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E-Auto-Batterien überraschend haltbarer: Studie widerlegt alte Mythen

E-Auto-Batterien: Im Alltag viel langlebiger, als frühere Labortests vorhersagten.
E-Auto-Batterien: Im Alltag viel langlebiger, als frühere Labortests vorhersagten.Bild: Shutterstock

Was E-Auto-Batterien eigentlich zerstören sollte, macht sie stärker

Batterien galten früher als Schwachstelle von Elektroautos – doch eine neue Studie zeigt, dass sie viel robuster sind als angenommen. Und was bisher als tödlich galt, könnte ihre Lebensdauer sogar verlängern.
15.08.2026, 16:1215.08.2026, 16:51
Markus Abrahamczyk / t-online
Ein Artikel von
t-online

Batterien gelten oft als grösste Sorge beim Kauf eines Elektroautos. Doch wissenschaftliche Erkenntnisse und reale Fahrdaten zeigen: Die Stromspeicher sind weitaus robuster als lange angenommen. Tatsächlich können Faktoren, die früher als schädlich galten, die Lebensdauer sogar begünstigen.

Akkus altern im Alltag weit langsamer als in Labortests

Lange Zeit wurde die Lebensdauer von E-Auto-Akkus unter starren Bedingungen im Labor getestet. Neuere Forschungsansätze, wie jener der Stanford-Universität, nutzen hingegen sogenannte «dynamische Zyklen». Sie simulieren den realen Alltag mit wechselnden Lade- und Ruhephasen. Das Ergebnis ist verblüffend: Unter diesen realitätsnäheren Bedingungen verschleissen die Batterien langsamer als bei konstanten Laborbelastungen.

Besonders überraschend: Unregelmässiges Laden und Entladen schadet der Batterie keineswegs so stark wie früher vermutet. Im Gegenteil: Die dynamische Nutzung hilft dabei, die chemischen Prozesse im Inneren stabil zu halten. Diese Erkenntnis widerlegt alte Mythen über «ideale» Ladezyklen und zeigt, dass die Batterie ein weitaus flexibleres Bauteil ist als gedacht.

Elektroauto

Gebrauchtwagen: Die Sorge vor dem Wertverlust

Die Angst vor einem defekten Akku ist die grösste Hürde beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos. Doch die Datenlage gibt Entwarnung: Bei normaler Fahrweise sinken Batterien laut Untersuchungen mit Praxisdaten (keine Labortests oder Hochrechnungen) in der Regel erst weit jenseits der 200'000-Kilometer-Marke unter 70 Prozent ihrer Kapazität. Im Schnitt haben Akkus nach 200'000 und selbst nach 300'000 Kilometern noch eine Restkapazität von knapp 90 Prozent. Der Grund: Nach den ersten 50'000 Kilometern altert der Akku nur noch sehr langsam. Viele moderne Akkus halten sogar länger als das Fahrzeug selbst.

Robustere Technik als vermutet

Bereits im letzten Jahr zeigte eine Studie des SLAC-Stanford Battery Centers, dass ein dynamischer Fahrstil die Lebensdauer von E-Auto-Akkus verlängern kann. Statt gleichmässiger Belastung sei ein Mix aus Stadtverkehr, Autobahnfahrten und gelegentlichen Beschleunigungen – das sogenannte «Dynamic Cycling» – vorteilhaft für die Batterie. Andere aktuelle Auswertungen legen den Schluss nahe, dass auch häufiges Schnellladen sich nur unwesentlich auf die Batteriealterung auswirkt.

Das Fazit: Die Batterie ist nicht die Achillesferse des Elektroautos, sondern ein extrem langlebiges Hochbauteil. Wer bisher vor einem Kauf zurückgeschreckt ist, weil er einen schnellen Verschleiss fürchtete, kann umdenken. Die Technik ist widerstandsfähig, alltagstauglich und verzeiht auch unregelmässige Nutzungsmuster problemlos.

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186 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pointless Piraña
15.08.2026 17:14registriert Dezember 2019
Damit wäre auch das allerletzte Argument gegen ein EV widerlegt, sehr schön.
Und nein, Hans-Peter, dein 1998er Subaru mit drölfzigtausen km ist nicht umweltfreundlicher. Auch nicht wegen der genauen Energie.
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Mekoch
15.08.2026 17:54registriert Oktober 2014
Ui, das hört Diesel Fritz aber gar nicht gerne 😊
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Philanthrophono
15.08.2026 18:09registriert September 2021
Ich besitze eine Tesla S jahrgang 2013. Kann nur Sagen die Lademenge hat sich etwas verändert. Habe mittlerweile etwa 50 km weniger Reichweite aber immernoch deutlich genug. Fahre alle verschiedenen Straßen und achte nicht auf ein gleichmässiges fahren. Auch kann es sein, dass das Fahrzeug einen Monat oder etwas mehr, kaum oder nur am Wochenende gefahren wird. 13 Jahre mehr oder weniger komplett zufrieden.
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