Diese App soll den Heimweg für Frauen sicherer machen
Viele kennen solche Situationen. Männer, die einem zu nahe kommen, anzügliche Bemerkungen machen oder einen sogar auf dem Nachhauseweg verfolgen. Viele Betroffene schweigen und melden die Vorfälle nicht – auch aus Angst vor den Tätern oder davor, nicht ernst genommen zu werden. Die Hürden sind vielen einfach zu hoch. Dem Problem soll eine neue App entgegenwirken.
Seit April dieses Jahres können Betroffene von Gewalt die Orte der Übergriffe mit einem Klick anonym in der App laut.jetzt auf einer Karte mit einem Pin markieren. Damit sollen potenzielle Opfer sensibilisiert werden. Das Hauptziel ist jedoch, mit der Sammlung von Tatorten strukturelle Muster sichtbar zu machen. Die App ersetzt keine Anzeige bei den Behörden, soll aber ein umfassenderes Bild des Ausmasses des Problems vermitteln und einen Überblick über unsichere Orte und Situationen schaffen.
Die App ist in erster Linie für Frauen und FLINTA* konzipiert, wozu auch intergeschlechtliche, nicht-binäre, transgeschlechtliche und agender Personen gehören. Denn Gewalt gegen diese Personengruppen findet tagtäglich statt. Laut der Webseite zur App erleben 77 Prozent der Frauen und FLINTA* in der EU Gewalt oder Belästigung. Unter 10 Prozent der Fälle werden angezeigt.
So funktioniert die App
- Ort markieren: Die App öffnet direkt an dem jeweiligen Standort. Indem der Pin auf den genauen Ort des Vorfalls gezogen wird, wird dieser gespeichert – jedoch ein wenig ungenau, um die Privatsphäre der Betroffenen zu schützen.
- Art wählen: Es kann aus sechs Kategorien gewählt werden: Belästigung, Verfolgung, Bedrohung, körperlicher Angriff, unsicheres Gefühl oder Anderes.
Die Meldung erscheint danach anonym auf der Karte. Je mehr Meldungen es gibt, desto deutlicher wird klar, wo Handlungsbedarf besteht.
Gut zu wissen: Für die Nutzung der App braucht es kein Konto, Angaben von E-Mail-Adressen und Co. und auch die IP-Adresse wird nicht gespeichert. Betroffene bleiben also anonym.
Berichte von älteren Vorfällen
Erste Zahlen zeigten schon früh, dass vor allem körperliche Angriffe und Belästigung gemeldet werden. Dabei zeigte sich auch, dass viele Betroffene ältere Vorfälle meldeten, schreibt Vienna.at. Die Sammlung der Taten zeigt auch, dass Gewalt vielfach im Alltag passiert – ob in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf dem Heimweg oder vor dem Café.
(kek)
