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Das Skigebiet Ischgl geriet aufgrund der Corona-Pandemie europaweit in Verruf.
Das Skigebiet Ischgl geriet aufgrund der Corona-Pandemie europaweit in Verruf. Bild: sda

«Après-Ski wird es in bisheriger Form nicht mehr geben»: Ischgl reagiert mit Schutzkonzept

Mit Abwassermonitoring, Fiebermessung und Kaltvernebelungsgeräten in Seilbahnkabinen will sich der beliebte Winter-Hotspot Ischgl für die kommende Skisaison wappnen. Après-Ski-Partys sollen «drastisch eingeschränkt» werden, so die Verantwortlichen.
21.08.2020, 16:0821.08.2020, 17:45

Als «Corona-Keimzelle» oder «Virenschleuder Europas» wurde das österreichische Skigebiet Ischgl im April verschrien. Tausende Touristen infizierten sich mit Covid-19 und brachten das Virus in ihre Heimat zurück – nach Deutschland, Holland oder Island. Der Tiroler Landespolitik wurde «Gier und Versagen» vorgeworfen. Zu lange hätten die Verantwortlichen mit einem Shutdown aufgewartet.

Das beliebte Skigebiet erlitt einen massiven Imageschaden. Nun reagieren die Verantwortlichen und informieren per Medienmitteilung über Gesundheits- und Sicherheitsstandards, die für die kommende Skisaison umgesetzt werden sollen. Weitere Details sollen Anfang Herbst folgen.

Doch bereits jetzt ist die Liste der Corona-Massnahmen lang, aufwändig und kostenintensiv:

  • Abwassermonitoring: Laut dem Bürgermeister von Paznaun soll das Abwasser überwacht werden. Die Abwassertests sollen mit hoher Genauigkeit die Früherkennung von potenziellen Infektionen ermöglichen.
  • Kaltvernebelungsgeräte: Alle Seilbahnkabinen sollen laufend mit Kaltvernebelungsgeräten desinfiziert werden. Diese sollen dafür sorgen, dass 99,9 Prozent der Viren, Bakterien und Sporen eliminiert werden. Auch in Skibussen, Sportshops, Skidepots, WC-Anlagen, Aufzugskabinen und Erste-Hilfe-Stationen sollen die Geräte zum Einsatz kommen.
  • Fiebermessung bei Mitarbeitenden: Wer in der kommenden Wintersaison in Ischgl arbeiten will, soll mit einem negativen Covid-19-Test anreisen oder diesen direkt vor Ort machen. Zudem sollen sich die Mitarbeitenden jeden Tag noch vor Arbeitsbeginn einer Fiebermessung unterziehen.
Wer in der Wintersaison in Ischgl arbeiten will, muss sich Fiebermessungen und Coronatests unterziehen (Symbolbild).
Wer in der Wintersaison in Ischgl arbeiten will, muss sich Fiebermessungen und Coronatests unterziehen (Symbolbild). Bild: keystone
  • Massive Einschränkung des Après-Ski: «Gesetzliche Vorgaben» sollen den «Partytourismus» drastisch einschränken, schreiben die Verantwortlichen in der Medienmitteilung. «Après-Ski wird es in der bisherigen Form diesen Winter so nicht mehr geben», so die Ausführung.
  • Covid-19-Tests für Hotelgäste empfohlen: Wer in Ischgl ein Hotel reserviert hat, dem wird bereits vor dem Check-in empfohlen, ein negatives Corona-Testergebnis vorzuweisen. Wer kein Testergebnis vorlegen kann, für den besteht das Angebot einer freiwilligen Testmöglichkeit, so der Obmann des Tourismusverbands Paznaun – Ischgl.
  • Maskenpflicht auf dem Lift: Wer die Sesselbahn betritt, darf dies nur mit Mund-Nasen-Schutz tun. «Hierfür hat die Silvrettaseilbahn AG 600'000 Multifunktionstücher angeschafft, die die Gäste beim Kauf eines Skipasses als kostenlose Zugabe erhalten», heisst es in der Medienmitteilung.

Wie teuer das aufwändige Schutzkonzept das Skigebiet zu stehen kommt, und wer dafür aufkommt, konnten die Verantwortlichen bis Redaktionsschluss nicht beantworten.

«Zu den Kosten können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen», heisst es bei der Kommunikationsstelle auf Anfrage. Die Höhe der Kosten würden von verschiedenen Faktoren abhängen, wie beispielsweise die durchgeführte Anzahl der Tests oder die Menge an verteilten Masken. Die Frage der Kosten betrachte man jedoch als zweitrangig, heisst es aus Ischgl. «Das wichtigste Ziel ist, dass unsere Gäste eine unbeschwerte und sichere Zeit bei uns verbringen können und Mitarbeitende und Einwohnerinnen und Einwohner ebenfalls geschützt werden.»

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quelle: epa/keystone / gian ehrenzeller
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