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Die Bilder der Apple-Sause
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Von iOS 10 bis Apple Pay: Das musst du über die WWDC-Keynote wissen

Apples Entwicklerkonferenz hat mit grossen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Das sind die wichtigsten Ankündigungen fürs iPhone, für Mac-Computer und die Apple Watch. Und zum sicheren Bezahldienst, der in die Schweiz kommt.
13.06.2016, 18:5420.06.2016, 10:10
daniel schurter, san francisco

Dieser Beitrag wurde während der Keynote anstelle eines Live-Tickers verfasst und nachträglich ergänzt.

Die Apple-Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco hat mit verschärften Sicherheitsmassnahmen begonnen. Das zeigten Beobachtungen rund um das Bill Graham Civic Auditorium. Ein Hundeführer war zu sehen und bei den Eingängen standen Personenschleusen respektive Metalldetektoren, um Besucher auf Waffen zu kontrollieren. In dieser Form hat das der Schreibende an einer Apple-Keynote nicht erlebt.

Abgesperrter Bereich mit Sicherheitsschleuse beim Eingang.
Abgesperrter Bereich mit Sicherheitsschleuse beim Eingang.bild: daniel schurter

Drinnen herrschte Nervosität, aber nicht wegen eines möglichen Terroranschlags, sondern aus Vorfreude auf die Show. Das Auditorium war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Aus aktuellem, traurigem Anlass gab es eine Schweigeminute.

Das sind die wichtigsten Neuerungen:

Privatsphäre und Datenschutz

Während der Keynote kam der Apple-Chef kurz darauf zu sprechen, dass Apple den Schutz der Kundendaten als zentral erachte. Immer wieder betont die Führungsriege, dass Apple kein Interesse an der Auswertung solcher Informationen habe – ein deutlicher Seitenhieb an die Adresse von Google und Co.

Dazu passt eine Neuigkeit, die es gar nicht bis in die Keynote schaffte, obwohl sie offenbar enorm viel bringt bezüglich Sicherheit: Apple hat ein neues sichereres Datei-System entwickelt. Das Apple File System (APFS) ist so konzipiert, dass es auf allen möglichen Apple-Geräten funktioniert, von der Apple Watch bis zum Mac Pro, wie 9to5Mac berichtet. Die endgültige Veröffentlichung sei für nächstes Jahr geplant.

«One More Thing»?

Zum Schluss der fast zweistündigen Veranstaltung nannte Apple-Showmann Craig Federighi die drei magischen Worte. Allerdings nicht, um ein neues Produkt vorzustellen. Es gab lediglich ein Promo-Video. Dann betrat nochmals Tim Cook die Bühne.

Und er hatte gute Nachrichten aus Sicht der Entwickler-Community, die begeistert applaudierte. Apple lanciert eine Gratis-App, damit Kinder und Jugendliche die von Apple kreierte Programmiersprache Swift spielerisch erlernen können.

Die Public-Beta-Version von «Swift Playgrounds» soll im Juli als Download verfügbar sein. Allerdings wurde nicht gesagt, wann die App auch auf Deutsch erhältlich sein wird.

Etwas Ähnliches kennen wir bereits von code.org. Apples für das iPad optimierte Lösung kommt aber attraktiver daher.

iOS 10

  • iMessage auf Steroiden: Die Chat-App wird mächtig aufgemotzt, erhält neue Features und Verbesserungen. Zum Beispiel dreimal grössere Emoji, unterschiedliche Textgrössen, «Rich Links» (direktes Einbinden von Videos) und neu sind auch Full-Screen-Effekte möglich.
  • Neue Fotos-App: Gesichtserkennung wird verbessert, dabei soll gleichzeitig die Privatsphäre geschützt sein. Die App soll auch Objekte und Orte, die auf den in der Mediathek/iCloud gespeicherten User-Fotos zu sehen sind, automatisch erkennen können. Google Photos lässt grüssen ...
  • «Raise to Wake»: Man weckt das iPhone, indem man es anhebt.
  • Sperrbildschirm: Neue Funktionen, mehr Interaktivität.
  • Siri wird für Dritt-Entwickler freigegeben.
  • Siri hilft bei Texteingaben (des Users) mit intelligenten, das heisst kontextbezogenen Vorschlägen.
  • Verbessertes Kontrollzentrum
  • Neue «Home»-App: Für technische Innovationen im Bereich Heim-Automatisierung hat Apple die HomeKit-Plattform geschaffen. Nun gibt es dafür eine eigene App, die mit iOS 10 auf dem Homescreen Einzug hält. Idee ist es, dass iPhone als Fernbedienung für Haushaltsgeräte, Beleuchtung und dergleichen verwenden zu können.
  • Apple News (weiterhin nicht offiziell in der Schweiz verfügbar) bietet neu Abos für Zeitungen und andere Medien.
  • Und viele weitere Features, die wir in Kürze vorstellen.

Apple Maps

  • Neues Design.
  • Der Kartendienst soll «voraus» denken, also zum Kontext passende Informationen automatisch anzeigen.
  • Bessere Navigations-Features: Mehr Verkehrsinfos und Details zur gewählten Route.

Apple Music

Die von vielen kritisierte Benutzeroberfläche ist überarbeitet und aufgefrischt worden. Man soll einfacher navigieren können.

  • Song-Texte lassen sich einblenden.
  • «Downloaded Music»: Über diesen neuen Tab soll man einfach sehen können, was wirklich auf dem Gerät gespeichert ist.
  • Und weitere Verbesserungen, die wir bald testen werden.

Mac-Software und Apple Pay

Craig Federighi, der bei Apple für die Software-Entwicklung verantwortlich zeichnet, stellte die Neuerungen und Verbesserungen rund um die Macs vor.

  • OS X heisst neu macOS.
  • Die neue System-Software heisst mac OS Sierra.
  • Siri kommt auf den Mac.
  • «Universal Clipboard»: Copy-Paste funktioniert neu geräteübergreifend. Man kann einen Textabschnitt auf dem iPhone markieren und kopieren, um ihn dann auf einem Mac-Computer in ein anderes Textdokument einzufügen.
  • «Apple Pay on the web»: Zum Online-Einkaufen auf Webseiten kann man neu den sicheren Bezahldienst Apple Pay nutzen und per Fingerabdruck auf dem Homebutton des iPhones bezahlen.
  • Apple Pay kommt in die Schweiz und weitere Länder. Laut Ankündigung innert Monaten, auf jeden Fall bald. Die Kreditkarten-Anbieterin Mastercard teilt mit, dass sie Apple Pay diesen Sommer in die Schweiz bringt. Und auch Inhaber einer Visa Bonus Card und Visa LibertyCard sollen ab Sommer mit dem iPhone bezahlen können (sofern es einen Fingerabdruck-Scanner besitzt).
  • macOS Sierra soll im Herbst (gratis) verfügbar sein.
Kleiner Scherz: So geht Bezahlen mit dem Mac natürlich nicht.
Kleiner Scherz: So geht Bezahlen mit dem Mac natürlich nicht.screenshot: apple

watchOS 3 (die neue System-Software)

Good News: Apps sollen endlich schneller laden respektive gestartet werden. Sprich: Wir werden das graue, sich drehende Rädchen weniger häufig auf dem Display sehen.

Neue Zifferblätter: Die Disney-Figur Minnie hält Einzug.

Notruf-Funktion und medizinische Daten: Man kann per Knopfdruck einen zuvor festgelegten Notfallkontakt anrufen, und eigene medizinische Angaben (Blutgruppe etc.) lassen sich hinterlegen.

Aktivitäts-Daten (der «Activity App») lassen sich mit anderen teilen – eine Social-Media-Funktion für Gesundheitsbewusste und Fitness-Fans, die sich gegenseitig motivieren wollen.

Tief einatmen! Bewusster atmen ist sehr gesund. Mit watchOS 3 kommt eine Funktion, die täglich zum tiefen Ein- und Ausatmen animiert und einem wenn nötig daran erinnert.

Behindertenfreundlich: Die neue «Workout»-App unterstützt auch Sportarten für Rollstuhlfahrer.

Wann? watchOS 3 soll «im Herbst» veröffentlicht werden. Mit der nächsten Generation der Smartwatch-Software werde sich die Apple Watch wie eine neue Uhr anfühlen, heisst es.

Rechts warten Entwickler auf den Einlass, links patrouilliert ein Hundeführer.
Rechts warten Entwickler auf den Einlass, links patrouilliert ein Hundeführer.bild: daniel schurter
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Rund eineinhalb Stunden vor Showbeginn ...
bild: daniel schurter

Apple TV (tvOS)

Für Apples Fernseh-Set-Top-Box gibt es diverse kleinere Neuerungen und Verbesserungen zu vermelden.

  • Neue Remote-App für Apple TV 4.
  • Siri wird mächtiger: Man kann nun auch YouTube über Sprachanweisungen durchsuchen.
  • Siri durchsucht 650'000 Serien und Filme.

Weitere Informationen gibt Apple auf dieser Webseite.

Beeindruckende Zahlen

Zum Auftakt gab Apple-Chef Tim Cook beeindruckende Zahlen bekannt. Im 27. Jahr der Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple eine weltweite Community von 13 Millionen registrierten Software-Entwicklern. Die WWDC 2016 wird von 5000 Teilnehmern besucht, über 100 Apple-Ingenieure lassen sie von ihrem Know-how profitieren.

13'000'000'000: So viele Apps wurden bis heute aus dem 2008 lancierten App Store heruntergeladen.

50 Milliarden Dollar wurden bislang an Entwickler ausbezahlt.

PS: Rekordzahlen gab es übrigens auch, was die Verwendung der Superlative «Amazing», «Incredible» und «Awesome» durch die auf der Bühne stehenden Apple-Manager betraf.

Innert Minuten ausverkauft

Apples Entwicklerkonferenz WWDC war auch in diesem Jahr innert Minuten ausverkauft gewesen. In Medienberichten wurde im Vorfeld behauptet, dass der Apple-Chef Tim Cook und sein Team diesmal unter stärkerem Druck als sonst stünden, etwas Grosses zu präsentieren. Denn Google und Facebook hätten bei ihren Events in den letzten Monaten die Planke höher gelegt.

Das ist – aus meiner Sicht – Blödsinn. Apple steht vor jedem öffentlichen Event unter gewaltigem Druck. Dass sich die Kalifornier von der Konkurrenz die Butter vom Brot nehmen lassen, ist hingegen zu bezweifeln.

Apple schaut zuerst zu, dann ...

Noch immer macht der US-Konzern dank iPhone gewaltige Profite. Und was die Einführung neuer Technologien betrifft, hat Apple schon immer eine Strategie der Zurückhaltung gefahren. Zuerst wird beobachtet, und erst wenn eine neue Technik einen wirklichen Nutzen bringt, wird sie adaptiert.

Wenn man in San Francisco mit Apple-Mitarbeitern spricht, ist von Verunsicherung nichts zu spüren, es scheint eine positive Stimmung vorzuherrschen. Vom Helfer bis zum Manager aus der mittleren Führungsriege: Sie alle freuten sich auf die Show. Und vor allem freuten sie sich auf die rund 6000 Entwickler, die aus allen Ecken der Welt nach Kalifornien gereist sind.

Erstes Fazit: Wie die Keynote zur WWDC 2016 eindrücklich gezeigt hat, bleibt Apple seinem Kurs treu. Es wurde ein Feuerwerk an Produkten und Diensten vorgestellt, wobei es sich bei den meisten um kleinere Schritte nach vorn handelt.

Disclaimer: watson-Redaktor Daniel Schurter weilte auf Einladung von Apple in San Francisco, zusammen mit einem Vertreter des «Tages-Anzeigers» und der NZZ. Der US-Konzern bezahlte auch die Übernachtung und Verpflegung von Hunderten Medienschaffenden aus aller Welt.

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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Statler
13.06.2016 21:14registriert März 2014
Als Entwickler bin ich, naja, mildly amused über das Vorgestellte.
Interessant dürften die Siri und Messages APIs werden.
Überhaupt scheint Apple die hauseigenen Apps mehr und mehr für Developer zu öffnen (Maps), was auf jeden Fall zu begrüssen ist. Macht das Ganze auf jeden Fall spannend...
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_mc
13.06.2016 21:28registriert Februar 2014
3x grössere Emojis..!!!
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Scaros_2
13.06.2016 22:36registriert Juni 2015
Die Tatsache, das Emojis eine Schlagzeile in gängigen Medien darstellt, sagt viel über den qualitative Inhalt aus.
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«Digitales Münchhausen» – Wenn Jugendliche sich selbst im Netz beleidigen
«Die ist so hässlich», «Der ist so überflüssig», «Gibt's dich auch in witzig?» – Was nach typischen Mobbing-Sätzen klingt, kann auch einen ganz anderen Hintergrund haben. Denn nicht immer sind es andere, die über einen Jugendlichen verletzende Sätze im Internet verbreiten.

Manchmal ist es das vermeintliche Mobbing-Opfer selbst, das die Gemeinheiten verfasst. Dieses Phänomen wird als digitales Selbstmobbing bezeichnet, im amerikanischen Sprachraum heisst es «cyber self-harm». Dabei posten Jugendliche gemeine Dinge über sich selbst in sozialen Netzwerken.

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