Nach dem tödlichen Messerangriff von Solingen haben die Behörden um 15 Uhr auf einer Pressekonferenz über den Stand der Ermittlungen sowie den Polizeieinsatz informiert. Bei einem am frühen Morgen Festgenommenen soll es sich nach dpa-Informationen ersten Ermittlungen zufolge nicht um den Täter handeln. Der Mann sei jedoch weiter in Gewahrsam, hiess es aus Polizeikreisen.
Die Einsatzkräfte fahnden mit einem Grossaufgebot nach dem Täter, der nach der Attacke fliehen konnte. Viele Fragen, etwa zum Motiv, sind noch offen. Die Polizei hat bislang auch keine Täterbeschreibung veröffentlicht.
Bei dem Angriff auf einem Stadtfest waren am Freitagabend drei Menschen getötet worden, zwei Männer im Alter von 67 und 56 Jahren und eine Frau von 56 Jahren. Acht Menschen wurden verletzt, vier davon schwer. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stufte die Tat wegen des zielgerichteten Vorgehens des Täters als Anschlag ein. Politiker verschiedener Parteien reagierten entsetzt. Kanzler Olaf Scholz (SPD) forderte eine harte Strafe für den Täter.
Bei dem Angriff auf einem Stadtfest waren am Freitagabend drei Menschen getötet worden. Acht Menschen wurden verletzt, fünf davon schwer. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stufte die Tat wegen des zielgerichteten Vorgehens des Täters als Anschlag ein.
#BREAKING 🇩🇪 reports of atleast 9 people STABBED at Festival in Solingen, Germany. Reports of multiple fatalitiespic.twitter.com/xsRZNGg8Mo
— Melissa 🇨🇦 (@MelissaLMRogers) August 23, 2024
Dem Täter sei es gelungen, im Tumult und in der sich anfangs ausbreitenden Panik nach der Tat zu entkommen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Nordrhein-Westfalen. Ein Polizeisprecher sagte in der Nacht, zum Aussehen des Flüchtigen gebe es keine gesicherten Informationen.
«Ich glaube, das ist unser Riesenproblem. Wir haben noch nicht so viele Angaben zum Täter», erklärte Alexander Kresta, Sprecher der Polizei Wuppertal. Zeugen, die in unmittelbarer Nähe zum Geschehen waren, stünden unter Schock.
Allerdings könnten die Ermittler derzeit davon ausgehen, dass es sich um einen einzelnen Täter handelt, sagte Kresta weiter. Alle Zeugenaussagen, die die Polizei bislang aufnehmen konnte, wiesen darauf hin. «Von weiteren Personen ist uns nichts bekannt.»
Nach Angaben der Behörden scheint der Täter wahllos auf Passanten losgegangen zu sein, seine Opfer also zufällig ausgewählt zu haben. Dem Innenministerium zufolge hat er aber sehr gezielt auf ihre Hälse eingestochen. Über den Zustand der Verletzten wurde bis zum Morgen nichts Neues bekannt.
Die späteren Opfer waren Besucher des Festes zum 650. Jahrestag der Stadtgründung Solingens. Tatort war der zu diesem Zeitpunkt gut besuchte Fronhof – ein Marktplatz in der Innenstadt, auf dem für das Jubiläumsfest eine Bühne aufgebaut war. Die Tat trug sich einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur zufolge unmittelbar vor der Bühne zu.
An der Medienkonferenz am Samstagnachmittag teilte Polizeidirektor Thorsten Fleiss aus Düsseldorf mit, in den frühen Morgenstunden sei ein 15-Jähriger festgenommen worden. Aktuell werde er im Zusammenhang mit der Tat geprüft. Ihm werde die Nichtanzeige geplanter Straftaten zur Last gelegt. Es gehe um ein Gespräch kurz vor der Tat, in der der Täter die Tat angekündigt haben soll und das zwei Zeuginnen hörten.
Fleiss sagte zudem, man gehe im Moment davon aus, dass es sich um einen Täter handelte. Das Geschehen sei zunächst als Amoktat eingeordnet worden. Markus Caspers, Leiter der Zentralstelle Terrorismusverfolgung in Nordrhein-Westfalen, stellte fest, eine Motivlage könne man noch nicht erkennen. «Eine terroristisch motivierte Tat kann nicht ausgeschlossen werden», sagte er.
Die Suche nach dem Täter lief am Samstagmorgen weiter. Ein Polizeisprecher riet: Wer Verdächtiges beobachte, solle nicht eigeninitiativ handeln, sondern den Notruf 110 wählen. Die Polizei in Wuppertal rief via Facebook dazu auf, die Solinger Innenstadt zu meiden.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser zeigte sich erschüttert über den «brutalen Anschlag». «Meine Gedanken sind bei den Familien der Getöteten und bei den Schwerverletzten», schrieb die SPD-Politikerin auf X. Die Sicherheitsbehörden täten alles, um den Täter zu fassen und die Hintergründe zu ermitteln.
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) traf in der Nacht am Tatort ein und zeigte sich sichtlich betroffen. «Aus dem Nichts sticht jemand wahllos auf Menschen ein», sagte Reul.
Bei den Toten handele es sich um eine Frau und zwei Männer.
Die Stadt hat das ursprünglich für drei Tage geplante Strassenfest komplett beendet. Auch die für diesen Samstag und Sonntag geplanten Programmpunkte wurden abgesagt.
Laut Polizei schlug der Angreifer gegen 21.37 Uhr zu. Kurz darauf wurde Grossalarm ausgelöst. Mindestens ein Hubschrauber war in der Luft, zahlreiche Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Rettungswagen waren unterwegs, Strassen weiträumig abgesperrt. Bewaffnete Beamte sicherten den Einsatzort.
Laut «Solinger Tageblatt» folgten tausende Besucher der Aufforderung, den Platz ruhig zu verlassen und nicht in Panik zu verfallen. «Die Menschen sind geschockt, aber friedlich vom Platz (gegangen)», wurde Philipp Müller zitiert, einer der Mitorganisatoren des Festes. Später herrschte dann gespenstische Stimmung in der fast menschenleeren Innenstadt.
Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach reagierte erschüttert. «Heute Abend sind wir alle in Solingen in Schock, Entsetzen und grosser Trauer», schrieb der SPD-Politiker auf der Facebook-Seite der Stadt.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst bezeichnete den Anschlag als «Akt brutalster und sinnloser Gewalt». Die Tat habe «unser Land ins Herz getroffen», schrieb er auf der Plattform X. NRW sei in Erschütterung und Trauer vereint. «In diesen dunklen Stunden sind die Menschen unseres Landes und darüber hinaus mit ihren Herzen und Gedanken in Solingen», schrieb der CDU-Politiker weiter. Und:
Die Polizei schaltete ein Hinweisportal frei, über das Zeugen des Geschehens Handyfotos und Videos hochladen können (www.nrw.hinweisportal.de). Die Stadt Solingen wiederum richtete für Bürger eine Hotline für Fragen nach Vermissten ein (0212 - 290-2000). Bei der Polizei hätten sich Anfragen besorgter Angehöriger gehäuft, hiess es.
Das «Festival der Vielfalt» in Solingen hatte am Freitag begonnen. Es sollte bis Sonntag dauern. In der Ankündigung hiess es:
In den Strassen erwarte die Besucher ein Programm mit Musik, Kabarett, Akrobatik, Kunsthandwerk, Unterhaltung für Kinder und vielem mehr.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte angesichts der Zunahme von Messerangriffen erst kürzlich eine Verschärfung des Waffenrechts angekündigt. In der Öffentlichkeit sollen Messer demnach nur noch bis zu einer Klingenlänge von sechs Zentimetern statt bisher zwölf Zentimetern mitgeführt werden dürfen. Für gefährliche Springmesser soll es ein generelles Umgangsverbot geben.
Mitte Juni war ein 27-jähriger Afghane in Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt von Beamten erschossen worden, nachdem er zunächst einen 23-Jährigen erstochen und dann auf einer privaten EM-Gartenparty mehrere Menschen verletzt haben soll. In Mannheim hatte am 31. Mai ein Afghane fünf Mitglieder der islamkritischen Bewegung Pax Europa sowie einen Beamten mit einem Messer verletzt. Der Polizist starb später. (saw/sda/dpa)
Nun ganz unironisch: Radikale muslimische Terrorgruppen rufen öffentlich zum Krieg gegen Westeuropa und zur Tötung von Europäern auf (Quelle: Interview Der Bund mit dem Chef des NDB). Europa sieht und hört weg und begrüsst Kleti und Pleti bei uns. So kann es einfach nicht weitergehen.