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Russland

Russland fliegt heftige Luftangriffe auf mehrere ukrainische Städte

An apartment building burns after a Russian missile attack in Kyiv, Ukraine, Thursday, July 2, 2026. (AP Photo/Danylo Antoniuk)
Russia Ukraine War
Ein Gebäude in Kiew steht nach russischen Angriffen in Flammen. Bild: keystone

Russland überzieht die Ukraine mit Angriffen – doch die Verluste werden immer grösser

Mehrere Städte in der Ukraine sind zur Zielscheibe einer aussergewöhnlich heftigen Angriffswelle geworden. Währenddessen steigen die russischen Verluste gemäss einer US-Denkfabrik aber dramatisch an.
02.07.2026, 03:0102.07.2026, 07:32

Aus der Hauptstadt Kiew wurden am Abend und in der Nacht Explosionen gemeldet, nach Behördenangaben gab es Tote und Verletzte. Mehrstöckige Gebäude – darunter ein Hotel – seien in Flammen aufgegangen, einige Wohnhäuser komplett zerstört worden, berichtete das Nachrichtenportal «The Kyiv Independent». Demnach setzten die Angreifer Dutzende Raketen und Marschflugkörper ein.

Update: Opferzahl nach russischen Angriffen steigt
Nach den heftigen russischen Angriffen in der Nacht steigen die Opferzahlen in der Ukraine am Morgen weiter. Inzwischen seien allein in Kiew zehn Tote aus den Trümmern geborgen worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Insgesamt seien mindestens 56 Menschen zu Schaden gekommen, darunter auch 2 Kinder, schrieb der Militärgouverneur Kiews, Tymur Tkatschenko.
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Bürgermeister Vitali KlitschkoBild: keystone

Das genaue Ausmass der Schäden war zunächst nicht überschaubar, die ersten Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen. Im Bericht des «Kyiv Independent» war von einer der heftigsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn die Rede.

Verängstigte Bewohnerinnen und Bewohner Kiews suchten demnach in U-Bahn-Stationen Zuflucht. Viele von ihnen hätten dort Zelte aufgeschlagen, um die Nacht vor Luftangriffen geschützt unter der Erde zu verbringen, hiess es.

Video: watson/x/blue_eyedKeti

«Unglaublich laute Explosionen»

Nach ersten Einschlägen am Abend wurde demnach auch am frühen Morgen wieder Luftalarm ausgelöst. Knapp ein Dutzend russische Bomber seien in der Luft, hiess es. Kurz darauf meldeten Reporter des Portals «unglaublich laute Explosionen», die selbst in tief unter der Erde gelegenen Luftschutzbunkern deutlich zu hören gewesen seien. Die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtete ebenfalls über zahlreiche Einschläge in Kiew.

Smoke rises after a Russian strike on Kyiv, Ukraine, Thursday, July 2, 2026. (AP Photo/Efrem Lukatsky)
Russia Ukraine War
Rauch steigt in Kiew auf. Bild: keystone

Auch in anderen Städten der Ukraine – darunter Saporischschja und Pawlohrad im Südosten sowie Sumy und Charkiw im Nordosten des Landes – gab es Berichten zufolge Luftalarm und Explosionen.

Selenskyj sah massiven Angriff kommen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Mittwoch vor einem bevorstehenden Grossangriff auf die Ukraine gewarnt. Alle ein bis zwei Wochen gebe es massive Attacken mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen – und «heute gibt es die unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs», sagte er am Rande einer Zeremonie zum Wechsel der EU-Ratspräsidentschaft in Dublin.

epa13078437 Ukrainian President Volodymyr Zelensky gestures during a press conference following the launch event for Ireland's Presidency of the Council of the European Union in Dublin Castle in  ...
Selenskyj warnte am Mittwoch vor einem grossen Angriff.Bild: keystone

Daher werde er direkt nach der Pressekonferenz rasch in die Ukraine zurückkehren. Seine Landsleute sollten Alarmsignale beachten und Schutzräume aufsuchen.

Russische Verluste steigen offenbar dramatisch

Abseits der täglichen Luftangriffe auf die Ukraine haben die Verteidiger laut US-Kriegsexperten zuletzt bemerkenswerte Erfolge im Abwehrkampf gegen Russland erzielt und die Verluste des Gegners stark in die Höhe getrieben.

Einem Lagebericht der in Washington ansässigen Denkfabrik CSIS (Center for Strategic and International Studies) zufolge machen den Russen neben ihrer stotternden Bodenoffensive und vereinzelten Geländegewinnen der Ukrainer vor allem die steigenden Gefallenenzahlen in den eigenen Reihen zu schaffen.

Insgesamt seien seit Kriegsbeginn im Februar 2022 rund zwei Millionen Soldaten getötet, verletzt oder vermisst gemeldet worden, heisst es in dem Bericht – allein 1,4 Millionen davon auf russischer Seite. Während das Verhältnis zwischen russischen und ukrainischen Verlusten die meiste Zeit über bei 2:1 oder 3:1 gelegen habe, sei es im ersten Halbjahr 2026 schätzungsweise auf 8:1 gestiegen. Hauptgrund dafür sei der verstärkte und äusserst wirkungsvolle Einsatz ukrainischer Kampfdrohnen.

Die Gesamtzahl der russischen Gefallenen gab CSIS mit 400'000 bis 450'000 an, auf ukrainischer Seite seien es 125'000 bis 150'000. Ende Januar hatte die Bilanz noch bei etwa 325'000 getöteten Russen und 100'000 bis 140'000 Ukrainern gestanden. Inzwischen übersteige die monatliche Zahl der russischen Verluste auch die der Neurekrutierungen, hiess es weiter.

Kriegsparteien spielen eigene Verluste herunter

Das CSIS stützt sich bei den Zahlen nach eigenen Angaben auf Informationen des Militärs, der Geheimdienste und Regierungen verschiedener Länder. Die Angaben der Denkfabrik gelten als vergleichsweise zuverlässig, sind angesichts der schwer durchschaubaren Quellenlage und gezielten Desinformation beider Kriegsparteien aber dennoch mit Vorsicht zu geniessen – zumal die Ukrainer von Waffen und Geheimdiensterkenntnissen aus den USA profitieren.

Während beide Kriegsparteien täglich gegnerische Verluste vermelden, legen sie höchst selten eigene Opferzahlen dar. Es gilt als sicher, dass sowohl Russlands Führung als auch die der Ukraine eigene Verluste herunterspielen und jene in den Reihen des Gegners aufbauschen. Andere Schätzungen decken sich nicht mit den offiziellen Zahlen aus Moskau und Kiew.

Langsame Vorstösse, kaum Geländegewinne

Neben den stark gestiegenen Opferzahlen sieht sich Russlands Militär laut CSIS-Lagebericht auch mit anderen Rückschlägen auf dem Schlachtfeld konfrontiert. So hätten die Angreifer das von ihnen kontrollierte Gebiet in der Ukraine im Frühling 2026 erstmals seit Jahren nicht mehr vergrössern können und dazu einzelne Geländegewinne der Ukrainer hinnehmen müssen. Auch seien ihre Vorstösse an der mehr als tausend Kilometer langen Front langsamer geworden.

Historisch betrachtet sei die Kampfbilanz der Russen im Ukraine-Krieg verglichen mit der anderer militärischer Grossmächte nach dem Zweiten Weltkrieg ziemlich miserabel.

(ome/sda/dpa)

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quelle: keystone / bo amstrup
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Die beliebtesten Kommentare
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The Guitar Player
02.07.2026 04:20registriert Oktober 2023
Der Kremlgnom darf vor seinen Landsleuten keine Schwächen zeigen und glaubt, er sei stark, wenn er zivile Einrichtungen in der Ukraine bombardiert. Das Gegenteil ist der Fall: russland steuert dem wirtschaftlichen und militärischen Kollaps zu. Möge dieser bald kommen und putins unmenschliches Regime wegfegen.
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RTFM
02.07.2026 05:26registriert Mai 2021
Je mehr Waffen von Russland für sinnlose zivile Ziele verschwendet werden, umso schlechter steht es in der Gesamtsituation um Russland.

Die Ukraine drückt die richtigen Knöpfe.

Kreml so: schaut wie gross wir sind, wir können wehrlose Zivilisten angreifen.

Was für traurige Gestalten...
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Eckhardt
02.07.2026 05:43registriert Juni 2024
Man muss das klar als Reaktion sehen, nicht mehr als Aktion.
Russland ‚agierte‘ anfangs ihres Krieges; jetzt müssen sie auf die hohen Schädigungen an den Raffinerien durch die UK ‚reagieren‘. Putin hat ‚das Heft aus der Hand gegeben‘ im Konflikt. Und ja, sie verlieren durch ihre Gegenwehr viele ihrer Waffen, die sie sicher anders eingesetzt hätten; ganz im Sinne der Ukraine.
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