Schmid brilliert als Zweiter erneut – Etappensieger Carapaz verdrängt Voisard aus Top 10
Richard Carapaz heisst der Sieger der 18. Etappe der Tour de France. Der Olympiasieger 2021 aus Ecuador triumphierte nach 185 Kilometern und rund 4000 Höhenmetern solo.
Dahinter gelang Mauro Schmid erneut eine Glanzleistung: Nachdem der Zürcher gestern in einem Massensprint Rang 2 belegte, schaffte er diese Leistung heute in einer Bergetappe. Schmid, der vergangene Woche eine Etappe gewinnen konnte, befindet sich in einer beeindruckenden Verfassung. Er setzte sich im Ziel in Orcières-Merlette gegen den Amerikaner Matteo Jorgenson durch.
Carapaz hatte sich kurz vor dem Ziel bereits aus dieser Spitzengruppe abgesetzt. Der Ecuadorianer gewann mit 45 Sekunden Vorsprung vor Mauro Schmid. Tadej Pogacar und die weiteren Anwärter auf das Gesamtklassement, unter ihnen Voisard, erreichten das Ziel mit einem Rückstand von rund viereinhalb Minuten. Der Jurassier fiel dadurch aus den Top Ten. Neu belegt Carapaz Platz 10.
Der Südamerikaner war aus Schweizer Sicht damit der Spielverderber des Tages. Vor dem Start war er als Nummer 12 im Gesamtklassement noch mit 1:27 Minuten Rückstand auf Voisard klassiert. Der Olympiasieger von Tokio, Sieger des Giro d'Italia 2019 und der Tour de Suisse 2021, kommt in der dritten Woche immer besser in Fahrt, hatte aber genügend Rückstand in der Overall-Wertung, sodass ihn die Favoriten ziehen liessen.
Mauro Schmid fand 40 km vor dem Ziel auch dank eigener Initiative Unterschlupf in einem Sextett, der ersten von drei Gruppen vor dem Feld. Letztlich hatte er gegen den Bergspezialisten Carapaz keine Chance. Das Feld hatte zeitweise acht Minuten Rückstand, am Fuss der Schlusssteigung waren es immer noch deren sechs.
Am Freitag folgt der legendäre Anstieg nach Alpe d'Huez. Ein Etappensieg an diesem Ort hat in jedem Palmarès einen besonderen Stellenwert. Da Pogacar dieser Erfolg noch fehlt, gilt der Mann in Gelb am Freitag als Favorit auf den Tagessieg in den legendären 21 Kurven. (nih/sda)
