dass Suff-SMS-Sandro und ich entweder füreinander gemacht sind oder einander im Weg stehen. Also wagen wir das Experiment «keinen Sex mehr».
22.02.2019, 09:2923.02.2019, 07:38

Eigentlich ist der Gedanke, nicht mehr mit Suff-SMS-Sandro zu vögeln, völlig absurd. Ich meine, wieso soll man nicht vögeln, wenn das Vögeln so krass Spass macht wie mit sonst keinem? «Never change a winning team», kännsch?

Wir sind nicht nur körperlich perfekt aufeinander abgestimmt. Wir haben das riesige Glück, dass wir es auch emotional handeln können, dass wir nicht exklusiv sind.

Wer hier immer noch findet, dass das nicht die perfekte Sex-Geschichte ist, hat doch einen an der Waffel.

Geht es aber nach unserem Umfeld (und den Menschen in der Kommentarspalte), dann sind wir es, die einen an der Waffel haben: Unisono ist man sich einig, dass Suff-SMS-Sandro und ich entweder heiraten oder getrennte Wege gehen sollen – weil wir uns so, wie es ist, im Weg zum grossen Glück stehen würden.

Zwei Aussagen, die Sandro und mich schon seit sehr vielen Jahren begleiten. Und die uns stets total egal waren. Neulich aber sitze ich mit guten Freunden als einziger Single an einem Tisch. Wieder einmal sind es die anderen, die das Bedürfnis haben, über mein Liebesleben zu sinnieren. Was so viel heisst, wie mir Sandro auszureden.

Und dann, keine Ahnung, ob der Wein schuld ist, fasse ich den Entschluss, Schluss zu machen. Ein paar Stunden später sitze ich also halb einen sitzen habend in Sandros Küche.

Auf dem Weg habe ich mir bestens überlegt, was ich sagen will. Also hole ich Luft. Bloss: Sandro hat meine Jeans bereits geöffnet und seine Hand in mein Höschen gleiten lassen.

Jetzt ein Quiz:

Habe ich die Aktion abgebrochen?
An dieser Umfrage haben insgesamt 7663 Personen teilgenommen

(Sorry, ein bisschen Spass muss sein!)

Jedenfalls, bei der Zigi danach platzt es aus mir raus. «Wir sollten eventuell mal Aufhören zu vögeln», sage ich. «Schlechteste Sache seit deinem schwarzen Lippenstift bei unserer ersten Begegnung.»

Wir lachen.

Schluss machen, ohne zusammen zu sein, fühlt sich schräg an. Ich erkläre Sandro, dass ich rausfinden will, ob ich ihn vermisse, wenn er nicht mehr nur ein SMS entfernt ist. Oder ob plötzlich 1000 Supermänner und Wonderwomen in unsere Leben treten, wenn wir die Bahn frei machen.

Wir lachen.

Auch will ich rausfinden, ob ich mich bei Dates mehr bemühe, wenn ich nicht mehr die Sex-mit-Sandro-geht-sowieso-immer-Option habe.

Sandro bleibt dabei. Er findet die Idee scheisse. Ich ja auch. Und doch setze ich einen Post-it-Vertrag auf.

Auf 10 Zettelchen schreibe ich 10 Dinge, die bis auf Weiteres gelten:

  1. Keine SMS verschicken.
  2. Schon gar keine nächtlichen Suff-SMS.
  3. Auch keine lockere Kontaktaufnahme über andere Kanäle starten.
  4. Bei zufälliger Begegnung auf der Strasse nicht flirten.
  5. Bei zufälliger Begegnung im Ausgang nicht abfüllen.
  6. Keine «Kein Sex mit dir ist doof»-Nachrichten aus dem Affekt verschicken.
  7. Nur falls sich emotional was tut in der Herzgegend melden.
  8. Emotionen NICHT mit Libido verwechseln.
  9. Nicht über gemeinsame Freunde ausspionieren, was der andere so treibt.
  10. KEINEN SEX HABEN!

Wir unterzeichnen beide und kleben die Post-its an die Innenseite seines Kleiderschranks. Dann verabschiede ich mich mit einer sehr freundschaftlichen Umarmung.

Während ich durch die Nacht nach Hause spaziere, kann ich nur an Sex mit Suff-SMS-Sandro denken. Und daran, dass ich den jetzt nicht haben kann. Und daran, dass ich es ihm nicht mal mitteilen darf, dass ich gerade so fühle.

Und meine Shuffle-Funktion so:

«Bella Ciao»

Dieser Schlussstrich fängt also schon mal sehr beschissen an. Und wird wohl sehr mühsam weitergehen. Auch bin ich nach 15 Minuten total beleidigt ob der Tatsache, dass mir Sandro wirklich noch keine SMS geschickt hat. Merci, Freunde. Danke, User.

To be continued …

Adieu,

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Emma Amour ist ...
... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
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FRAGFRAUFREITAG
Liebe Frau Freitag, ich pflege gewisse Freundschaften, welche jedoch sehr viel meiner Energie in Anspruch nehmen. 
Was kann ich dagegen tun, sodass ich auch etwas von der Freundschaft habe und nach einem Gespräch/Treffen nicht so ausgelaugt bin? Milena, 20

Liebe Milena

Eine Energievampir-Frage! Yes! Danke dafür, liebe Milena. (Auf diese Frage warte ich ja schon länger, drum freue ich mich jetzt sehr, dass sie endlich kommt.)

Was mir an Ihrer Frage besonders auf- und gefällt, ist Folgendes: Sie fragen mich, was SIE tun können, um sich nicht mehr so ausgelaugt zu fühlen. Das ist enorm reif, wissen Sie das eigentlich? Können Sie sich vorstellen, wie oft Menschen zu mir in ein Coaching kommen, die den Partner, Berufskollegen, Eltern oder den Hund ändern wollen? Es dauert dann immer eine Weile, bis ich klar gemacht habe, dass man sein Umfeld nicht ändern kann, sondern nur sich selber. Selbstverständlich hat das dann meistens auch eine Auswirkung auf die Mitmenschen, aber es setzt halt ganz woanders an. Darum erst einmal Chapeau. Aber nun zu Ihrer Frage. (Ich werde im folgenden Text einfachheitshalber mit dem Beispiel «Freundin» arbeiten, aber natürlich ist immer jegliche Art von Freunden gemeint.)

Es ist ein superspannendes Phänomen, das mit der Energiebuchhaltung in einer Freundschaft. Es ist nämlich viel komplexer, als man gemeinhin denken könnte. Es gibt Konstellationen, in der die eine Seite mehr Aufmerksamkeit braucht als die andere und die dennoch nicht zur Energietankstelle verkommt. Und andere, die auf den ersten Blick als ausgeglichen scheinen, und trotzdem nur Leere hinterlassen.

Ich persönlich bin der Meinung, dass eine tiefe Freundschaft eine Phase der Einseitigkeit aushalten sollte. Schön, wenn es beiden Freundinnen immer gut geht und man sich im Friede-Freude-Eierkuchen-Modus immerfort über Fifty Shades of Soft Pink unterhalten kann. Aber das Leben, es hält sich kaum an Gesetze und ist selten fair und so kann es schon mal sein, dass die eine der beiden eine Trennung durchstehen oder sonst eine Krise überwinden muss. Dann ist es Aufgabe der besten Freundin, für sie da zu sein und ein offenes Ohr zu haben.

Die Herausforderung besteht vor allem darin, dass beide innerhalb der Freundschaft ihren Raum haben. Dass man mit seinen Themen zu Wort kommt. Ein «schweres» darf nicht übergross werden und einem «leichten» die Daseinsberechtigung klauen. Die Kunst einer langfristigen und ehrlichen Freundschaft besteht darin, dass die Freundin von ihrer abverreckten Wimperndauerwelle erzählen darf, nachdem man ihr von den schwerwiegenden Eheproblemen vorgeklönt hat. Sobald man sich nicht mehr getraut, über gekräuselte Wimpernspitzen zu reden, weil diese im Vergleich zu «richtigen» Problemen lachhaft sind, ist es gelaufen.

Wenn es aber in die Richtung läuft, dass die beste Freundin sich zum 20. Mal von ihrem Arschloch-Freund trennt, man sie 20 Mal getröstet und aufgepäppelt hat und sie dann zum 21. Mal zu ihm zurückkriechen sieht, dann wird es Zeit, Konsequenzen zu ziehen. Und auch dann, wenn Sie das Gefühl beschleicht, nicht mehr gehört zu werden. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer Freundin, währenddessen ich einen Hörsturz erlitten habe. Nachdem ich mehrfach und angsterfüllt gesagt hatte, dass ich auf einem Ohr überhaupt nicht mehr hören kann und diese nicht darauf reagierte, sondern munter weiter über ihre Affären plauderte, war für mich die Freundschaft beendet. Beziehungen sind nicht immer für die Ewigkeit gemacht und es kann durchaus gesund sein, wenn man sich mit Bewusstsein von einer verabschiedet.

Sie werden also über die Bücher gehen müssen. Versuchen Sie Gegensteuer zu geben, indem Sie mehr Raum einnehmen und eigene Themen einbringen, auch wenn das Gegenüber möglicherweise schwerwiegendere hat. Wenn dies nicht funktioniert, würde ich das Thema offen ansprechen. Manchmal fehlt einem im Strudel der eigenen Themen die Reflexion, um dieses Ungleichgewicht überhaupt zu bemerken. Dann kann ein ehrliches Gespräch das Verhältnis wieder ins Lot bringen.

Manchmal muss man sich aber auch eingestehen, dass man nur als Energie-Zapfssäule dient. Dann ist es Zeit, Adieu zu sagen und sich Menschen zu widmen, die einen ebenfalls bereichern und erfüllen.

Mit herzlichem Gruss, Ihre Kafi.
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