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Porsche streicht 5000 Stellen in Deutschland

Porsche-Kahlschlag in Deutschland: 5000 Stellen werden abgebaut

Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche streicht bis 2035 weitere 5000 Stellen in der Region Stuttgart. Betroffen sind das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in Weissach.
27.07.2026, 14:3827.07.2026, 15:24

Im Gegenzug wird die Standortsicherung um fünf Jahre bis Ende 2035 verlängert. Betriebsbedingte Kündigungen sind in dieser Zeit ausgeschlossen, wie das Unternehmen und der Gesamtbetriebsrat am Montag mitteilten.

Der Stellenabbau soll den Angaben nach sozialverträglich erfolgen - vor allem über natürliche Fluktuation, demografische Effekte, Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge. Ziel sei, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und dabei langfristig möglichst viele Arbeitsplätze abzusichern.

Das sogenannte Zukunftspaket sieht deshalb auch Investitionen von insgesamt 2,1 Milliarden Euro vor. Damit soll unter anderem sichergestellt werden, dass die zweitürigen Sportwagen weiterhin in Zuffenhausen vom Band rollen und die Entwicklungsarbeit in Weissach gebündelt bleibt. Finanziert wird das demnach durch ein umfassendes Massnahmenpaket.

Konkret bedeutet das unter anderem: Tariferhöhungen werden bis 2035 zum Teil einbehalten, das Weihnachtsgeld sinkt und der Mitarbeiterbonus orientiert sich stärker am Unternehmenserfolg. Grosse Teile des Managements verzichten 2027 und 2028 auf Erhöhungen der Grundvergütung. Homeoffice soll zudem künftig nur noch an maximal acht statt zwölf Tagen im Monat möglich sein.

Sparrunde folgt auf Sparrunde

Das nun beschlossene Zukunftspaket ist bereits die zweite grosse Sparrunde. Im Februar 2025 hatten sich Management und Betriebsrat auf den Abbau von rund 1900 Stellen in der Region Stuttgart bis 2029 verständigt. Zusätzlich liefen die befristeten Arbeitsverträge von etwa 2000 Mitarbeitern aus.

In Summe streicht der Sportwagenbauer in den kommenden Jahren mehr als jede dritte Stelle in seiner Heimat. Ende 2024 hatte Porsche in der Region Stuttgart rund 22'200 Beschäftigte, ein Jahr später waren es noch ungefähr 20'600. Weltweit beschäftigte der Konzern Ende 2025 fast 41'800 Menschen.

Gewinneinbruch ohne Beispiel

Nötig sind die Sparmassnahmen, weil Porsche bereits seit einiger Zeit in der Krise steckt. Der Konzernüberschuss des einstigen VW-Gewinnbringers brach 2025 um 91 Prozent auf 310 Millionen Euro ein. Im ersten Quartal setzte sich der Rückgang fort, wenn auch mit weniger Tempo.

Ursachen für die Entwicklung sind das enorm kriselnde China-Geschäft, die US-Zollpolitik und die geringere Nachfrage nach E-Modellen. Hinzu kamen der Konzernumbau und wegweisende strategische Fragen: Allein die Entscheidung, wieder mehr Autos mit Verbrennungsmotor zu entwickeln und zu produzieren, schlug mit Milliarden zu Buche.

Werke nicht ausgelastet

Wie tiefgreifend das Problem ist, zeigt auch ein Blick auf die Verkaufszahlen: Der Absatz sackte 2025 um ein Zehntel ab - und lag mit 279'400 verkauften Fahrzeugen auf dem niedrigsten Stand seit dem Corona-Jahr 2020. Besonders dramatisch war die Situation in China. Zwischen 2021 und 2025 haben sich die Verkaufszahlen in der Volksrepublik mehr als halbiert.

Ein Trend, der sich in diesem Jahr bislang fortgesetzt und sogar verstärkt hat. Das passt aber nicht zu den übergrossen Strukturen der Schwaben: Geplant war das Fertigungsnetz einmal für 350'000 bis 400'000 Fahrzeuge pro Jahr. Aktuell steuert Porsche aber eher auf 250'000 und weniger zu. Die Werke sind nicht ausgelastet, viele Kosten laufen aber wie gewohnt weiter.

Was Leiters mit Porsche vorhat

Dem seit Januar amtierenden Porsche-Chef schwebt deshalb eine schlankere Sportwagenschmiede vor, die auch mit deutlich weniger verkauften Fahrzeugen satte Gewinne einfahren kann. Die Produktpalette soll gestrafft und die Zahl der Modellvarianten reduziert werden. Zugleich denkt der Manager über neue Fahrzeuge in margenstärkeren Segmenten nach - sowohl oberhalb der zweitürigen Sportwagen als auch oberhalb des Cayenne.

Eine Rückkehr zu den Traumrenditen nahe 20 Prozent erwartete Leiters zuletzt nicht: Mittelfristig sollen vom Umsatz 10 bis 15 Prozent als Gewinn übrigbleiben. «Die deutliche Verbesserung unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit wird vor allem mit unseren künftigen Produkten kommen». Das brauche aber Zeit. (dab/awp/sda/dpa)

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113 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Der Buchstabe I (Zusammenhang wie Duschvorhang)
27.07.2026 14:56registriert Januar 2020
Im Text wird die wichtigste Frage gar nicht gestellt: Geht es den Shareholdern gut?! Sind die Dividenden gesichert?! Bleibt genug geld für die Millionenboni?!!!1!
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TommyGun
27.07.2026 15:22registriert Oktober 2020
Ich sehe leider peschschwarz für Porsche. Jahrzehntelang hat man fette Gewinne kassiert und dann ist man irgendwie von dem ganzen "Elektrozeug" komplett überrrascht worden. Anscheinend ist niemandem in den Sinn gekommen, dass ein Elektro Sportwagen mit 600 PS niemanden interessiert; zig Chinakracher bieten Autos in der Kategorie zum Discountpreis an. Dazu kommt weiter, dass Porsche (wie fast alle europ. Autobauer) Software als zentralen Teil des E-Autos komplett unterschätzt hat. Dazu kommt m.M. nach durch E-Autos eine "De -Emotionalisierung" des Fahrens welche Sportwagen extra hart trifft.
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Yippie
27.07.2026 15:50registriert Februar 2016
"Allein die Entscheidung, wieder mehr Autos mit Verbrennungsmotor zu entwickeln und zu produzieren, schlug mit Milliarden zu Buche"

Und wer kauft diese Dinger in 5-10 Jahren noch? Richtig niemand. Wer heute noch Porsche Aktien hat, verkauft die am Besten schnellst möglich.

Wann schnallen die Deutschen das endlich, dass alles andere als die möglichst schnelle Elektrifizierung aller Fahrzeugtypen die einzige Überlebenschance ihrer Autobranche ist? E-Autos sind mittlerweile günstiger im Einkauf und im Betrieb sowieso.
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