Uri: Schmelzender Gletscher gibt Teile eines 60 Jahre alten Flugzeugwracks frei
Auf dem Hüfifirngletscher bei Unterschächen UR hat die Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Uri Teile eines vor rund 60 Jahren abgestürzten Flugzeugs geborgen. Dies geht aus einer entsprechenden Mitteilung der Polizei hervor.
Ein Berggänger hatte zuvor die Kantonspolizei informiert, dass beim Hüfifirngletscher mehrere Wrackteile, vermutlich eines Flugzeugs, freigelegt worden waren. Die Polizei nahm daraufhin Kontakt mit der SUST auf, welche anschliessend Abklärungen zur Identifikation der Teile aufnahm. Diese ergaben, dass dass es sich bei den Wrackteilen um Leichtmetall eines Flugzeugs handelt.
Eine genaue Identifizierung ist bis heute nicht möglich, zumal die Hauptkomponenten wie beispielsweise der Motor noch fehlen respektive noch nicht vom Gletscher freigegeben sind. Es handelt sich jedoch mit grösster anzunehmender Wahrscheinlichkeit um ein Flugzeug, welches im Jahr 1963 dort abgestürzt war.
Schliesslich wurden die Wrackteile am Donnerstag, dem 3. September in einer von der SUST organisierten Aktion geborgen. Daran beteiligt waren die Urner Kantonspolizei, ein privates Helikopter- sowie ein privates Transportunternehmen und das Gebirgsdetachement der Schweizer Luftwaffe im Einsatz. Insgesamt wurden rund 250 Kilogramm Material geborgen, heisst es weiter in der Mitteilung. Die Teile wurden schliesslich durch einen Recyclingbetrieb entsorgt.
Solltest du jemals Wrackteile oder andere auffällige Gegenstände auf einem Gletscher oder im alpinen Gelände auffinden, bittet dich die Kantonspolizei Uri, den Fundort möglichst genau zu markieren und dich mit der am Ort zuständigen Polizeibehörde in Verbindung zu setzen. Die Gegenstände sollten möglichst nicht berührt oder verschoben werden, heisst es zudem.
Mehrere Flugunfälle im Mai 1963
Im Mai 1963 kam es auf dem Hüfifirngletscher beim Claridenpass zwischen Uri und Glarus gleich zu mehreren Flugunfällen, wie aus der Berichtedatenbank der Sust hervorgeht. Zunächst stürzten am 9. Mai ein Pilot und eine Passagierin in einem Leichtflugzeug des Herstellers Champion ab. Sie blieben unverletzt.
Tags darauf führte ein Bergungsversuch zu einem weiteren Absturz eines Flugzeugs vom Typ Piper Super Cub, wiederum ohne Verletzte. Am 21. und 22. Mai folgten weitere Unterfangen, um die beiden Flugzeuge mithilfe eines Helikopters zu bergen.
Während das Wrack der Champion-Maschine am 22. Mai 1963 auf dem Flugplatz Mollis GL ankommt, gelang die Bergung des Piper-Flugzeugs nicht. Am 21. Mai lag dies daran, dass das Wrack im Schnee hängen blieb, sich überschlug und mit dem rechten Flügel gegen den Helikopter schlug. Am nächsten Tag scheiterte die Aktion, nachdem die Last beim Abflug stark zu schwingen begann. Der Pilot entschied sich, das Wrack auszuklinken und es fiel hunderte Meter in die Tiefe.
(cpf, ergänzt mit Material der sda/dpa)
