Wirtschaft
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German Chancellor Angela Merkel, right, reaches out to shake hands with French President Emmanuel Macron after addressing a media conference at an EU summit in Brussels on Friday, Dec. 15, 2017. European Union leaders were set Friday to authorize a new phase in Brexit talks as time runs short to clinch an agreement on future relations and trade with Britain before it leaves the bloc in March 2019. (AP Photo/Geert Vanden Wijngaert)

Weisen Europa den Weg: Angela Merkel und Emmanuel Macron. Bild: AP/AP

Europa ist wieder sexy

Die Wirtschaft kommt in Fahrt und der politische Wind scheint gedreht zu haben: EU und Euro gewinnen an Beliebtheit. Emmanuel Macron und Angela Merkel werden zu neuen Hoffnungsträgern.

18.12.17, 13:35 19.12.17, 05:32


Wer derzeit von Profis einen Anlage-Tipp will, erhält mit grösster Wahrscheinlichkeit die Antwort: Kauf europäische Aktien. Europäische Aktien? Richtig gehört. «Besonders gut sieht es für die Aktien in der Euro-Zone aus», schwärmt die Bank Pictet in ihrem Ausblick fürs nächste Jahr. Und was ist mit Euro-Krise, Griechenland, Austeritätspolitik und den «kranken Männern» Frankreich und Italien? Alles vergessen oder was?  

«Europa fühlt sich nicht mehr an wie ein Kontinent, der am Boden liegt.»

Philip Stephens

Nein, aber das war gestern. Die aktuelle Situation in Europa fasst Philip Stephens in der «Financial Times» wie folgt zusammen: «Die Arbeitslosigkeit fällt und die Investitionen steigen. Griechenland ist keine Gefahr mehr für den Kollaps der Eurozone. Die Zuwanderungskrise mindert sich. Und es besteht starke Hoffnung, dass Paris und Berlin die französisch-deutsche Freundschaft wieder neu aufleben lassen. Kurz: Europa fühlt sich nicht mehr an wie ein Kontinent, der am Boden liegt.»  

Zu gut um wahr zu sein?

Die aktuellen Zahlen sind so gut, dass man zunächst seinen Augen nicht trauen mag: Das Wirtschaftswachstum auf dem angeblich so maroden alten Kontinent übertrifft derzeit gar das amerikanische, die Arbeitslosigkeit ist auf dem tiefsten Stand seit 2009. Dafür befinden sich Konsumenten- und Einkaufsindices der Unternehmen auf Höchstständen.  

epa05003072 Analysts work in the market services surveillance center of the French stock market operator Euronext, in the business and financial district La Defense, in Courbevoie, near Paris, France, 30 October 2015. Euronext is a Amsterdam-based pan-European stock market operating the exchange markets in Amsterdam, Brussels, Lisbon and Paris.  EPA/IAN LANGSDON

Pariser Börsenhändler. Der CAC befindet sich im grünen Bereich. Bild: EPA/EPA

Alles paletti somit? Nicht ganz. Es gibt einen Verlierer, und der heisst Grossbritannien. Es wird immer deutlicher, dass der Brexit zumindest wirtschaftlich keine gute Idee war. Thomas Sampson hat zusammen mit seinen Kollegen von der London School of Economics ein Zwischenfazit erstellt. Es ist ernüchternd ausgefallen. «Der Brexit hat den durchschnittlichen Angestellten rund einen Wochenlohn gekostet», stellt er in der «Financial Times» fest. Schuld daran sind verpasstes Wachstum und steigende Inflation.  

Zu einem ähnlichen Befund kommt Jonathan Portes, Ökonomieprofessor am King’s College in London. «Der Brexit hat das Vereinigte Königreich einen Wachstumsverlust von rund einem Prozent des Bruttoinlandsprodukt gekostet», stellt er ebenfalls in der «Financial Times» fest.  

epa06389509 British Prime Minister Theresa May arrives at the European Council meeting in Brussels, Belgium, 14 December 2017. EU leaders gather to discuss the most compelling matters in terms of migration, defense foreign affairs, education, culture, social issues and 'Brexit' negotiations.  EPA/FRANCOIS LENOIR / POOL

Von der eigenen Partei zurückgepfiffen: Premierministerin Theresa May. Bild: EPA/REUTERS POOL

Auf der britischen Insel macht sich denn auch so etwas wie Reue breit. Eine Mehrheit würde heute gegen den Brexit stimmen, sagen jüngste Meinungsumfragen. Im Parlament versuchen derweil gemässigte konservative Stimmen, das Schlimmste zu verhindern und wenigstens einen «weichen» Brexit zu ermöglichen.

Junge Konservative wollen einen weichen Brexit

Mit Stimmen aus ihrer eigenen Partei wurde Premierministerin Theresa May gezwungen, das Parlament letztlich über den Ausstiegsvertrag entscheiden zu lassen. Um einen weichen Brexit zu erzwingen, sind, wie der «Guardian» meldet, junge Konservative gar bereit, mit Vertretern der Labour Partei zusammenzuarbeiten.  

In Europa hofft man derweil auf das Duo Macron/Merkel. Dem jungen Präsidenten ist es in kurzer Zeit gelungen, den französischen Arbeitsmarkt zu reformieren und damit die Voraussetzungen für seine hochfliegenden Europa-Pläne zu schaffen. Macron plädiert für ein gemeinsames Budget der Eurozone, einen Eurozone-Finanzminister und ein Eurozone-Parlament.  

epa06393656 (L-R) Marine Le Pen, head of French far-right National Front (FN) party, Tomio Okamura, leader of Czech far-right Freedom and Direct Democracy party and Dutch far-right politician Geert Wilders of the PVV party attend a press conference during a conference of European right-wing party ENF, Europe Nations and Freedom, in Prague, Czech Republic, 16 December 2017. Several European leaders of national right-wing parties will deliver speeches at the conference organized by the Czech Freedom and Direct Democracy (SPD) party.  EPA/MARTIN DIVISEK

Stehen im Gegenwind: Die ewig gestrigen Rechtspopulisten Marine Le Pen & Co. Bild: EPA/EPA

Die deutsche Bundeskanzlerin will den europäischen Stabilitätsmechanismus in eine Art IWF für den alten Kontinent ausbauen. SPD-Chef Martin Schulz spricht gar von «Vereinigten Staaten von Europa», ein Ziel, das er schon 2025 erreichen möchte. Bevor man dies als reines Hirngespinst abtut, bedenke man: Das Weiterführen einer grossen Koalition ist derzeit die Option mit den grössten Chancen in Deutschland. Obwohl sie die Wahlen verloren hat, hat die SPD nach dem Scheitern der «Jamaika-Koalition» eher mehr Macht als zuvor.  

Kommt dazu, dass Angela Merkel ihre letzte Amtsperiode absolviert und der Welt ein Vermächtnis hinterlassen will. Gut möglich, dass sie ihren vorsichtigen Pragmatismus zugunsten eines gestärkten Europas über Bord werfen wird. Im Frühling 2017 hat Macron mit seinem spektakulären Wahlsieg Europa aus seiner Dauer-Depression gerüttelt. Wird er es nun zusammen mit Merkel zu neuer Grösse führen?

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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53
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53Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Matti_St 19.12.2017 01:40
    Highlight Interessant wie viele hier den Unterschied zwischen EU und Europa nicht auf die Reihe kriegen.
    Aber Europa ist alles andere als sexy. Europa braucht eine starke Gesellschaft-Liberale Macht, die Gerechtigkeit, zwischen den elitären Personen und den "normalen" Bürger, wiederherstellt. Trotzdem scheint aber Europa nicht dazu bereit zu sein. Sonst würden die rechts-populistischen Parteien nicht einen solchen Zuwachs haben. Schlagworte scheinen wichtiger als Inhalt zu sein. Anderseits gibt es keine Partei, weit und breit, die die Macht wieder an die Bürger zurück geben will.
    15 13 Melden
    • Fabio74 19.12.2017 07:24
      Highlight Selber mit inhaltsleeren Schlagworten un dich werfen, aber genau anderen dies vorwerfen.
      In der Schweiz hat der Bürger die grösste Macht und er wählt Parteien, die den einfachrn Bürger nicht vertreten, sondern jene die für Konzerne und Reiche Politik machen
      8 15 Melden
  • Raphael Stein 19.12.2017 01:35
    Highlight Mit einem Satz,

    es spinnen bald fast alle.

    Mir kommt bei solchen Berichten immer der ulkige Professor Mausfeld in den Sinn.



    12 3 Melden
  • seventhinkingsteps 19.12.2017 00:02
    Highlight Gehört es auch zum Merkelschen Pragmatismus, die jährliche Diskussion über die Armutsstatistik im Bundestag einfach nicht durchzuführen?
    17 2 Melden
  • seventhinkingsteps 18.12.2017 23:58
    Highlight > Gut möglich, dass sie ihren vorsichtigen Pragmatismus zugunsten eines gestärkten Europas über Bord werfen wird.

    Gehört zum vorsichtigen Pragmatismus auch die Zusammenarbeit von Milizen in Lybien mit der lybischen Regierung und der italienischen Küstenwachte mit dem Ziel Flüchtlinge an der Überfahrt zu hindern zu tolerieren, weil dadurch die Anzahl Asylbewerber in Deutschland zurückgeht?

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/fluechtlinge-was-steckt-hinter-der-libyschen-miliz-brigade-48-a-1164878.html
    6 9 Melden
  • Str ant (Darkling) 18.12.2017 21:23
    Highlight Die sexy EU die gerade Glyphosat weiterhin zu gelassen hat.

    Die sexy EU die dem Link an den Kragen will,

    Die EU wäre sexy gewesen wen die dem Geo-IP blocking ans Leder gegangen wäre.
    20 3 Melden
  • Juliet Bravo 18.12.2017 19:50
    Highlight Vielleicht nicht gerade sexy. Aber wenn ich mir so überlege, was Europa seit dem Zweiten Weltrieg erreicht hat – D/F–Freundschaft, EWG, EG, EU, zusammen mit den Assoziierten (EWR Länder und CH), kann ich nur den Hut ziehen.

    Ich sehe die EU mit ihren Defiziten und Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten gleich wie Andi Gross. In Richtung Schweiz könnte es institutionell gehen.
    15 27 Melden
  • hcb78 18.12.2017 19:25
    Highlight Europa ist war und wird immer „sexy“ bleiben. Nur wohlstandsverwahrloste Wutbürger sind jeweils gegen das Erfolgsmodell Europa am stänkern. Was jeweils vergessen wird: über 60 Jahre FRIEDEN in Westeuropa! Danke dafür Europa!
    51 55 Melden
    • Raembe 18.12.2017 21:47
      Highlight Europa ost sexy?? Sag das mal dem nach rechts gerückten Osten, den jugendarbeitslosen in Frankreich, Irland und Italien oder den pleiten Spaniern, Griechen und Zyprioten. Nur weil es einer handvoll Staaten in Europa hervoragend geht, würd ich die grossen Probleme nicht vergessen.
      27 10 Melden
    • Fabio74 19.12.2017 07:26
      Highlight @raembe Für die Zustände in diesen Ländern sind in allerersten Linie diese Länder selber verantwortlich.
      Dies sollte der erste Schritt sein und weg kommen vom dumpfen EU-Bashing
      8 10 Melden
    • _kokolorix 19.12.2017 07:28
      Highlight @Raembe
      Wie sagt man so schön? Jedes Volk hat die Regierung die es verdient.
      Nachdem Frankreich jahrzehntelang von unfähigen und korrupten Regierungen sämtliche Neuerungen verpasste, wählen ausgerechnet die Osteuropäer unverdrossen Naziparteien, welche alle Fehler von Westeuropa unbedingt noch einmal machen wollen. Italiens Berlusconi wurde mit Glanzresultaten gewählt, die Spanier haben begeistert jede Spekulationsblase mitgefeiert und die Griechen schieben unbeirrt für jeden Wunsch ein Fakelaki unter dem Tisch durch.
      Man kann nur hoffen, dass die Europäer doch noch erwachsen werden
      5 3 Melden
  • simiimi 18.12.2017 19:15
    Highlight Das Urteil über dem Brexit finde ich verfrüht, denn er ist ja noch nicht einmal erfolgt. Eine seriöse Einschätzung ist erst frühestens 10 Jahre nach Eintreten des Brexits möglich.
    34 13 Melden
  • sowhatopinion 18.12.2017 17:30
    Highlight Die Wirtschaftsdaten und vorlaufenden Indikatoren zeigen ein klares Bild das ist gut so und Europa ist wieder "en vogue". A propos "en vogue", ja Macron macht es politisch richtig gut, wunderbar. Doch der Schein trügt, die Verschuldung steigt weiter, Deutschland nach 11 Jahren Untätigkeit unter Merkel weiterhin füh-rungs- und ohne BO hilflos. Der Osten driftet weiter nach rechts, GB verab-schiedet sich von der EU und wird nach einer Durststrecke von 10 Jahren wohl stärker denn je. Die EU reguliert gerade alle erdenklichen Lebensbereiche. Ge-niessen wir die Party, der Kater ist uns gewiss.
    28 15 Melden
  • durrrr 18.12.2017 16:54
    Highlight "Und was ist mit Euro-Krise, Griechenland, Austeritätspolitik und den «kranken Männern» Frankreich und Italien? Alles vergessen oder was? Nein, aber das war gestern."
    Ja stimmt! Den Südeuropäern geht es wieder sehr gut! Keine massiv hohe Arbeitslosigkeit , keine Jugendkriminalität mehr. Alles Schnee von Gestern. Friede, Freude Eierkuchen!
    Selten so einen undifferenzierten Beitrag gelesen. Gerade wenn man seine gesamte Einschätzung eines Kontinents von einem Kolumnist aus einer londoner Wirtschaftszeitung abhängig macht, welche jetzt nicht gerade sehr objektiv ist im Bezug auf EU und Brexit.
    51 16 Melden
  • Lowend 18.12.2017 16:43
    Highlight Todgesagte leben länger und vermutlich wird die EU noch viele ihrer hasserfüllten Angreifer vom rechten Rand überleben, denn unter dem Strich ist eine prosperierende EU für die Völker Europas tausendmal besser, als wenn die Völkischen ihre jeweiligen Nationen zugrunderichten.

    Die meisten Europäer wissen das genau und die anderen müssen es sonst auf die harte Tour lernen, denn wie heisst es so schön? Rechte Populisten bekämpft man am besten, in dem man ihnen Regierungsverantwortung gibt.
    50 52 Melden
  • Triumvir 18.12.2017 16:33
    Highlight Ja, ja, schon klar. Ausgerechnet die "Financial Times" und irgendwelche unbekannte Bankenfuzzis sind ja totale Profis, was Anlagetipps für das Jahr 2018 betrifft...Da ist ja der orange Potus aus Übersee noch glaubhafter, wenn er seine Wirtschaftsprognosen und anderen Müll in die Welt hinausposaunt...:-P
    30 16 Melden
  • Luca Brasi 18.12.2017 16:17
    Highlight Wenn Europa so sexy wäre, dann müssten ja bei den kommenden Wahlen in Italien die Wähler klar pro-europäische Parteien wählen.

    Na ja...
    38 9 Melden
    • DerTaran 19.12.2017 05:31
      Highlight Die italienische Politik ist (und war es schon immer) ein Drama für sich.
      5 4 Melden
    • Fabio74 19.12.2017 07:29
      Highlight Dort müssrn glaub ich alle hoffen, dass Bungabunga nicht 100 wird.
      1 1 Melden
  • Goldjunge Krater, Team Selbstbestimmungsinitiative 18.12.2017 15:24
    Highlight War das sarkastisch gemeint?!

    Die EU ist eine Schande für die hart erarbeitete Demokratie in Europa... sexy geht anders... die Schweiz evtl??!!
    50 74 Melden
    • durrrr 18.12.2017 17:08
      Highlight Dann war es also eine Schande die Ostblockstaaten nach westlichem Vorbild zu demokratisieren und nicht dem russischen Joch zu überlassen??
      26 27 Melden
    • Fabio74 18.12.2017 17:11
      Highlight Die verfilzte Schweiz, mit ihrer intransparenten Parteienfinanzierung und den knapp 30% Abstimmenden als vorbildlich zu bezeichnen...eher fettgefressene und reformunfähige Lobbystenrepublik
      50 25 Melden
  • Sebastian Wendelspiess 18.12.2017 15:16
    Highlight Ähm... nein. Das glaub ich nicht.
    39 23 Melden
  • Karl33 18.12.2017 15:04
    Highlight Ich finde weder Merkel noch die EU mit den seit Jahrzehnten gewaltigen Demokratiedefiziten sexy.
    93 36 Melden
    • B-Arche 18.12.2017 15:31
      Highlight Stimmt so undemokratisch!
      Das EU Parlament wird direkt gewählt, die Kommission besteht aus den gewählten Vertreterin der Länder die dort die Wahlen gewonnen haben und dann gibt es noch EU-weite Volksabstimmungen.
      Total undemokratisch. Eine richtige Diktatur.
      40 48 Melden
    • Fabio74 18.12.2017 15:35
      Highlight Ich finde die ewig gleich langweiligen Anti-EU-Sprüche unsexy
      51 57 Melden
    • Stachanowist 18.12.2017 16:00
      Highlight @ b-arche

      "die Kommission besteht aus den gewählten Vertreterin der Länder"


      Die Mitglieder der Kommission werden von den entsprechenden Landesregierungen ernannt und vom EU-Parlament bestätigt. Gewählt wird da gar nichts.
      40 8 Melden
    • Hansdamp_f 18.12.2017 16:20
      Highlight Es ist eine Tatsache, egal ob sexy oder unsexy.

      Wenn Kritik nicht mehr erlaubt ist, ist etwas faul.
      21 6 Melden
    • B-Arche 18.12.2017 18:12
      Highlight @stachowanist
      Die Bundesräte werden auch durchs Parlament bestimmt und nicht direkt gewählt. Der Bundeskanzler wird in DE vom Parlament gewählt.
      Kommissionsmitglieder die von gewählten Vertretern gewählt werden finde ich nun nicht wirklich anders.
      13 17 Melden
    • Stachanowist 18.12.2017 18:57
      Highlight Die Bundesräte und die Kanzler werden vom Parlament *gewählt*. Die Kommissare werden von Regierungen *ernannt*. Der Unterschied zwischen Ernennung durch eine Regierung und Wahl durch ein Parlament ist bekannt, nehme ich an.
      17 5 Melden
  • N. Y. P. 18.12.2017 14:34
    Highlight Dann haben sich also alle lieb. So schön. Feststimmung allenthalben. Ponyhof EU. Einfach rührend.

    Dass aber der Hauptauslöser der Bankenkrise noch immer nicht beseitigt ist, will man einfach totschweigen.
    Klar, die Finanzpuffer der Banken mussten placebomässig höher gestellt werden.
    Dass die Banken nach wie vor ihre Risiken mit internen Modellen kleinrechnen können, scheint niemanden zu interessieren. Was nützen ein paar Milliarden Puffer, wenn man die Risiken für die Gallerie bewertet.

    Wieso wohl sind Bankaktien ständig am
    Boden ?
    47 5 Melden
  • Angelo C. 18.12.2017 14:15
    Highlight Europa ist wieder sexy, soso.... 😉 ?!

    Nun ja, wenn man das alleine an Strahlemann Macron festmachen will, während Angela Merkel durch die fehlende Regierung momentan zurückgebunden ist, dann mutet so ein Halleluja-Titel schon etwas merkwürdig an.

    Da der Brexit feststeht, der Führer der osteuropäischen Widerspenstigen-Union Orban, der sich mit den konservativen Regierungen in Polen, Tschechien und nun auch Oesterreich nicht nur in der Migrationsfrage eng verbunden fühlt, scheint dieser Jubel-Titel - wenn man vom rein oekonomischen Fortschritt mal absieht - doch einigermassen gewagt 🤔.
    252 34 Melden
    • FrancoL 18.12.2017 14:32
      Highlight Man kann ihn als gewagt betrachten, wenn die Flüchtlingsströme wieder grösser werden. Doch sonst ist die EU in einer Erholungsphase und auch die Rechtsnationalen im Osten haben ja ausser die Migrationskeule sonst schön die Hand offen und sind mehr als nur froh dass die Wirtschaft im "alten" Europa wieder anzieht. Sonst könnten man diesen EX-Ostländern einmal vorschlagen sich von ihrem Binnen-Wirtschaftsmarkt zu ernähren.
      Was mich eher beunruhigt ist, wie wenig diese Länder vom alten Westen gelernt haben, zB wie schlecht sie die Lohnnehmerklassen behandeln.
      51 33 Melden
    • phreko 18.12.2017 14:49
      Highlight Wenn man den gesammten EU-Raum anschaut, dann ist es in den USA auch Gesellschaftspolitisch noch immer weit schlimmer...
      34 24 Melden
    • B-Arche 18.12.2017 15:29
      Highlight Und welcher von diesen Visegrad-Staaten will denn auf die EU verzichten? Staaten deren Staatsbürger zu Hunderttausenden in Westeuropa leben und teilweise den Eltern noch Geld schicken? Dank Personenfreizügigkeit?
      Es gibt einen Dissens beim Flüchtlingsthema, ja. Nur ebbt das ab.
      Beim Brexit sind es gerade die Visegrad-Staaten die die Härte Barniers loben weil es auch um ihre Bürger in UK geht.
      24 22 Melden
    • FrancoL 18.12.2017 15:51
      Highlight @B-Arche; Guter und richtiger Kommentar, dem nur noch beigefügt werden kann, dass der Osten den Westen auch als Absatzmarkt braucht, der Westen hingegen den Einkauf zu einem guten Teil auch umdisponieren könnte.
      24 12 Melden
    • Gipfeligeist 18.12.2017 16:11
      Highlight Polen und Österreich bekennen sich zum Rechtsrutsch und loben die harte Abschottungpolitik von Orban... tönt richtig sexy
      25 8 Melden
  • Ökonometriker 18.12.2017 14:07
    Highlight Im Moment mag Europa wieder stabil sein, aber das strukturelle Problem von überschuldeten Staaten und einem Wirtschaftsbund ohne verbindliche zentrale Regulationsorgane bleibt.

    Die Vereinigten Staaten von Europa wären hier sogar eine mögliche Lösung. Denn damit wären die schlimmsten strukturellen Probleme behoben. Aber es wäre natürlich eine Lösung mit dem Zweihänder und ich weiss nicht, wie wahrscheinlich sie ist.
    42 17 Melden
    • FrancoL 18.12.2017 14:34
      Highlight Sie ist zur Zeit unwahrscheinlich, aber es würde auch genügen den markt ähnlich zu begehen, dh. dass der Osten sich auch beflissen würde den Arbeitsmarkt faire zu hehandeln.
      18 10 Melden
    • phreko 18.12.2017 14:51
      Highlight Ja deshalb hat ja Macron die Eurozone-Wirtschaftsregierung vorgeschlagen.
      24 5 Melden
  • Asmodeus 18.12.2017 14:04
    Highlight Typisches Bankenblahblah das sich folgendermassen übersetzen lässt.

    "Investiere in die Eurozone die ist toll."
    - "Ich dachte die wäre scheisse"
    "Ja. Aber die Alternative ist noch beschissener und wir müssen Geld verdienen"
    189 40 Melden
  • Amadeus 18.12.2017 14:01
    Highlight Ich bin einverstanden mit der ökonomischen Analyse zu Grossbritannien. Die Aussagen zur Zukunft der EU finde ich allerdings eher zu optimistisch. Es ist gut, wenn Merkel und Macron am selben Strick ziehen und Visionen haben. Aber in anderen EU-Ländern (z.B Österreich, Ungarn, Polen) sind die Regierungen eher EU-kritisch. Das soll und muss man erst nehmen.
    54 9 Melden
    • FrancoL 18.12.2017 14:35
      Highlight Du meinst zB Ungarn sollte weniger nehmen? ,-))
      18 16 Melden
    • Troxi 18.12.2017 14:50
      Highlight Österreich hat sich allerdings klar zur EU bekannt. Somit wäre es nur noch der Osten, ich möchte da aber nicht zu voreilig sein.
      http://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/neues-oevp-fpoe-buendnis-in-oesterreich-mit-bekenntnis-zur-eu-15346233.html

      Dass man aber bei der Migration Skeptisch ist werte ich jetzt nicht als Eu-kritisch.
      14 5 Melden
    • Mutzli 18.12.2017 15:00
      Highlight Das stimmt zwar, aber ich bin mir nicht sicher, ob bei den "östlichen" die Fomulierung EU-Kritisch wirklich greift (mit Ausnahme Österreichs vielleicht). Sie wettern zwar gerne gegen Immigration und dekadenten Westen zwecks Innenpolitik, aber machen trotzdem sehr gerne die hohle Hand bei Fördergelder und profitieren auch sonst sehr von der EU. Im Falle Polens z.B. werden sogar quasi im gleichen Atemzug zuerst Migranten verteufelt, um dann die UK zu kritisieren, weil sie die Massen polnischer Migranten ja nicht benachteiligen dürfen... Ein bisschen schizophren das Verhältnis ;-)
      29 0 Melden
    • Roland_Stamm 18.12.2017 15:28
      Highlight @Troxi: das Bekenntnis zu Europa war eine Bedingung von van der Bellen, da er sonst die Minister nicht angelobt hätte. Wir werden sehen, wie weit diese Europa Bekenntnis geht oder ob daraus nicht ein Visegrad Bekenntnis wird!
      10 3 Melden
    • FrancoL 18.12.2017 15:34
      Highlight @Mutzli, der Osten ist nicht nur ein bisschen schizophren. Als ich letzthin mit einem Tschechen darüber sprach, dass 1968 viele Tschechoslovaken eben auch Wirtschaftsflüchtlinge waren und ich somit diese strikte Haltung gegenüber Wirtschaftsflüchtlingen nicht verstehe, nachdem doch viele 1968 gut und gerne ausgenommen wurden, konterte er: das sei damals eine andere Sache gewesen, welche andere Sache konnte er allerdings nicht darlegen. Ähnlich sehe ich es auch mit den Ungarn, die ihre Geschichte gerne mal vergessen.
      23 8 Melden
    • Amadeus 18.12.2017 16:02
      Highlight @FrancoL
      *Ernst nehmen, muss es natürlich heissen ;-)

      @Mutzli
      Ja, die Polen haben wirklich ein komisches Verhältnis zur EU. Generell propagiert die regierende PiS-Partei eine Art "Poland first" und betont regelmässig, dass man sich von der EU nicht dreinreden lässt. Die Fördergelder will man aber trotzdem.
      13 1 Melden
    • FrancoL 18.12.2017 17:14
      Highlight @Amadeus; ich habe bewusst das Ernst weggelassen: die Ungarn sollten weniger Gelder nehmen, wenn sie denn sich so unsolidarisch zeigen, dass ist mein Ernst.
      9 5 Melden

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