«Dauerhaft reduziert»: Aldi bricht Versprechen – Seco wird aktiv
Gerne brüsten sich Detailhändler damit, die tiefsten Preise in der Branche anzubieten. Auch Aldi macht beim Preiskampf mit. Im August versprach der Discounter in seiner Werbung, dass ein 200 Gramm-Bio-Lachsfilet mit Haut dauerhaft günstiger wird. Statt für 8.49 Franken wurde es neu für 6.99 Franken angepriesen, einen Monat danach sogar für 6.89 Franken.
Doch weniger als ein Jahr später liegt der Preis bereits wieder bei 7.45 Franken. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) wittert deshalb unlauteren Wettbewerb, wie der «Sonntagsblick» berichtet. «Wird ein Preis in der Werbung als ‹dauerhaft› reduziert bezeichnet, so setzt dies voraus, dass der kommunizierte Preis tatsächlich auf unbeschränkte Zeit beibehalten wird und nicht zu einem späteren Zeitpunkt wieder angehoben wird», heisst es beim Seco.
Noch behält sich das Seco rechtliche Schritte vor. Stattdessen ermahnt es Aldi in einem Schreiben, dass das Vorgehen aus Sicht der Behörde gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verstösst, schreibt die Zeitung.
Für den Preisanstieg hat der Discounter eine Erklärung: «Da Lebensmittel häufig Markschwankungen unterworfen sind, ist es in der Branche üblich, Verkaufspreise bei Bedarf anzupassen.» Schliesslich sei der aktuelle Preis noch immer günstiger als der ursprüngliche.
Nicht nur bei Aldi schaut das Seco auf die Preisschilder. Erst vor einigen Monaten hat es auch bei Coop und Migros interveniert, weil die Rabattschilder an den Regalen irreführend seien. Der Normalpreis war teils kaum ersichtlich und auch die Anzahl der Waren, ab der der Rabatt gilt, war kaum lesbar. Coop hat deshalb vor kurzem das Design angepasst. (vro)
