Schweiz
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Zugwagons mit Repeatern werden seit geraumer Zeit gekennzeichnet. Bild: KEYSTONE

Handyempfang

Liebe SBB, wieso müssen wir bis 2020 warten, bis wir in der S-Bahn Handyempfang haben? Und wo ist das WLAN?

Wie die SBB heute bekannt gab, soll der Handyempfang bis Ende 2020 auch in Regionalzügen verbessert werden. Unklar ist jedoch, wann und ob das WLAN im Zug kommt.

02.09.14, 16:06 02.09.14, 16:54
Oliver Wietlisbach, Gelöschter Benutzer

Ursprünglich wollten die SBB 58 Doppelstockzüge mit WLAN ausrüsten. Aus Kosten-Nutzen-Gründen wurde der Plan aber bereits Anfang 2013 fallen gelassen. Ein WLAN mache die Kunden noch längst nicht glücklich, sagte SBB-Chef Andreas Meyer Ende 2013 im Interview mit «20 Minuten». Denn entscheidend sei, wie gross die Bandbreite zum nächsten Mobilfunkmasten ist. 

Die SBB gehen daher einen anderen Weg: «Um den Empfang in den Zügen zu verbessern, rüsten wir mit Hochdruck sämtliche Wagen im Fernverkehr mit 3G/4G-Verstärkern aus. Und wollen bis 2020 auch die S-Bahn-Kompositionen auf gutes Surfniveau bringen», sagte Meyer. 

Die drei Mobilfunkbetreiber Swisscom, Orange und Sunrise haben am Dienstag in einer gemeinsamen Medienmitteilung genau dieses Vorhaben beschlossen. Sie wollen dazu rund 1700 Zugwagen, vom Regionalexpress bis zur S-Bahn, mit sogenannten Repeatern ausstatten, die das Funksignal im Zugwagon verstärken. Kosten soll der Ausbau 300 Millionen Franken und soll durch Bund, Kantone und die Mobilfunkanbieter bezahlt werden.

Meyer hält von kostenpflichtigem WLAN wenig

«Wo WLAN im Zug draufsteht, ist noch lange keine schnelle Internetverbindung drin.»

Andreas Meyer, SBB-Chef

Bild: KEYSTONE

In Deutschland und Österreich rüsten die Bahnen immer mehr Waggons mit teils kostenpflichtigem WLAN aus. Davon hält Meyer wenig: «Wo WLAN im Zug draufsteht, ist noch lange keine schnelle Internetverbindung drin», sagte der SBB-Chef gegenüber «20 Minuten». Stichprobenmessungen der SBB im Ausland hätten ergeben, dass der Internetempfang der 3G/4G-Antennen in Schweizer Zügen deutlich besser sei als in ausländischen, mit WLAN ausgerüsteten Hochgeschwindigkeitszügen. 

Einfach ist der Ausbau der Funkverstärker jedoch nicht, wie Lea Meyer, Pressesprecherin der SBB, gegenüber watson erklärt: «Das ist technisch eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, insbesondere wegen des Zugtempos, der Datenmenge und der Anzahl der Nutzer.» Dies sei mitunter ein Grund, wieso der Ausbau bis Ende 2020 dauere. 

Dass aufgrund der langen Umsetzungszeit der technologische Fortschritt der Mobilfunktechnologie vernachlässigt wird, sei jedoch kein Problem, sagt Swisscom-Pressesprecher Olaf Schulze: «Die Repeater verstärken die einzelnen Frequenzen, sind damit also technologieunabhängig.» 

«Die Kantone bestellen und bezahlen die Züge und den Komfort, den sie wollen, die SBB ist lediglich Anbieterin.»

Lea Meyer, SBB-Pressesprecherin

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Bevor der Ausbau in Angriff genommen wird, muss in den nächsten Monaten die Finanzierung geklärt werden. Da der Regionalverkehr Sache der Kantone sei, müsse man den Kontakt zu den Kantonen und zum Bund suchen. «Die Kantone bestellen und bezahlen die Züge und den Komfort, den sie wollen, die SBB ist lediglich Anbieterin», betont Meyer. Bezüglich Verteilung der Kosten haben die SBB mit den Mobilfunkanbietern Stillschweigen abgemacht.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • inmi 03.09.2014 16:22
    Highlight Muss ja wirklich nicht sein, "Gratis" ist WLAN sowieso nie... Und dann wieder über Billet Preiserhöhungen jammern...
    1 1 Melden
  • Zeit_Genosse 03.09.2014 10:24
    Highlight Wenn man alles möglich machen will das möglich ist, dann gerät man in eine selbstinduzierte Spirale. Man generiert immer neue Ansprüche. Zum Teil ohne ein Mehrheitsbedürfnis. Fazit: Man muss nicht alles tun nur weil man es könnte.
    2 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 02.09.2014 23:21
    Highlight Muss man wirklich immer und jederzeit online sein? Ehrlich gesagt nerven mich die neurotischen Dauertelefonierer im Zug. Meinetwegen könnte es auch noch bis 2080 gehen.
    16 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.09.2014 06:29
      Highlight ...oder wollte ich "notorische Dauertelefonierer" schreiben? Oft stimmt beides ;)
      6 0 Melden
    • Tobymac 03.09.2014 07:42
      Highlight Meine Worte, muss man wirklich über immer sofort FB und den ganzen Schrott verfügbar haben?

      -ich nicht.
      4 1 Melden
    • Zappenduster 03.09.2014 10:01
      Highlight Einer der grossen Vorteile des ÖV`s ist doch das man im Zug arbeiten kann, Züri-Bern zb. und ja dazu braucht es meistens eine Internetverbindung. Fakt ist auch das grade bei jüngeren keine Zeitung mehr gekauft wird sonder eine App gestartet wird. Eine Flächendeckende Datenverbingung im ÖV sollte/muss bis 2020 schon Stand der Technik sein. Ob mans braucht oder nicht kann ja dan jeder für sich entscheiden...

      Im Bericht geht es übrigens Hauptsächlich um die Datenverbindung, dauertelefonieren ist ohnehin schon möglich. (+/-)
      5 3 Melden
    • Sagitarius 03.09.2014 10:11
      Highlight Ja aber!
      Ich nutze oft die Zeit im Zug um zu arbeiten....
      ... soll heissen Mails, Internet und ja, auch Telefon.

      Und da nervt die teilweise grottenschlechte Qualität der SBB wirklich!

      Im übrigen gebe ich Dir recht! Was man da teilweise mitbekommt....
      3 4 Melden
  • Gelöschter Benutzer 02.09.2014 22:43
    Highlight Luxusprobleme
    11 2 Melden

«Die Verschwörungs-Szene wird grösser, aggressiver und beängstigender»

In der «Arena» ist Roger Schawinski auf Daniele Ganser gestossen und war schockiert: Er hat erkannt, dass sich auch in der Schweiz eine Verschwörungsszene gebildet hat, welche die Nato hasst, Putin verehrt und die Grenzen zwischen Alt-Stalinisten und Neo-Faschisten aufhebt. Seinen Schock hat Schawinski im Buch «Verschwörung!» verarbeitet. 

Das Buch heisst zwar «Verschwörung», aber eigentlich geht es um Daniele Ganser. Haben Sie ihn schon vor der legendären «Arena»-Sendung gekannt?Ich hatte von ihm gehört, persönlich gekannt hatte ich ihn nicht.

Und hat er Sie beeindruckt?Nein, aber die Folgen der Sendung haben mich aus den Socken gehauen. Ich wurde massiv attackiert, obwohl ich nur die zweite Geige neben Jonas Projer gespielt habe.  

Eine ungewohnte Rolle für Sie. Trotzdem wurde ich mit Protesten zugemüllt, wie andere …

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