Amazon-Gründer Jeff Bezos könnte beim FC Liverpool einsteigen
Amazon-Gründer Jeff Bezos hat offenbar Gespräche über einen möglichen Einstieg bei einem Investorenkonsortium geführt, das rund 30 Prozent am FC Liverpool erwerben möchte. Das berichten unter anderem «Sky News» und der britische «Guardian» unter Berufung auf Insider.
Das Konsortium wird von Amit Bhatia geleitet, dem Schwiegersohn des indischen Stahlmagnaten Lakshmi Mittal. Bhatia hatte Anfang der Woche seine Anteile am Zweitligisten Queens Park Rangers abgegeben, um den Weg für das Investment in Liverpool freizumachen. Die Investorengruppe hat ein vorläufiges Angebot in Höhe von 1.35 Milliarden Pfund für den Anteil an der Fenway Sports Group (FSG) abgegeben und sucht derzeit weitere Geldgeber, berichtete der «Guardian».
Bezos hatte bereits Interesse an anderen Sportklubs
Bezos, dessen Vermögen das US-Magazin «Forbes» auf etwa 257 Milliarden US-Dollar schätzt, wurde den Berichten zufolge von dem Konsortium angesprochen und hat laut «Sky News» bereits Gespräche geführt. Ein Insider betonte jedoch, dass noch nicht sicher sei, ob Bezos tatsächlich investieren werde. Ein Sprecher des Konsortiums wollte sich dazu nicht äussern.
Der 62-Jährige hatte in der Vergangenheit bereits Interesse an den NFL-Teams Seattle Seahawks und Washington Commanders gezeigt, jedoch nie einen Deal abgeschlossen. Ein Investment in die Premier League wäre für ihn eine Premiere. Laut mit den Gesprächen vertrauten Kreisen würde Bezos im Falle eines Einstiegs Anteile am FC Liverpool erhalten.
Unter seiner Führung hat sich der Onlinehändler Amazon in den vergangenen Jahren verstärkt als Anbieter von Sportübertragungen positioniert. Amazon Prime sicherte sich unter anderem die Live-Rechte an 20 Premier-League-Spielen pro Saison im Vereinigten Königreich – ein Vertrag, der bis Ende 2023 lief. Zudem überträgt der Streamingdienst die Champions League in mehreren europäischen Ländern sowie NFL-Spiele in den USA.
Konsortium will 30 Prozent der Anteile am FC Liverpool
In den Gesprächen zwischen dem Bhatia-Konsortium und der Fenway Sports Group (FSG), die Liverpool seit 2010 besitzt, wird der Klub laut «Sky News» mit mindestens sechs Milliarden US-Dollar bewertet. Das wäre vergleichbar mit der Bewertung von Manchester United beim Einstieg von Ineos vor zwei Jahren.
Während die Suche nach weiteren Investoren andauert, soll Bhatia bereits die finanzielle Unterstützung seines Schwiegervaters, des indischen Stahlmagnaten Lakshmi Mittal, gesichert haben. Das Vermögen der Familie Mittal wird auf etwa 23 Milliarden Pfund (umgerechnet etwa 27 Milliarden Euro) geschätzt.
FSG bestätigte die Gespräche: «Ein von Amit Bhatia geführtes, gemanagtes und vertretenes Investorenkonsortium hat Interesse bekundet, eine strategische Minderheitsbeteiligung am Liverpool Football Club zu erwerben.» Bereits 2023 hatte FSG drei Prozent des Klubs an die US-Beteiligungsgesellschaft Dynasty Equity verkauft, damals wurde Liverpool mit mehr als 4.5 Milliarden US-Dollar bewertet.
Ob der Einstieg des Konsortiums langfristig zu einem vollständigen Besitzerwechsel führen könnte, ist offen. Beobachter spekulieren seit Jahren, dass FSG den Klub irgendwann ganz verkaufen könnte. Insider betonen jedoch, dass es aktuell nur um eine Minderheitsbeteiligung geht.

