Blogs
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Viktor Giacobbo, Giacobbodcast, Flavia Kleiner

Giacobbodcast

Viktor Giacobbo: «Ich weiss meist nicht, was ich fragen werde»



Jessica Francis

Seit einem Jahr produzierst du den «Giacobbodcast» für Radio 24 und watson. Wie sind die Reaktionen von Hörerinnen und Hörern?
Viktor Giacobbo:
Erfreulicherweise bekomme ich Reaktionen! Ich bin überrascht, dass so viele junge Leute Podcasts hören. Weil eigentlich ist es ja Old Fashion Radio. Zahlreiche Reaktionen hatte ich auf die allererste Folge mit Walter Thurnherr. Viele Leute wussten offenbar nicht, dass wir sowas wie einen Bundeskanzler haben in der Schweiz und dass er so einflussreich ist und man ihn deswegen als achten Bundesrat bezeichnet. Während dem Gespräch zeigt sich ausserdem, dass er Sinn für Humor hat.

abspielen

Video: watson

Zudem überraschten mich Reaktionen von Leuten, bei denen ich nie erwartet hätte, dass sie einen Podcast überhaupt bemerken würden. Es ist was anderes als eine Einschaltquote im Fernsehen, das Produkt ist für eine kleinere Nutzung bestimmt und das gefällt mir: Der «Giacobbodcast» erreicht nur die Leute, die er auch erreichen muss.

Wie ist der «Giacobbodcast»-Hörer, den du kennengelernt hast?
Der «Giacobbodcast» ist eine Plauderei unter Freunden – und sicher für Leute spannend, die Freude an spontanen Gesprächen haben. Es treffen sich zwei Menschen, die sich eigentlich schon kennen, die jedenfalls per du sind. Und der Podcast zeichnet sich aus dadurch, dass sich der Befrager auch einmischt oder sich zuweilen vom Gesprächsgast ebenfalls befragen lässt.

abspielen

Video: watson

Für einen speziellen Podcast habe ich zwei Gäste eingeladen: die befreundeten Politikerinnen Natalie Rickli (SVP) und Chantal Galladé (SP). Gemäss Reaktionen erstaunte vor allem die Tatsache, dass die beiden Freundinnen eigentlich politische Gegnerinnen sind.

Nach welchen Kriterien wählst du deine Gäste aus?
Nach Bauch. Ich überlege: Mit wem möchte ich reden? Wenn ich sowieso mit einem potentiellen Gast abgemacht habe, dann frage ich schon mal an, nehme mein Handy mit. Und vielleicht gibt es dann einen Podcast, vielleicht auch keinen.

abspielen

Video: watson

Wie überzeugst du deine Gäste?
Ich frage: Hast du Lust oder hast du keine Lust auf eine Stunde Gespräch Freestyle? Wenn sie Lust haben, frage ich: Hast du Zeit? Wenn Sie Zeit haben, dann sind sie dabei.

Wie sieht die Vorbereitung eines «Giacobbodcast» aus?
Ich bin extrem faul in solchen Dingen, lasse hier lieber Kreativität laufen. Natürlich schaue ich noch die wichtigsten Stationen und Daten an, lese nochmal ein paar Medienbeiträge über den Gast. Aber ich brauche meine Notizen während dem Gespräch praktisch nie.

abspielen

Video: watson

So weiss ich vor dem Gespräch auch meist nicht, was ich fragen werde. Ob das Gespräch dann lustig wird, informativ oder ob sich ein kleiner Fight entwickelt, das lassen wir offen – und genau das erwarten die Hörer vom «Giacobbodcast».

Wo finden die Gespräch statt?
Es sind nicht alle Orte geeignet. Ich mache ja alle Aufnahmen mit meinem Handy und zwei Ansteckmikrofonen. Das ist nicht optimal für die Qualität, aber es gehört zur Authentizität – selbst wenn die Tonqualität dann etwas darunter leidet. Ein paar Hörer haben das auch schon beanstandet. Das nahm ich dann auf meine Kappe.

Bild

Mit einem iPhone und zwei Ansteckmikrofonen produziert Viktor Giacobbo den «Giacobbodcast». Bild: zvg/ Viktor Giacobbo

Was passiert, wenn das Gespräch harzt?
Dann sagen wir: «Es harzt, lass uns aufgeben, wir machen es ein andermal und gehen jetzt was trinken!» Das ist bisher noch nicht passiert, aber so könnte ich es mir vorstellen, wenn es richtig harzen würde. Und sonst habe ich die Freiheit, das Harzen zum Thema zu machen. Und das ist dann oft unterhaltender, als wenn man so tut, als würde man Themen abarbeiten.

abspielen

Video: watson

Wer steht auf der «Giacobbodcast»-Wunschliste 2019?
Der Papst.

Wirklich?
Nein, selbst wenn er wollen würde, wäre es eine schlechte Idee. Erstens will ich ja Schweizerdeutsch reden und mit dem Gast per Du sein. Ausserdem wären die Erwartungen zu hoch!

Manche Gäste (etwa der Ausserrhoder FDP-Ständerat Andrea Caroni oder Moderatorin Mona Vetsch) drehen den Spiess und stellen ganz viele Gegenfragen. Was darf man Viktor Giacobbo nicht fragen?
Man kann mich restlos alles fragen. Die Frage ist einfach, wie ich antworte, ob ich antworte oder ob ich daraus etwas mache, indem ich es nicht beantworten will.

abspielen

Video: watson/Viktor Giacobbo

Schon mal Podcast-Träume gehabt?
Nein, meine Albträume beziehen sich aufs Theater. Es ist immer der gleiche Albtraum: Ich bin irgendwo hinter der Bühne, voller Saal und ich hab' ein ganz dickes Skript vor mir und denke, dass ich das noch einmal anschauen müsste – habe aber keine Ahnung vom Text. Sonst habe ich keinerlei Podcast-, Radio- oder Fernseh-Ängste.

Was ist für dich ein gelungener Giacobbodcast?
Wenn es mir und meinem Gast oder meinen Gästen Freude gemacht hat und sich die Zuhörer gut unterhalten haben und möglicherweise noch etwas Erstaunliches erfahren haben. Dann ist es ein gelungener «Giacobbodcast».

abspielen

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

ÖV-Branche verliert Dutzende Millionen

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Waadt mit den meisten positiv Getesteten – so ist die Corona-Situation in den Kantonen

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Hipsterlitheater

12 Kärtchen für genervte Kleinkind-Mütter

«Sollte das Kind nicht längst im Bett sein?» «Mein Fluppi konnte mit einem Jahr schon gehen.» Fremde Menschen, die Grosseltern, der eigene Partner und Freunde – alle wissen sie es besser als die Mutter des Kindes und überschreiten dabei unzählige Grenzen. Doch jetzt gibt es ein Gegenmittel.

Ich habe mit zahlreichen Kleinkind-Müttern über das Mom-Shaming und andere unangenehme Begegnungen im Alltag gesprochen. Daraus sind zwölf hoffentlich hilfreiche Antwortkärtchen entstanden, die ihr den Besserwissern und Grenzüberschreitern fortan wortlos in die Hand drücken könnt. Ausdrucken, ausschneiden und austeilen.(Und selbstverständlich folgen auch schon bald die «Kärtchen für genervte Kleinkind-Väter».)

Herzlichen Dank an alle interviewten Mütter für ihre ehrlichen, teils …

Artikel lesen
Link zum Artikel