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Wahlen 2015: SVP setzte mit Erfolg auf Angst und Coolness zugleich



Der SVP ist es gelungen, auch neue Wähler zu mobilisieren. Die Stammwähler bediente sie zwar noch mit dem seit Jahren bewirtschafteten Angstthema Asyl. Doch auf Social Media präsentierte sie sich auch ganz anderes - aufgestellt, positiv und mit viel Selbstironie.

«In der Ära Blocher war die SVP eine Partei, die stets mit dem Daumen nach unten zeigte», sagte Kampagnenberater Daniel Graf am Montag zur Nachrichtenagentur sda. Doch mit Poltern allein sammle man ausserhalb von Restaurant-Sälis wenig Sympathiepunkte. «Die Facebook-Generation wird so nicht angesprochen.»

Positive Emotionen

Mit ihren im Internet veröffentlichten Videos habe es die SVP geschafft, neue, positive Emotionen zu wecken. «Und die (Facebook)-Daumen gingen nach oben», sagte Graf.

Inzwischen könne es sich die SVP gar erlauben, sich in einem Film über sich selbst lustig zu machen. «Ironie einzusetzen in einem Wahlkampf, ist eigentlich ein Spiel mit hohem Risiko.»

Doch bei der national-konservativen SVP wirkte es «cool», wenn im Wahlkampf-Clip «Welcome to SVP» alt Bundesrat Christoph Blocher in den Swimmingpool springe.

Auch der Lausanner Politologe Oscar Mazzoleni hat die neuen Töne im SVP-Wahlkampf gehört: «Die SVP spielt mit der Selbstironie. Es ist ihren Vertretern gelungen zu zeigen, dass sie nicht immer nur ernst, sondern auch lustig und amüsant sein können, speziell in ihrem Video-Clip. Es ist ihnen gelungen zu zeigen, dass sie nicht böse sind.»

Es sei der SVP auch gelungen, «gewisse Kritiken zu neutralisieren». So habe die SVP Wähler gewonnen, die nicht notwendigerweise SVP-Wähler seien, und zudem Neuwähler mobilisiert, sagte Mazzoleni. «Aber in ihrer politische Linie bleibt die SVP konstant. Die Partei hat inhaltlich nichts abgeschwächt.»

Auch Politologe Werner Seitz vermutet, dass die SVP Neuwähler mobilisiert hat. Geholfen hat der Partei vermutlich auch, dass die Wähler der anderen Parteien weniger zahlreich zur Wahl gingen.

Hohe Präsenz im Netz

Um die Massen im Netz anzusprechen und zu mobilisieren, sei Facebook das wichtigste der Social Media, sagte Kampagnenberater Daniel Graf. Die SVP habe es mehr als alle anderen Parteien geschafft, via Facebook ihre Sichtbarkeit über das ganze Internet zu streuen und ihre «Schwarz-Weiss-Themen» zu verbreiten.

«Facebook kennt kaum Graustufen. Parteien mit differenzierten Botschaften haben es deshalb schwerer.» So seien die Grünen sehr engagiert gewesen auf Facebook mit vielen Beiträgen. Doch sie hätten lediglich ihre eigene Klientel erreicht. (sda)

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