Schweiz
Energie

Lisa Mazzon über AKW: «Für uns wird das die Abstimmung des Jahrzehnts».

Lisa Mazzone, Praesidentin und Mitglied der Geschaeftsleitung, bereitet sich vor an der Delegiertenversammlung der Gruenen Schweiz in Liestal, am Samstag, 21. Maerz 2026. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Lisa Mazzone ist sauer, nachdem das Parlament das AKW-Bauverbot gekippt hat.Bild: keystone

Grünen-Präsidentin zu AKW: «Für uns wird das die Abstimmung des Jahrzehnts»

Lisa Mazzone kritisiert den Atomkraftwerk-Entscheid des Parlaments und sagt, wie sie das Referendum dagegen gewinnen will.
18.06.2026, 17:2019.06.2026, 07:28
Benjamin Rosch / ch media

Frau Mazzone, Bundesrat Albert Rösti hat das Parlament binnen zweier Jahre vom AKW-Comeback überzeugt. Ist der Atom-Protest noch zeitgemäss?
Lisa Mazzone: Die AKW sind nicht zeitgemäss! Gerade die aktuelle geopolitische Lage zeigt, wie problematisch neue Abhängigkeiten sind. Uran wird importiert, unter anderem aus Ländern wie Russland. Statt neue Risiken einzugehen, sollten wir auf erneuerbare Energien setzen.

Die Schweiz braucht künftig mehr Strom. Wie soll die Versorgung ohne neue AKW gesichert werden?
Mit einem konsequenten Ausbau von Solar-, Wind- und Wasserkraft sowie genügend Speicherkapazitäten. Die Energiewende ist die Lösung. Insbesondere die Batterien verändern die Ausgangslage gerade fundamental. Neue AKW würden diese Entwicklung bremsen, Investitionen in erneuerbare Energien gefährden und keinen Strom vor 2050 liefern!

Sie sprechen von Kosten von bis zu 50 Milliarden Franken für neue AKW. Wie kommen Sie auf diese Zahl?
Axpo rechnet in einem Szenario mit zwei neuen Reaktoren mit über 50 Milliarden Gesamtkosten. Und bei Axpo arbeiten keine Anti-AKW-Aktivisten. Es geht nicht ohne Milliarden-Subventionen.

31 Organisationen unterstützen das Referendum. Reicht das für einen Sieg an der Urne?
Wir sind eine breite Allianz und spüren von der Basis grosse Unterstützung, wie beim Autobahnreferendum. Vielleicht haben wir nicht die finanziellen Mittel der Atomlobby, aber wir haben sehr viele engagierte Menschen. Für uns Grüne wird dies die Abstimmung des Jahrzehnts.

Kein Run: Mehrere Papabili für die Nachfolge von SVP-Präsident Albert Rösti haben abgewinkt. (Archivbild)
Bundesrat Albert Rösti gilt den Linken und Grünen als AKW-Turbo.Bild: KEYSTONE

Die Abstimmung dürfte Anfang 2027 stattfinden. Sind Sie Bundesrat Rösti dankbar für diesen Auftakt ins Wahljahr?
Sicher nicht. Ich bin ihm nicht dankbar dafür, dass er die Energiewende gefährdet. Wir müssen jetzt den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben – nicht Projekte verfolgen, die frühestens in Jahrzehnten Strom liefern.

(schweizheute.ch)

Abschaltung des AKW Mühleberg

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Abschaltung des AKW Mühleberg
quelle: keystone / anthony anex
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