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China steckt laut Informanten hinter massivem iPhone-Hackerangriff

Uyghurs people demonstrate against China during the Universal Periodic Review of China by the Human Rights Council, on the place des Nations in front of the European headquarters of the United Nations ...
Von Chinas Geheimpolizei bespitzelt und überwacht: Uiguren demonstrierten 2018 in Genf.archivBild: AP/Keystone

Wer hinter dem massiven iPhone-Hackerangriff steckt – blieben Android-User «verschont»?

Die Anzeichen mehren sich, dass die chinesische Regierung mit dem Hackerangriff ein klares Ziel verfolgte. Und Android-User sind auch im Visier.
01.09.2019, 09:3802.09.2019, 06:09

Update: Laut einem Forbes-Bericht vom Sonntagabend wurden auch Android-Smartphones und Windows-Computer über die manipulierten Webseiten attackiert.

Die ursprüngliche Story:

Der massive Hackerangriff auf iPhone-User hat sich gezielt gegen eine ethnische Minderheit in China gerichtet, nämlich gegen das Volk der Uiguren. Dies haben Informanten gegenüber dem US-Techblog Tech Crunch bestätigt, nachdem es bereits entsprechende Vermutungen gegeben hatte.

Tech Crunch schreibt:

«Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, sagen, dass die [manipulierten] Websites Teil eines staatlich unterstützten Angriffs waren – wahrscheinlich China – der darauf abzielte, die uigurische Gemeinschaft in der Provinz Xinjiang anzugreifen.»
quelle: techcrunch.com

Der US-Journalist, der den «Exklusiv»-Bericht in der Nacht auf Sonntag publiziert hat, gibt seine Quellen nicht preis, sie dürften aus dem Umfeld von Google stammen.

Im Tech-Crunch-Bericht heisst es, der örtlich begrenzte iPhone-Hackerangriff sei Teil der jüngsten Bemühungen der chinesischen Regierung, gegen die muslimische Minderheit vorzugehen. Im vergangenen Jahr hatte Peking mehr als eine Million Uiguren in Internierungslagern festgehalten, so ein Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen.

Google-Sicherheitsforscher hatten am Freitag den iPhone-Hackerangriff publik gemacht – und wichtige Details verschwiegen. So gaben sie nicht bekannt, unter welchen Internet-Adressen (Domains) die manipulierten Webseiten zu erreichen waren. Beim Aufrufen wurden iPhones automatisch gehackt und heimlich eine Spionage-Software installiert.

Die bis dato unbekannten Angreifer verschafften sich so ungehinderten Zugriff auf das iOS-Betriebssystem, konnten die Nachrichten und Passwörter eines Opfers lesen und seinen Standort praktisch in Echtzeit verfolgen. Sprich: Es war eine Massenüberwachung möglich. Wobei vergleichsweise sehr wenige Leute in China ein iPhone nutzen ...

Auch Android-Smartphones ausgespäht

Fragt sich: Warum waren nur iPhone-User in diesem Teil Chinas das Angriffsziel und warum wurden keine Hackerangriffe gegen Android-Smartphones publik?

Die Google-Sicherheitsforscher haben in ihren ausführlichen Blog-Postings jedenfalls kein Wort darüber erwähnt, ob die manipulierten Webseiten auch Android-Geräte hackten.

Plausible Erklärung: Die chinesische Regierung muss Android-Smartphones gar nicht hacken, um die User zu überwachen, weil sie auf anderem Weg Zugriff hat: Auf den Mobilgeräten der Besucher und der Einheimischen wird beim Grenzübertritt eine Ausspäh-App installiert, die anschliessend alle Informationen und Daten an die Polizei sendet.

«Die App greift einen Grossteil der Daten auf dem Handy ab. Darunter Kalendereinträge, Anruflisten, Kontakte und SMS, ferner die Log-in-Daten chinesischer Social-Media-Accounts. Auch die Profilbilder aller Kontakte auf dem Smartphone werden kopiert. Die Daten werden an einen lokalen Server gesendet (...).»

Im Juli hatten westliche Journalisten enthüllt, wie die chinesische Regierung die Überwachungsmassnahmen massiv ausgeweitet hat. Recherchen der «Süddeutschen Zeitung» und anderer Medien belegten, dass auch systematisch Ausländer an den Grenzen zu Xinjiang ausgespäht werden.

Seit Mitte 2017 würden Angehörige der muslimischen Minderheit gezwungen, die Android-App zu installieren. Ungefähr gleich lang soll auch der Hackerangriff auf iPhone-User laufen, wie die Google-Sicherheitsforscher berichtet haben.

Verwendete Quellen:

(dsc)

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