Görtler spasst nach magischem Abend: «Gegen Real Madrid hätten wir heute Remis gespielt»
Diesen Abend wird der FC St.Gallen nicht so schnell vergessen. Natürlich war es «nur» das Hinspiel der 2. Qualifikationsrunde zur Europa League. Doch ein Klub vom Kaliber eines Benfica Lissabons ist im Sitterstadion nur sehr selten zu Gast. Als grosser Aussenseiter ging der Schweizer Cupsieger deshalb in die Partie – doch am Ende sorgte der FCSG mit dem 2:1-Sieg trotzdem für eine magische Europanacht.
«Davon werden die Leute auch in ein paar Jahren noch reden», ist sich Captain Lukas Görtler sicher. Gegen wen Benfica Lissabon zuletzt verloren hat, wusste der 32-jährige Deutsche nicht. Als ihm gesagt wurde, dass es sich um Real Madrid handle, erklärte er am SRF-Mikrofon mit einem Augenzwinkern: «Gegen die hätten wir heute wahrscheinlich Unentschieden gespielt.»
Die Euphorie bei Görtler und Co. war nach dem überraschenden Erfolg zum Saisonauftakt selbstverständlich gross. Gleichzeitig verwiesen sie auch darauf, dass mit dem 2:1-Sieg im Hinspiel noch nichts erreicht sei. Das Rückspiel steht am nächsten Donnerstag im Estadio da Luz (21 Uhr Schweizer Zeit) an. Das sagten die St.Galler nach dem Erfolg am Donnerstagabend:
Captain Lukas Görtler
Unabhängig davon, was nächste Woche passiert: Diese Momente bleiben jedem St.Galler für immer. Ich ziehe meinen Hut vor jedem, der heute dabei war. Das Stadion war unglaublich, wir waren auf dem Platz unglaublich, da sticht auch keiner heraus, jeder ist gelaufen, hat gekämpft und seine 1-gegen-1 grösstenteils gewonnen. Unglaublich! Jeder kam heute auf seine Kosten.»
Siegtorschütze Tom Gaal
Enrico (Maassen) hat uns in der Videoanalyse heute Morgen gesagt: ‹Wir sind jetzt drei Jahre zusammen und wissen genau, was wir können und brauchen.› Wir wollten die erste Viertelstunde komplett pushen und das Stadion mitnehmen, das ist uns richtig gut gelungen.
Es bringt uns gar nichts ausser ein gutes Gefühl. Am Wochenende haben wir den Saisonauftakt und dann geht's am Donnerstag weiter.»
Trainer Enrico Maassen
Es war eine perfekte erste Halbzeit, nach der Pause haben die Kräfte etwas nachgelassen, aber wir haben wenig zugelassen und hatten die besseren Chancen als der Gegner. Am Ende müssen wir uns fast ärgern, dass wir nur mit einem Tor Unterschied gewonnen haben.
Die Doppelbelastung wird uns in den ersten Wochen begleiten. Da ist es unser Job als Trainerteam, die fittesten Spieler aufzustellen – nicht nur in den Beinen, sondern auch in der Birne.»
