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Armenier-Denkmal in Stadt Genf trotz türkischer Kritik eingeweiht



Nach jahrelangen Querelen ist in der Stadt Genf das Armenier-Denkmal eingeweiht worden. Die Einweihung des Denkmals, das dem Gedenken an den Völkermord an den Armeniern gewidmet ist, schürte erneut Proteste von türkischer Seite.

Zur Einweihung am Freitag war auch der Chansonnier und armenische Botschafter in der Schweiz, Charles Aznavour, angereist. Das Denkmal besteht aus neun Laternen im Stile der 1920er-Jahre im Parc Trembley in Genf. An ihnen hängen anstatt Glühbirnen Tränen aus Stahl herunter.

Das Siegerprojekt des armenisch-französischen Künstlers Melik Ohanian wurde bereits 2011 gekürt. Der Einweihung vom Freitag ging ein jahrelanges Tauziehen voraus. Als erster Standort war die Bastion de Saint-Antoine vorgesehen gewesen. Dieser Ort wurde nach der Entdeckung von archäologischen Funden jedoch rasch verworfen.

Die Stadtregierung schlug danach den Park des Museums Ariana vor. Dieser neue Standort sorgte wegen seiner Nähe zu den Vereinten Nationen für diplomatische Spannungen mit der Türkei. Die Türkei übte beim Bundesrat Druck aus.

Diplomatischer Druck aus Ankara

Die Landesregierung hielt die Stadt Genf im Namen der Neutralität des internationalen Genf dazu an, den Standort zu überdenken. So entschied sich die Stadt Genf für den Park Trembley. Auch dort wehrten sich Anwohner dagegen.

Deren Anwalt und SVP-Nationalrat Yves Nidegger machte geltend, dass das Argument der Neutralität auch für den Park Trembley gültig sei. Das Genfer Kantonsgericht trat jedoch nicht auf die Anwohner-Beschwerden ein und hob zudem deren aufschiebende Wirkung auf.

Obwohl Nidegger den Entscheid der Genfer Justiz vor dem Bundesgericht angefochten hat, wurden die «Réverbères de la mémoire» inzwischen aufgebaut und eingeweiht. Das weckte erneut türkische Proteste.

Türkische Proteste zur Einweihung

«Das Armenier-Denkmal ist eine Beleidigung für die internationale Bedeutung von Genf», hiess es in einem zweiseitigen Inserat, das der Verband der türkischen Vereine der Westschweiz am Freitag in der «Tribune de Genève» veröffentlichen liess.

Die Türkei spricht bei der Deportation und Ermordung von geschätzt bis zu einer Millionen Armeniern von «kriegsbedingten Ereignissen». Armenien sieht darin einen Völkermord; auch rund zwanzig andere Staaten vertreten diese Sicht.

In der Schweiz verwenden der Nationalrat und verschiedene Kantone den Begriff «Völkermord», der Bundesrat hat diesen Schritt bislang nicht vollzogen. (sda)

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