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Oppositionskandidat siegt bei Präsidentschaftswahl in Sierra Leone

Oppositionskandidat siegt bei Präsidentschaftswahl in Sierra Leone

05.04.2018, 01:4005.04.2018, 04:26

Im westafrikanischen Sierra Leone hat der Oppositionskandidat Julius Maada Bio Präsidentschaftswahl gewonnen. Bio habe 51.8 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die Wahlkommission am Mittwoch mit.

Der Kandidat der Regierungspartei, Samura Kamara, kam demnach auf 48.2 Prozent. Das offizielle Ergebnis der Wahl vom 31. März hatte sich wegen eines Streits über die Methode zur Stimmauszählung verzögert.

Bereits vor Verkündung des Wahlergebnisses hatten Kamara-Anhänger am Mittwoch in der Hauptstadt Freetown demonstriert, Plakate von Bio abgerissen und den Vorwurf einer «ausländischen Einmischung» in die Wahl erhoben. Sicherheitskräfte riegelten die Zentrale von Bios Partei SLPP ab, wo sich hunderte Anhänger des Oppositionskandidaten versammelt hatten. Sie feierten bereits vor Verkündung des offiziellen Ergebnisses den Wahlsieg des Ex-Juntachefs Bio. Dieser hatte bereits die erste Wahlrunde knapp gewonnen.

Strippenzieher hinter Kulissen

Bio hatte im Januar 1996 mit einem Putsch den damaligen Militärmachthaber Valentine Strasser gestürzt und bis zur ersten freien Wahl in Sierra Leone wenige Monate später vorübergehend die Regierungsgeschäfte übernommen. Bei der Präsidentschaftswahl 2012 war er Amtsinhaber Ernest Koroma unterlegen. Dieser durfte nun nach zwei Mandaten nicht mehr antreten. Der bisherige Aussenminister Kamara galt seit Jahrzehnten als politischer Strippenzieher hinter den Kulissen.

Die Wahlen galten als Test für die demokratische Konsolidierung Sierra Leones, wo in den Jahren 1991 bis 2002 ein Bürgerkrieg tobte, dem 120'000 Menschen zum Opfer fielen. Zwischen 2014 und 2016 litt das Land unter der Ebola-Epidemie. Der westafrikanische Staat zählt trotz seiner Bodenschätze zu den ärmsten Ländern der Welt. (sda/afp)

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