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Gesundheit ist auch in der Schweiz eine soziale Frage



Die Schweizer Bevölkerung raucht und trinkt weniger, bewegt sich mehr und isst ausgewogener. Die meisten fühlen sich gesund, wie die sechste Schweizerische Gesundheitsbefragung zeigt. Daraus geht auch hervor, in welchem Ausmass Gesundheit eine soziale Frage ist.

Übergewicht und Fettleibigkeit zum Beispiel sind Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten und andere nicht übertragbare Krankheiten. Nun ist jede fünfte Person fettleibig, die nur einen obligatorischen Schulabschluss hat. Bei Personen mit einem tertiären Abschluss ist der Anteil nicht einmal halb so gross. Der Anteil der Personen, die sich ausreichend bewegen, ist in dieser Gruppe hingegen deutlich höher.

Das schlägt sich auf die Befindlichkeit nieder. 63 Prozent der Befragten zwischen 45 und 64 Jahren, die nur einen obligatorischen Schulabschluss haben, beurteilen ihren Gesundheitszustand als gut bis sehr gut. Bei den Personen mit einer akademischen Ausbildung sind es fast 90 Prozent.

Ungleiche Chancen

Das gleiche Bild zeigt sich bei den starken körperlichen Beschwerden, bei der psychischen Gesundheit und sogar beim Anteil der Diabeteserkrankungen. «Die Chancen, gesund zu leben, sind sehr ungleich verteilt», sagte Pascal Strupler, Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Bundeshausmedien. Bei verschiedenen Gesundheitsindikatoren sei der soziale Einfluss erheblich.

Das ist umso bedenklicher, als dass die Ungleichheiten laut Strupler einen Dominoeffekt haben: Wer fettleibig ist oder sich wenig bewegt, fühlt sich nicht nur schlechter, sondern hat auch ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Gelenkbeschwerden.

Das ist für das BAG bedeutsam, denn 80 Prozent der Gesundheitskosten werden durch solche nicht-übertragbaren Krankheiten verursacht. Schätzungsweise die Hälfte davon liesse sich vermeiden. Strupler hofft denn auch, dank der Ergebnisse der Studie gezielter Präventionsarbeit machen zu können.

Weniger Rauch

Die Gesundheitsbefragung liefert den Bundesbehörden dafür viele weitere Anhaltspunkte. So ist zum Beispiel der Anteil der Raucherinnen und Raucher in den letzten zehn Jahren bei rund 27 Prozent stabil geblieben. Diese rauchen jedoch weniger: 1992 haben noch 41 Prozent der Raucher täglich mindestens eine Schachtel Zigaretten geraucht, 2017 waren es noch halb so viele.

Halbiert hat sich in dieser Zeit auch der Anteil Personen, die täglich Alkohol trinken. Zugenommen hat hingegen das so genannte Rauschtrinken. Dazu neigen vor allem jüngere Frauen zunehmend: In der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahren hat sich der Anteil der Frauen, die mindestens einmal im Monat in kurzer Zeit vier oder mehr Gläser Alkohol trinken, in den letzten 10 Jahren auf 24 Prozent verdoppelt.

Gesundes Verhalten ist Trend

Insgesamt zeigt die Studie aber eine positive Entwicklung. Gesundes Verhalten als Lebensstil ist in Mode. Der Anteil der Männer, die noch nie geraucht haben, nahm seit 1997 von 38 auf 45 Prozent zu. Immer mehr Menschen bewegen sich auch regelmässig. Inaktiv sind nach eigenen Angaben nur 7.2 Prozent der Männer und 9.1 Prozent der Frauen. Vor 15 Jahren waren es noch doppelt so viele.

Bei der ausgewogenen Ernährung haben die Frauen die Nase vorn. 28 Prozent erfüllen die Ernährungsempfehlungen beim Früchte- und Gemüsekonsum. Bei den Männern beträgt der Anteil nur 15 Prozent. Frauen konsumieren auch weniger Fleisch, 6 Prozent verzichten inzwischen ganz darauf. Das sind dreimal mehr als 1992.

Für die Gesundheitsbefragung wurden 2017 über 22'000 Personen zu ihrem Gesundheitszustand befragt. Die Erhebung wird alle fünf Jahre durchgeführt. (sda)

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