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epa06357965 US President Donald J. Trump walks to board Marine One on the South Lawn of the White House in Washington, DC, USA, 29 November 2017. President Trump is departing the White House for a tax reform event in St. Louis, Missouri.  EPA/SHAWN THEW

Donald Trump: Der US-Präsident begibt sich soweit auf fremdenfeindliches Terrain vor wie noch nie.  Bild: EPA/EPA

Wie der 29. November zum bisher dunkelsten Trump-Tag wurde – in 3 Schritten

Donald Trump hat mit drei Retweets eine Welle der Empörung ausgelöst. Sogar die britische Regierung distanziert sich davon – und «Fake News» sind sie auch.



Die Retweets

Immer, wenn man denkt, der Tiefpunkt sei erreicht, setzt Trump nochmals einen obendrauf. Einen Tag nachdem sich der Präsident der Vereinigten Staaten respektlos gegenüber Navajo-Indianern verhalten hat, holt er zum nächsten Schlag aus: Auf Twitter verbreitet der US-Präsident drei Videos mit anti-muslimischer Propaganda. 

Der Inhalt der Clips ist teilweise so brutal, dass wir darauf verzichten, sie zu zeigen. 

Zunächst werden die Videos von der rechtsextremen Britin Jayda Fransen vertwittert. Fransen ist Vizechefin der Gruppe «Britain First», die ein umfassendes Verbot des Islams in Grossbritannien fordert. Bisher kaum über die Grenzen der Insel bekannt.

Doch dann betätigt Donald Trump den Retweet-Button. Statt einige Tausend Personen bekommen die Clips nun über 43 Millionen Menschen zu sehen. So viele Twitter-Follower hat der US-Präsident momentan.  

This screenshot from President Donald Trump's Twitter account shows three retweets that he posted early Wednesday morning, Nov. 29, 2017, from the account of Jayda Fransen, the deputy leader of the British far-right fringe group Britain First. The origins of the videos in the tweets could not immediately be determined. They purport to show violence being committed by Muslims. (Twitter via AP)

Bild: AP/Twitter

Trump lässt die Tweets unkommentiert, ruft auf seinem Twitter-Kanal stattdessen zum Boykott von CNN auf. Der News-Sender verbreite «Fake News». 

Die «Fake News»

Doch während der Präsident «Fake News CNN» schreit, stellt sich heraus, dass er gerade selber falsche Informationen verbreitet hat. 

«Muslim migrant beats up Dutch boy on crutches!» – heisst es in einer der drei Video-Überschriften. Ein muslimischer Migrant soll also einen holländischen Jungen verprügelt haben. 

Doch das stimmt nicht. 

Der Vorfall hat zwar tatsächlich stattgefunden, doch die Religion des angreifenden Jungen wurde in keinem Polizeirapport oder dergleichen notiert.

Auch stellen die holländischen Behörden einige Stunden nach Trumps Retweet klar, dass der junge Mann in Holland geboren und aufgewachsen sei. Es handelt sich also nicht um einen Migranten. 

Die Reaktionen

Am Nachmittag dann der nächste Hammer: Sarah Huckabee Sanders, die Sprecherin von Donald Trump, wird gefragt, ob es eine Rolle spielt, dass die Videos «fake» seien. Darauf antwortet sie: 

«Ich will jetzt nicht über die Videos sprechen. Sie konzentrieren sich auf die falsche Sache. Die Bedrohung ist echt, und das ist das, was der Präsident anspricht.» 

Es mag tatsächlich sein, dass sich Trump von der muslimischen Welt bedroht fühlt, dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass er «Fake News» verbreitet hat.

Falsch-Nachrichten, mit denen der Präsident der Vereinigten Staaten einen Keil zwischen das Christentum und den Islam treibt. Falsch-Nachrichten, mit denen der Präsident der Vereinigten Staaten sein fremdenfeindliches Gesicht so deutlich zeigt wie noch nie. 

Das geht selbst der konservativen Regierung in London zu weit. Ein Sprecher von Premierministerin Theresa May lässt am Nachmittag verlauten, es sei falsch gewesen, was Trump getan habe. Auch Brexit-Turbo Boris Johnson distanziert sich am Abend in aller Deutlichkeit von der Gruppierung «Britain First».

Starjournalist Piers Morgan findet derweil noch weitaus deutlichere Worte. In einem viel beachteten Artikel der «Daily Mail» schreibt er: «Mr. Trump, das ist das Schlimmste, was Sie bisher als Präsident getan haben.» Gerade so gut hätte Trump aus dem Oval Office mit einem Hut des Ku-Klux-Klans zum amerikanischen Volk sprechen können, so Morgan. «Ich kann nicht glauben, was Sie getan haben.»

Hier sei angemerkt: Morgan war Trump bisher ziemlich wohlgesonnen. 

Morgan – und viele andere auch – fordern Trump nun dazu auf, die Retweets wieder zu löschen. Getan hat es der Präsident der Vereinigten Staaten bisher noch nicht. 

Und das geschah tags zuvor: Trumps «Pocahontas»-Witz kam bei den Indianer nicht so gut an

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35
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lowend 30.11.2017 15:42
    Highlight Highlight Das sich viele Exponenten der SVP noch immer zu diesem rassistischen Dummkopf bekennen, zeigt viel über deren wahres Wesen!
    11 1 Melden
  • W wie Wambo 30.11.2017 12:30
    Highlight Highlight Da geht noch mehr!
    User Image
    21 1 Melden
  • Haiderfroh 30.11.2017 10:50
    Highlight Highlight Zum verprügelten Holländer notiert der Artikel:
    "Der Vorfall hat zwar tatsächlich stattgefunden, doch die Religion des angreifenden Jungen wurde in keinem Polizeirapport oder dergleichen notiert."
    Das mag stimmen, aber daraus lässt sich nicht der Schluss ziehen, dass der Täter _kein_ Muslim sei. Die Tatsache, dass der Täter ein Muslim ist, lässt sich selbstredend auch ohne Polizeirapport zweifelsfrei feststellen.
    Die oben zitierte Begründung und die Schlussfolgerung daraus, dass der Tweet fälschlicherweise behaupte, der Täter sei ein Muslim, ist also ihrerseits eine falsche Behauptung.
    6 41 Melden
    • corsin.manser 30.11.2017 13:57
      Highlight Highlight Ich habe geschrieben, dass es sich nicht um einen muslimischen Migranten handelt. Ob er ein Moslem ist, weiss ich nicht, aber er ist kein Migrant.

      Meines Erachtens habe ich keine falsche Behauptung gemacht.
      36 2 Melden
    • Haiderfroh 30.11.2017 14:33
      Highlight Highlight @Corsin
      Das ist lächerlich. Ob es ein Migrant ist, oder nicht, ist in diesem Zusammenhang total irrelevant.
      Und:
      Ich bezog mich ausschliesslich auf zitierten Satz und beschränkte mich ausschliesslich auf die Frage, ob tatsächlich ausgeschlossen werden kann, dass der Täter ein Muslim sei.
      Du bestätigst meine Aussage: man kann nicht ausschliessen, dass er kein Muslim ist.
      Damit ist klar, dass die von mir bemängelte Logik in zitiertem Satz zurecht bemängelt wird.
      0 21 Melden
    • Haiderfroh 30.11.2017 14:40
      Highlight Highlight Nachtrag:
      Selbst wenn der Täter in Holland geboren ist, kann er trotzdem ein Migrant sein, dann nämlich wenn er nicht die niederländische Staatsbürgerschaft besitzt. Er ist dann quasi per Geburt eingewandert.
      Es ist klar, dass jeder, der nicht in dem Land lebt, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, ein Migrant ist. Der Geburtsort ist dabei irrelevant.

      Ich bleibe dabei. Der Tweet ist keine Fake-News. Die Berichterstattung hierüber schon eher.
      0 29 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • seventhinkingsteps 30.11.2017 09:22
    Highlight Highlight Wieso sind die Leute jetzt genau überrascht?
    14 0 Melden
  • Linus Luchs 30.11.2017 08:19
    Highlight Highlight Was Trump kann, können wir auch. Das Foto ist Fake. Aber die Bedrohung ist echt.
    User Image
    114 4 Melden
    • Snowdrum 30.11.2017 13:48
      Highlight Highlight Wie wahr, leider.
      10 2 Melden
  • Nelson Muntz 30.11.2017 07:53
    Highlight Highlight Die anderen Videos, Junge vom Dach gestossen und Statuen Zerstörung sind aber echt?

    PS Danke, dass ihr die Videos nicht zeigt!
    13 15 Melden
    • MindCore 30.11.2017 11:14
      Highlight Highlight Jap, da waren sogar IS-Flaggen bei einigen Personen zu sehen. Und ich verstehe darum auch nicht, wie man Trump vorwerfen kann, durch das retweeten solcher reellen Gefahren, islamophobisch zu sein.

      Hätte er den dummen Fehler nicht gemacht, ein Video mit einem falschen Titel zu verbreiten, hätte ich zu 100% hinter ihm gestanden bei diesen Videos.
      6 31 Melden
    • Sisiphos 30.11.2017 20:03
      Highlight Highlight Bekennender Populist. Krank, aber ehrlich😈
      5 1 Melden
  • sowhat 30.11.2017 07:02
    Highlight Highlight Das Schlimmste daran ist ja, dass genau nichts passiert. Er kann und kann noch so tief sinken, er behält seine Fans und bleibt Präsident.
    84 3 Melden
  • kuwi 30.11.2017 06:25
    Highlight Highlight Ich bleibe dabei: Trump ist ein Idiot.
    71 6 Melden
  • Granini 30.11.2017 03:52
    Highlight Highlight Dummer, dummer Junge..
    46 4 Melden
  • saugoof 30.11.2017 02:57
    Highlight Highlight Ich weis, ich weis, Godwyn's Law usw. aber das ganze wird Deutschland in den 30er Jahren immer ähnlicher.
    65 4 Melden
  • Ril 30.11.2017 00:18
    Highlight Highlight Erwähnenswert ist vielleicht noch die Tatsache, dass der Mörder von Jo Cox wiederholt "Britain First" gerufen haben soll und mit der Gruppierung zu tun haben soll.
    48 3 Melden
  • glüngi 30.11.2017 00:11
    Highlight Highlight Die welt ist eine shitshow und alle schauen zu.
    42 0 Melden
  • panaap 30.11.2017 00:05
    Highlight Highlight Was habt ihr denn erwartet?
    30 0 Melden
  • Der Tom 30.11.2017 00:00
    Highlight Highlight Auch das wird ihm kaum schaden. Den werden wir nicht mehr los. Ich bin mir sicher, dass er wieder gewählt wird. Er wird sogar noch versuchen länger als die max. 8 Jahre im Amt zu bleiben.
    24 4 Melden
  • flyingdutch18 29.11.2017 23:52
    Highlight Highlight Das er ein Rassist und weisser Suprematist ist, wissen wir schon lange. Seine Retweets sind schockierend, aber nicht überraschend.
    48 4 Melden
    • MindCore 30.11.2017 11:15
      Highlight Highlight Gegen eine Religion, und somit Kultur zu sein, macht einem nicht zu einem Rassisten. Bitte zur korrekten Definition von Rassismus zurückkehren.
      3 20 Melden
  • LandeiStudi 29.11.2017 23:31
    Highlight Highlight Ist jetzt die 3458. rote Linie definitiv überschritten hat und hat das jetzt wirklich Konsequenzen für Trump?
    111 8 Melden
    • Walter Sahli 29.11.2017 23:50
      Highlight Highlight Nope! Denn gegen unten gibt es keine Grenze. Und dort, wo wir Durchschnittsschweizer das blanke Nichts vermuten, befinden sich die Trump Groupies.
      61 3 Melden
  • Pana 29.11.2017 23:28
    Highlight Highlight Der senile Opa von der lokalen Pegida Facebook Gruppe hat wieder zugeschlagen. Ach ne, war bloss Trump auf Twitter.
    139 8 Melden
  • pamayer 29.11.2017 23:20
    Highlight Highlight Danke für den Artikel.
    Und danke, dass ihr besagtes Video NICHT zeigt.
    155 10 Melden
  • chnobli1896 29.11.2017 23:13
    Highlight Highlight Gestern beim Indianer Artikel hat doch jemand gefragt wie der Trump das noch unterbieten will? Voila...
    279 8 Melden
    • McStem 29.11.2017 23:58
      Highlight Highlight Mir graut schon vor der nächsten unterbietung.
      33 2 Melden
  • N. Y. P. D. 29.11.2017 23:05
    Highlight Highlight Herr Köppel ?

    Jetzt aber ist die Schmerzgrenze überschritten, oder ?
    Es ist jetzt zu 100% Tatsache. Ein Rassist sitzt im Weissen Haus.

    Herr Köppel ? Sie wollen es wohl aussitzen ? Distanzieren Sie sich endlich von Donald Trump. Ansonsten muss man Ihnen ab jetzt vorwerfen Rassismus zu tolerieren.
    350 66 Melden
    • roger.schmid 29.11.2017 23:24
      Highlight Highlight Köppels kann sich schlecht von Rassismus distanzieren - damit würde er einen Grossteil seiner Wähler irritieren..
      193 15 Melden
    • jruf 30.11.2017 08:27
      Highlight Highlight Ach ja klar, und dass der Präsident der Vereinigten Staaten solch hasserfüllte und rassistische Nachrichten verbreitet ist wohl unwesentlich...
      36 3 Melden
    • Echo der Zeit 30.11.2017 09:50
      Highlight Highlight Vergessen kann man das - Die Nationalistischen Feuermacher Freuen sich über Trumps Tweets - Köppel wird jeden Tweet von Trump Feiern.
      9 1 Melden
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«Trump wird die Macht teilen müssen – und dann sterben»

Eine politische Analyse der etwas anderen Art: Martin Zoller kann anhand der Analyse der Aura eines Menschen seine Zukunft sehen. So hat er die Wahl von Donald Trump richtig vorausgesagt. Jetzt allerdings scheint sich das Blatt zu wenden: Die Demokraten werden gemäss Zoller die Midterms gewinnen – und Trump wird noch vor Ablauf seiner ersten Amtszeit sterben.

Sie haben die Wahl von Donald Trump vorausgesagt. Wie ist Ihnen das gelungen? Schon 2014 wusste ich, dass Hillary Clinton keine Chance haben wird. Ich sah im Sommer dieses Jahres einen Mann als kommenden Präsidenten. Als Trump von den Republikanern zum Präsidentschaftskandidat erkoren wurde, war mir klar, dass er auch gewählt werden wird. Ich habe das damals schon in verschiedenen TV-Interviews ausgeführt.

Wie kommen Sie zu solchen Aussagen? Machen Sie politische Analysen und verbinden diese …

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