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Huawei verkauft dank P20 Pro erstmals mehr Handys als Apple

Das neue Top-Modell Huawei P20 (Pro) hat sich in den ersten drei Monaten rund sieben Millionen Mal verkauft.
Das neue Top-Modell Huawei P20 (Pro) hat sich in den ersten drei Monaten rund sieben Millionen Mal verkauft.bild: spiegel online

Huawei verkauft erstmals mehr Handys als Apple – das tot geglaubte Nokia wächst mit 782%

Huawei überflügelt Apple erstmals bei den Smartphone-Verkäufen. Marktführer Samsung schwächelt und dahinter legt die von vielen abgeschriebene Marke Nokia nach dem Neustart um 782 Prozent zu. 
02.08.2018, 13:4206.11.2018, 10:53

Apple ist zum ersten Mal seit sieben Jahren nicht mehr der zweitgrösste Smartphone-Verkäufer. Nicht weil sich das iPhone schlechter verkaufen würde, sondern weil Huawei weiter von Jahr zu Jahr kräftig wächst. Apple konnte im zweiten Quartal 2018 42 Millionen iPhones verkaufen, ein Prozent mehr als im Jahr zuvor. Huawei verkaufte 54 Millionen Android-Smartphones und legte um 41 Prozent zu.

Das ist umso beeindruckender, weil der chinesische Konzern seit diesem Jahr keine Smartphones mehr in den USA verkaufen darf. Offiziell befürchten die USA Spionage, inoffiziell dürfte Huawei ein Opfer des Handelskonflikts zwischen Trump und Peking sein.

Aus dem Zweikampf Apple-Samsung wurde ein Dreikampf.
Aus dem Zweikampf Apple-Samsung wurde ein Dreikampf.bild: canalys

Laut den Marktforschern von Canalys sollen einerseits starke Verkäufe des Premium-Smartphones P20 (Pro) die Chinesen auf Platz zwei katapultiert haben. Andererseits verkaufen sich laut Canalys auch die günstigeren Huawei-Geräte, die unter der Marke Honor vertrieben werden, sehr gut.

Besser als iPhone X und Galaxy S9? Das taugt Huaweis P20 Pro

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Besser als iPhone X und Galaxy S9? Das taugt Huaweis P20 Pro
Das ist es also: Das P20 Pro von Huawei mit der neuen Dreifach-Kamera. Ich konnte es die letzten beiden Wochen ausgiebig testen.
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Das Huawei P20 Pro verkaufe sich deutlich besser als die Vorgänger P10 und P9, heisst es im Bericht der Marktforschungsfirma. Dies dürfte nicht zuletzt an der neuen 41-Megapixel-Kamera liegen, die auch in unserem Test überzeugen konnte.

Ungefährdet auf Platz eins liegt nach wie vor Samsung. Die Südkoreaner brachten im vergangenen Quartal 73 Millionen Galaxy-Smartphones in den Verkauf. Das sind allerdings acht Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Samsung, Apple und Huawei im Vergleich von Anfang 2015 bis Mitte 2018.
Samsung, Apple und Huawei im Vergleich von Anfang 2015 bis Mitte 2018.bild: canalys

Huawei ist schon mehrere Jahre ein führender Smartphone-Hersteller in China, nun ist der Sprung nach Europa, Indien und weitere Regionen wie Russland definitiv geglückt, obwohl der Name Huawei ausserhalb Chinas vor wenigen Jahren fast unbekannt war.

Huawei hat auch eindrücklich bewiesen, dass chinesische Hersteller nicht auf den US-Markt angewiesen sind – umgekehrt ist China für den US-Hersteller Apple der wichtigste Absatzmarkt für das iPhone.

Nebst Huawei legen auch Xiaomi (ebenfalls aus China) und HMD/Nokia weiter kräftig zu: Xiaomi wächst mit 43 Prozent und ist weltweit auf Platz vier. Der chinesische Hersteller hat 31,9 Millionen Geräte verkauft, verglichen mit 21,4 Millionen im Vorjahr.

Dahinter legt die finnische Startup-Firma HMD, die grösstenteils aus ehemaligen Nokia-Mitarbeitern besteht, um 782 Prozent zu. In den letzten drei Monaten verkaufte HMD rund 4,5 Millionen Nokia-Smartphones, verglichen mit 0,5 Millionen im Vorjahr. Die Finnen sind mit ihren neuen Android-Smartphones erst seit Frühling 2017 zurück im Geschäft und lassen nach einem soliden Comeback bereits mehrere bekannte Namen hinter sich. Weltweit ist man nun auf Platz neun, in Europa auf Platz fünf.

Die Top Ten weltweit

Samsung schwächelt, Apple stagniert: Die Profiteure heissen Huawei, Xiaomi und Nokia (HMD).
Samsung schwächelt, Apple stagniert: Die Profiteure heissen Huawei, Xiaomi und Nokia (HMD).bild: counterpoint

Nokia profitiert bei seinem Comeback von der bekannten Marke und den etablierten Beziehungen zu den Händlern und Mobilfunkanbietern, die Nokia-Smartphones nur zu gerne wieder in ihr Sortiment aufnehmen, um der Marktmacht von Apple und Samsung etwas entgegenzusetzen.

Huawei und der Aufstieg von Xiaomi, Oppo, Vivo und nun auch Nokia setzt vor allem Samsung unter Druck. Die Südkoreaner haben allerdings den Vorteil, dass sie nicht primär von ihren Handy-Verkäufen abhängig sind: Samsung ist ein Mischkonzern und erzielt den Grossteil seines Gewinns mit Computerchips.

Was Samsung nebst Smartphones sonst noch so produziert.

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Was Samsung, nebst Smartphones, sonst noch so produziert.
Kriegsmaterial.Auf diesem Bild: Panzerhaubitze K-9 Thunder, die noch unter Samsung entwickelt wurde. Inzwischen wurde das zuständige Tochterunternehmen verkauft.Bild: Wikipedia
quelle: wikipedia
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Unter dem Strich dürfte auch Apple der Rückfall auf Platz drei vorerst wenig schmerzen, da man den durchschnittlichen iPhone-Verkaufspreis von rund 694 auf 724 Franken heben konnte. Die Konsumenten kaufen also nicht unbedingt mehr Apple-Handys, geben dafür aber immer mehr Geld aus und spülen dem Konzern so Jahr für Jahr mehr Geld in die Kasse.

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(oli)

Stärker mit dem Daumen als mit den Beinen

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Er erfand den sprechenden Bankomaten – das machte ihn verdächtig
Gegen alle Widerstände studiert Alireza Darvishy in Zürich Informatik, macht bei der Credit Suisse Karriere – und wird zum Pionier für digitale Barrierefreiheit.
Alireza Darvishy steht am Zürcher Central und möchte in der nahegelegenen UBS-Filiale Geld abheben. Für die allermeisten Menschen ist das Routine: Karte rein, Betrag auswählen, fertig. Für Darvishy ist es etwas komplizierter. Er lebt mit einer Sehbehinderung und nimmt durch ein eingeschränktes Sichtfeld nur Formen, Farben und Bewegungen wahr. Deshalb sucht er beim Bankomaten die Kopfhörerbuchse. So kann die Maschine mit ihm sprechen.
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