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epa07621581 The Chinese national flag and surveillance cameras are seen on Tiananmen Square in Beijing, China, 30 May 2019 (issued 03 June 2019). This year, 04 June 2019 marks the 30th anniversary of the 1989 Tiananmen Square protests. Between 15 April and 04 June 1989, students, intellectuals, and activists engaged in a series of demonstrations against the Chinese Communist Party where the subsequent military crackdown by authorities caused a vast number of civilians' deaths and injuries. China's Defence Minister Wei Fenghe defended the crackdown saying on 02 June 2019 at the Shangri-la Dialogue in Singapore that it was necessary to ensure the country's stability and development. While the rapid development of the economy has radically changed Chinese society and improved the standard of living for the majority of population since 1989, it comes at a price of increasing government surveillance, censorship and control in the name of 'maintaining stability'.  EPA/HOW HWEE YOUNG  ATTENTION: This Image is part of a PHOTO SET

Bild: EPA/EPA

Wenn dir die chinesische Polizei diese App installiert, hast du ein Problem

Wer auf dem Landweg in die chinesische Provinz Xinjiang einreist, wird von der chinesischen Grenzwache ausspioniert. Bei der Einreise wird heimlich eine Überwachungs-App aufs Handy geladen.



Um welche App handelt es sich?

Bild

Es ist die App rechts oben im Bild. bild: screenshot guardian

Die App heisst «Fengcai» – zu Deutsch etwa «sammelnde Honigbienen». Ein Tourist entdeckte sie nach der Einreisekontrolle auf seinem Handy und wurde argwöhnisch: «Wir dachten zuerst, es handle sich um einen GPS-Tracker», sagte er gegenüber dem «Guardian».

Wie kommt die App aufs Handy?

Die chinesischen Grenzbeamten verlangen von Einreisenden die Herausgabe und Entsperrung des Mobiltelefons. In einem separaten Raum wird dann die App installiert. Die Besitzer der Handys werden aber darüber nicht ausdrücklich informiert. Alle bestätigten App-Installationen befanden sich auf Android-Handys.

Was macht die App?

Die App greift auf folgende Informationen zu:

Die App sendet diese Daten an Computer der chinesischen Grenzpolizei. Zudem gleicht die App auf dem Mobiltelefon sämtliche Inhalte mit einer Liste mit über 73'000 Dateien ab, welche auf einer schwarzen Liste stehen. Die meisten dieser Dateien stehen im Zusammenhang mit islamistischer Propaganda und Terrorismus. Aber auch aus europäischer Sicht harmlose Inhalte wie etwa Dokumente über Taiwan, Tibet oder den Dalai Lama werden gelistet.

Falls ein Reisender eine der indizierten Dateien einmal auf dem Handy gespeichert hat, löst die App einen Alarmton aus, der die Grenzwachen warnt.

Wer ist davon betroffen?

Grundsätzlich alle Touristen oder Geschäftsleute, die in die autonome chinesische Provinz Xinjiang von Kirgisistan aus einreisen. Xinjiang ist überwiegend muslimisch und wird von der chinesischen Zentralregierung seit Jahren überwacht.

Bild

Die rot eingefärbte Fläche stellt die Provinz Xinjiang dar. bild: wikimedia

Xinjiang wird mehrheitlich von Turkvölkern wie den Uiguren bewohnt. Die innenpolitische Lage ist brisant, weil der starke Zuzug von Han-Chinesen ethnisch-religiöse Spannungen entstehen lässt.

Seit längerem ist bekannt, dass die Bewohner Xinjiangs von der chinesischen Regierung mittels Apps überwacht werden, sagt Maya Wang von Human Rights Watch zum Guardian. Neu ist, dass nun offenbar auch sämtliche Ausländer, die über den Landweg einreisen, ebenfalls durchleuchtet werden.

Wie kam die Sache ans Licht?

Deutsche Touristen brachten ihre Handys zu Reportern der «Süddeutschen Zeitung» und «NDR». In Zusammenarbeit mit dem «Guardian», der «New York Times» und «Vice Motherboard» und unter Mithilfe von IT-Experten von der Ruhr-Universität Bochum nahmen sie die App auseinander und analysierten den Code. Es sei das erste Mal, dass eine chinesische Überwachungssoftware entschlüsselt werden konnte, schreibt die «Süddeutsche Zeitung».

Was sagt China dazu?

Bisher nichts. Die an den Recherchen beteiligten Zeitungen versuchten, eine Erklärung von der chinesischen Regierung zu erhalten, allerdings vergeblich. In der Vergangenheit rechtfertigte China aber die Massenüberwachung in Xinjiang damit, dass sie die Sicherheitslage in der Region massiv verbessert habe.

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