Mehrere Tote und Verletzte nach Schüssen an Schule in Thailand – was wir wissen
Was ist passiert?
Entsetzen in Thailand: Bei einem Schusswaffenangriff an einer Schule nördlich von Bangkok sind mehrere Menschen getötet und mehr als ein Dutzend weitere verletzt worden. Über die genaue Zahl der Opfer herrschte in den Stunden nach der Tat noch Unklarheit. Am Mittag (Ortszeit) berichtete die Zeitung «Khaosod» unter Berufung auf die Behörden von fünf getöteten Lehrern.
Der Vorfall ereignete sich am Morgen an der Debsirin Nonthaburi School in der Provinz Nonthaburi. Unter den Schülern und Lehrern in dem Gebäude brach den Schilderungen zufolge Panik aus. Polizei, Rettungskräfte und Notärzte rückten mit einem Grossaufgebot an. Schüler, Lehrer und weitere Beschäftigte wurden vom Campus evakuiert.
Einer Liste der örtlichen Behörden zufolge wurden bei dem Angriff mehr als 20 Menschen verletzt, mehrere davon schwer. Bei den meisten handelt es sich um Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren.
Wer ist der mutmassliche Täter?
Ersten Ermittlungen zufolge besuchte der mutmassliche Täter die 9. Klasse. Er soll zuvor möglicherweise gemobbt worden sein. Andere Schüler hätten ihn regelmässig verspottet und auch körperlich angegriffen, zitierte «Khaosod» die Behörden.
In der Wohnung der Familie des Täters wurden derweil zwei weitere Todesopfer gefunden – Berichten zufolge die Grosseltern des Jungen, bei denen er aufgewachsen war. Er soll diese ebenfalls erschossen haben, mit der zuvor gestohlenen Waffe seines Opas. Der Vater werde von der Polizei vernommen, hiess es.
Laut den Sicherheitskräften wurde der Schüler später tot in einem Klassenzimmer gefunden – nach der Tat hatte er sich offenbar selbst erschossen. In seiner Tasche entdeckten die Ermittler grosse Mengen Munition.
Wie reagiert die Regierung?
Der thailändische Ministerpräsident Anutin Charnvirakul zeigte sich tief betroffen. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und äusserte sich erschüttert darüber, «dass ein solcher Vorfall in unserem Land passieren konnte». Thailändische Politiker forderten umgehend, die Waffengesetze im Land zu verschärfen und Bildungseinrichtungen besser zu sichern.
Gibt es ähnliche Fälle?
Schusswaffenangriffe an Schulen mit zahlreichen Toten sind in Thailand eher ungewöhnlich, jedoch gab es auch in der Vergangenheit schon Vorfälle. 2003 erschoss ein Schüler in der Provinz Nakhon Si Thammarat zwei Mitschüler. Anfang dieses Jahres tötete ein Jugendlicher an einer Schule in der Provinz Songkhla den Schulleiter und verletzte eine Schülerin. Das schwerste Gewaltverbrechen gegen Kinder ereignete sich allerdings 2022, als ein ehemaliger Polizist in einer Kindertagesstätte 37 Menschen tötete, darunter 24 Kinder. (dab/sda/dpa)
