Digital
International

Die Nutzer kehren Facebook gerade den Rücken – und Zuckerberg ist dies egal

FILE - In this Tuesday, April 18, 2017, file photo, a conference worker passes a demo booth at Facebook's annual F8 developer conference, in San Jose, Calif. Facebook Inc. reports earnings Wednes ...
Der Gewinn von Facebook stieg im letzten Quartal um 47 Prozent. Bild: AP/FR34727 AP

Die Nutzer kehren Facebook gerade den Rücken – und Zuckerberg ist dies egal

01.02.2018, 04:0901.02.2018, 08:25

Facebooks neuer Kurs, den Mitgliedern weniger Videos zu zeigen, hat schnell zu kürzeren Nutzungszeiten geführt. 50 Millionen Stunden verbrachten die Facebook-User im letzten Quartal weniger auf dem sozialen Netzwerk. Mark Zuckerberg ist dies vorerst egal. «Das zeigt, wie ernst wir es damit meinen.» Man zeige etwa weniger virale Videos. Stattdessen versuche man die Community zu ermutigen, sich stärker persönlich auszutauschen. 

«Den Menschen dabei zu helfen, sich zu vernetzen, ist wichtiger, als die Nutzungszeit zu verlängern», erklärte Zuckerberg.  Das werde auf lange Sicht auch Facebooks Zukunft sichern

Bei der Grösse von Facebook bedeutet der Rückgang der Nutzungszeit zwar nur rund zwei Minuten pro Nutzer weniger am Tag. Aber eine kürzere Verweildauer kann auch auf die Geschäftszahlen durchschlagen, wenn weniger Werbung angeklickt wird.

FILE - In this April 18, 2017 file photo, Facebook CEO Mark Zuckerberg speaks at his company's annual F8 developer conference in San Jose, Calif. Zuckerberg wrote in a Facebook post on May 21, 20 ...
«Den Menschen dabei zu helfen, sich zu vernetzen, ist wichtiger, als die Nutzungszeit zu verlängern», so Zuckerberg. Bild: AP/FR34727 AP

Davon spürt Facebook aber noch nichts. Im vergangenen Quartal trieb ein boomendes Geschäft mit Online-Werbung den Facebook-Umsatz auf einen neuen Höchststand. Das Online-Netzwerk nahm knapp 13 Milliarden Dollar ein. Das war ein Plus von 47 Prozent im Jahresvergleich. Der Gewinn stieg um ein Fünftel auf 4.27 Milliarden Dollar, wie Facebook nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Grund für den moderateren Anstieg war die Rückstellung von mehr als zwei Milliarden Dollar zusätzlich für Auslandsgewinne nach der US-Steuerreform.

Facebook hat nun 2,13 Milliarden monatlich aktive Nutzer. Täglich kamen 1,4 Milliarden von ihnen auf die Plattform. Das waren 32 Millionen mehr als drei Monate zuvor - das langsamste Wachstum seit 2015. Analysten hatten mit einem schnelleren Anstieg der Nutzerzahlen gerechnet. Im lukrativsten Markt USA und Kanada sank die Zahl täglich aktiver Nutzer sogar erstmals, von 185 auf 184 Millionen. Marktforschern zufolge war die Facebook-Nutzung in Nordamerika bereits vor dem angekündigten Umbau rückläufig.

(dpa)

Snapchat vs. Facebook

Video: watson

Was Facebook erlaubt – und was gelöscht wird

1 / 16
Was Facebook erlaubt – und was gelöscht wird
Facebook-User dürfen detailliert beschreiben, wie man «einer Schlampe das Genick bricht», hingegen ist ihnen nicht erlaubt, dazu aufzurufen, den US-Präsidenten Donald Trump zu erschiessen. Dies wissen wir dank internen Facebook-Dokumenten, die der britische «Guardian» veröffentlicht hat. ... Mehr lesen
quelle: epa/epa / ritchie b. tongo
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Daten für russischen Geheimdienst: Bericht entlastet NDB – eine Frage bleibt
Eine von Bundesrat Martin Pfister in Auftrag gegebene Administrativuntersuchung entlastet die ehemalige Cyber-Abteilung des Nachrichtendienstes weitgehend. Es ist aber weiterhin nicht klar, ob sensible Daten an russische Geheimdienste abgeflossen sind.
Aus dem Schneider ist das frühere Ressort Cyber des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) noch nicht. Der am Montag veröffentlichte Bericht zur im Sommer 2025 in Auftrag gegebenen Untersuchung hält zwar fest, dass die Vorkommnisse im NDB «hinreichend geklärt» seien, aber es gibt Vorbehalte. «Gewisse Unsicherheiten verbleiben hinsichtlich der Verdachtsmomente bei der früheren Zusammenarbeit des Ressorts Cyber mit Kaspersky», heisst es in der Mitteilung des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).
Zur Story