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Seit September 2016 sorgt ein mysteriöser Apple-ID-Fehler für Ärger. Nun gibt es eine plausible, aber keineswegs beruhigende Erklärung... bild: watson

Apple erschwert den Kauf/Verkauf von gebrauchten iPhones – aus Gründen 😡

Der seit iOS 8 automatisch aktivierte Diebstahlschutz ist ziemlich wirksam, weil sich gestohlene Geräte nicht mehr als «neu» verkaufen lassen. Doch nun hat Apple das Web-Tool zum Abfragen der Aktivierungssperre entfernt.



Die beunruhigende Meldung machte am Samstag die Runde: Apple habe aus unerfindlichen Gründen das Online-Tool zur Prüfung der «iCloud Activation Lock» entfernt, berichtete der Tech-Blog 9to5Mac. Seither wird im Netz spekuliert.

Über die iCloud.com-Website konnte man bei iPhones, iPads und neueren iPods den Status der Aktivierungssperre abfragen: Man tippte die Seriennummer des Geräts ein, und erfuhr umgehend vom Apple-Server, ob der Diebstahlschutz aktiviert war.

Das praktische Tool, das Occasions-Käufern viel Ärger ersparen konnte, ist seit einer Woche nicht mehr verfügbar. Wer die entsprechende Webseite aufruft, sieht eine Fehlermeldung.

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screenshot: iCloud.com/activationlock

Damit nicht genug, hat Apple in aller Stille die Support-Dokumente geändert und die Empfehlungen zum Abfragen der Diebstahlsperre aus der Hilfestellung gelöscht. So zum Beispiel auf dieser Support-Seite für Schweizer User.

Was ist da los?

watson hat bei Apple angefragt, warum das Tool zur «Activation Lock»-Abfrage nicht mehr zur Verfügung steht. Allerdings hüllt man sich am Hauptsitz in Cupertino in Schweigen.

Das ist umso störender, weil es sich bei der Aktivierungssperre für iOS-Geräte um ein sinnvolles Sicherheits-Feature handelt, das seit iOS 8 standardmässig eingeschaltet wird.

Der watson-Redaktor hatte schon anlässlich einer ausgiebigen Recherche zu iPhone-Diebstählen in der Schweiz kritisiert, dass der Hersteller (zu) zurückhaltend kommuniziere.

«Wünschenswert wäre beispielsweise ein FAQ, das fortlaufend alle brennenden Fragen und Antworten zur Sperre in allgemein verständlichen Formulierungen zusammenfasst.»

quelle: watson

Wenn Apple schweigt, schiessen die Spekulationen ins Kraut. Eine einleuchtende, aber nicht wirklich beruhigende Erklärung lieferte am Montag der Tech-Blog Mac Rumors.

Demnach spielt das Online-Tool zur Abfrage der Aktivierungssperre eine zentrale Rolle bei einem Hack, mit dem sich gestohlene iOS-Geräte wieder in Betrieb nehmen lassen.

In dem folgenden Video vom Juli 2016 (!) wird das aufwändige Entsperren («Unlock») eines iPad Air demonstriert.

Kurz zusammengefasst schaffen es die technisch versierten Angreifer, mit Spezial-Werkzeug und durch direkten Zugriff auf das Gerät, eine neue Seriennummer «einzupflanzen». Und zwar eine Seriennummer eines real existierenden Geräts, das bei Apple als «sauber» (Aktivierungssperre aus) registriert ist.

«Möglicherweise wurde das ‹Check Activation Lock Status›-Werkzeug dazu missbraucht, Seriennummern zu überprüfen, um diese dann in einem aufwendigen Prozess in geklaute iOS-Geräte ‹einzupflanzen›.»

quelle: heise.de

Wenn Kriminelle die Seriennummern von fremden Geräten «stehlen» und für eigene Zwecke missbrauchen können, dann würde dies einen «mysteriösen Apple-ID-Fehler» erklären ...

Wenn plötzlich das rechtmässig erworbene iPhone gesperrt ist

Seit Monaten beklagen iPhone-Besitzer ein beunruhigendes Phänomen. Nachdem sie auf ihrem Gerät die System-Software zurückgesetzt haben, scheitert das erneute Aktivieren. Aus für sie unerfindlichen Gründen verweigert der Apple-Server die Aktivierung und teilt mit, dass das entsprechende Gerät (bzw. die Seriennummer!) mit einer fremden Apple-ID verbunden sei...

Mögliche Erklärung: Es handelt sich um Pechvögel, deren Seriennummern zufällig von Kriminellen gestohlen wurden, um damit andere iOS-Geräte freizuschalten. Ein solcher «Identitätsklau», der laut Mac Rumors seit September 2016 für Ärger sorgt, könne nur vom iPhone-Hersteller selber wieder behoben werden. Betroffen seien die vier neusten Modelle, sprich das iPhone 6S und 6S Plus sowie das iPhone 7 und das 7 Plus.

Apple hat die «plausible Theorie» bislang nicht bestätigt, wie Mac Rumors festhält. So ist auch offen, ob das Online-Tool zur Abfrage der Aktivierungssperre erneut verfügbar gemacht wird. Das wäre wünschenswert: Wer ein gebrauchtes iPhone, iPad oder einen iPod Touch übers Internet kaufen möchte, sollte sich unbedingt vergewissern, dass keine Aktivierungssperre besteht. Und wie soll man dies tun, wenn man die Seriennummer des Geräts nicht mehr über den Apple-Server überprüfen kann?

Gebrauchte iOS-Geräte kaufen

Wer ein Occasions-iPhone oder ein gebrauchtes iPad kauft, hat es zurzeit schwerer als auch schon. Im Prinzip muss man Zugriff auf das eingeschaltete Gerät haben, um zu kontrollieren, dass keine Aktivierungssperre besteht. Wer übers Internet kauft, sollte vom Verkäufer ein Beweisfoto verlangen, das zeigt, dass das Gerät aktiviert werden kann. Wobei dieses Vorgehen natürlich keine absolute Sicherheit bringt. Rechtmässige Verkäufer sollten ihrerseits sicherstellen, dass beim Verkaufsobjekt die Aktivierungssperre aufgehoben wurde. Wer auf einen kriminellen oder nachlässigen Verkäufer hereinfällt und sich direkt an Apple wendet, erhält die Auskunft, man könne die iCloud-Sicherheitsfunktion nicht aufheben. Erforderlich seien die Apple-ID (Mailadresse) und das Passwort, um die Aktivierungssperre direkt oder über icloud.com auszuschalten.

Hast du selber negative oder positive Erfahrungen gemacht mit der Aktivierungssperre bei einem iPhone, iPad oder iPod?

Kennst du die watson-Serie zur iPhone-Diebstahlsperre?

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quelle: getty images north america / david paul morris
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