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Schweiz, Deutschland, Italien und Co: Europa ächzt unter extremer Hitze

First heat wave of the year hits southern Spain GRANADA, SPAIN - JUNE 20: The first heat wave of the year hits southern Spain one day before summer officially begins, driving people into the streets t ...
Die Hitze hat weite Teile Europas fest im Griff. Bild: www.imago-images.de

Europa ächzt unter «extremer Hitze» – nur in einem Land bleibt es überraschend angenehm

Das grosse Schwitzen geht weiter: Die Sommerhitze hat weite Teile Europas nach wie vor fest im Griff. Nur in einem Land erleben die Menschen einen der angenehmsten Junimonate seit Jahrzehnten. Eine Übersicht.
22.06.2026, 03:2322.06.2026, 07:32

Schweiz

Das Thermometer steigt weiter an und bis zum Ende der Hitzewelle dauert es noch an. In zwei Schweizer Ortschaften sind am Sonntag neue Hitzerekorde für den Monat Juni gemessen worden. In Buchs AG kletterte das Thermometer am Sonntag auf 36,1 Grad. Im Juni lag der bisherige Rekord dort bei 35,9 Grad, wie ein Sprecher des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie Meteoschweiz auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Auch in Delsberg JU wurde mit 35,4 Grad ein neuer Höchststand erreicht. Laut Meteoschweiz lag dort der Rekord für den Monat Juni bisher bei 35,0 Grad.

Die Hitze dauert mit hoher Wahrscheinlichkeit bis mindestens am nächsten Wochenende an, wobei das Temperaturniveau ab Dienstag nochmals leicht ansteigt und in der zweiten Wochenhälfte seinen Höhepunkt erreicht, wie Meteoschweiz schreibt. In dieser Phase wird die Warnung der Stufe 4 möglicherweise auf ein grösseres Gebiet ausgedehnt.

Heute gilt vor allem für den Jura und Basel sowie Teile des Aargaus die Warnstufe vier («grosse Gefahr»).

Hitzewarnung für die Schweiz.
Auch für heute warnt der Bund wieder in verschiedenen Regionen vor der Hitze. Rot heisst «grosse Gefahr», Orange «erhebliche Gefahr». Bild: Meteoschweiz

Deutschland

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt zu Wochenbeginn vor starker, gebietsweise sogar extremer Wärmebelastung im Südwesten des Landes. Zugleich könnte es demnach markante Gewitter geben, die im Tagesverlauf vom Thüringischen Schiefergebirge und vom Untermain weiter nach Süden ziehen könnten.

Bereits am Sonntag hatten die Wetterexperten des DWD mitgeteilt, dass sich die Hitze in der Wochenmitte auch wieder auf Norddeutschland ausdehne und im Südwesten lokal die 40-Grad-Marke erreicht werden könne. Das sei allerdings noch unsicher. Hinweise auf eine Abkühlung lieferten die Wettermodelle «nach aktuellem Stand frühestens ab kommendem Wochenende», hiess es weiter.

Spanien

Auch auf der Iberischen Halbinsel ächzt man dieser Tage unter brütender Hitze. Spanien erlebt seit Sonntag die erste offizielle Hitzewelle des Sommers. Die Wetterbehörde AEMET warnt vor hohen Gesundheitsrisiken in weiten Teilen des Landes. Betroffen sind demnach insgesamt 5561 Gemeinden, in denen rund 27 Millionen Menschen leben – etwa 57 Prozent der Bevölkerung.

FILE - A man cools off in a fountain during a hot and sunny day of summer in Madrid, Spain, July 19, 2023. (AP Photo/Manu Fernandez, File)
Europe Heat Deaths
Spanien erlebt seit Sonntag die erste offizielle Hitzewelle des Sommers.Bild: Keystone

Während praktisch für die gesamte spanische Mittelmeerküste keine Warnung ausgerufen wurde, galt im Südwesten Mallorcas mit dem bei deutschen Urlaubern beliebten «Ballermann» am Wochenende mit Temperaturen von bis zu 39 Grad Warnstufe Orange. Ein deutscher Urlauber brach am Samstag beim Stadtbummel in Palma zusammen. Der 57-Jährige habe über Atemprobleme geklagt und das Bewusstsein verloren und sei ins Krankenhaus gebracht worden, hiess es in Medienberichten, die von der örtlichen Polizei bestätigt wurden. Ab Montag soll sich die Lage auf der Insel jedoch entspannen.

Portugal

Auch in Portugal herrschen dieser Tage aufgrund heisser Luftmassen aus Nordafrika hochsommerliche Bedingungen mit Spitzenwerten von bis zu 37 Grad im Landesinneren. Die Regionen Bragança, Vila Real und Guarda stehen dabei unter besonderer Beobachtung des Wetterdienstes IPMA. An der Küste sollte es mit bis zu circa 30 Grad nicht ganz so heiss werden.

Italien

Die Hitze macht derzeit auch Millionen Italienern zu schaffen. In vielen Teilen des Landes kletterten die Temperaturen auf knapp 40 Grad – damit lagen sie teils bis zu zehn Grad über den typischen Durchschnittswerten für die Jahreszeit. Betroffen sind laut Meteorologen vor allem die Po-Ebene im Norden Italiens, Binnenregionen im Zentrum des Landes sowie die Mittelmeerinsel Sardinien. Die schwüle Witterung soll nach Einschätzung von Experten noch mindestens acht bis zehn Tage anhalten.

Frankreich

Frankreich ist mit Temperaturen um die 40 Grad ebenfalls stark von der Hitzewelle betroffen. Am Montag gilt für rund die Hälfte des Landes – 49 Départements – die Hitze-Warnstufe Rot. Bereits am Sonntag rief der französische Wetterdienst Météo France für 35 Départements die höchste Stufe aus, darunter die Hauptstadt Paris. Für diese besonders betroffenen Gebiete galt während der am Sonntag gross gefeierten «Fête de la musique» ein Alkoholverbot auf öffentlichen Strassen, um Rettungsdienste zu entlasten. Mancherorts wurden die Feierlichkeiten zu dem Musikfest gar abgesagt.

Die Temperaturen sollen in den nächsten Tagen noch weiter klettern. Mehr als 800 Schulen sollen deswegen geschlossen bleiben und 1'800 Einrichtungen ihre Stundenpläne anpassen, wie der französische Bildungsminister Édouard Geffray laut Medien ankündigte.

Grossbritannien

Hitzerekorde könnte es in den kommenden Tagen auch in Grossbritannien geben. Der britische Wetterdienst Met Office warnte am Sonntag vor «extremer Hitze» bis mindestens Donnerstag in Teilen von England und Wales. Am Mittwoch und Donnerstag könnten die Temperaturen demnach mancherorts auf bis zu 38 Grad klettern. Laut Met Office ist es damit gut möglich, dass der bisherige Juni-Rekord von 35,6 Grad – gemessen 1976 im englischen Southampton – gebrochen werden könnte. Darüber hinaus wird mit tropischen Nächten gerechnet, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt.

Griechenland

Während grosse Teile Mitteleuropas unter einer frühen Hitzewelle leiden, erlebt Griechenland einen der angenehmsten Junimonate seit Jahrzehnten. Im Ballungsraum Athen stiegen die Temperaturen seit Monatsbeginn kaum über 32 Grad.

Allerdings ist das Feuerrisiko beträchtlich: Durch die Trockenheit und den Wind kann sich selbst ein kleiner Brand binnen Minuten zu einem Grossfeuer entwickeln. Am Wochenende kam es zu mehreren kleineren Bränden, die mit Hilfe von Löschflugzeugen und Hubschraubern rasch unter Kontrolle gebracht wurden. Der Zivilschutz warnt dennoch vor anhaltend hoher Brandgefahr. (sda/dpa)

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Die beliebtesten Kommentare
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Raketenwissenschaftler
22.06.2026 06:29registriert Januar 2023
Leider ist klimagerechtes Bauen bei uns im Zürich ein Fremdwort. Grün wird abgeholzt umd versiegelt. Und in die natürlichen Kühlachsen von See und Uetliberg stellt man grosse Betonhäuser. Das Resultat sind Hitzeinseln mit brutalen Temperaturen. Auch die Bauherren haben noch nie etwas von begrünten Dächern und Fsaden gehört...
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Peter77
22.06.2026 06:23registriert August 2024
Man kann schon spotten über jene die sich mit Recht Sorgen machen. Kann man, muss aber nicht sein oder? Sprüche wie "alle Jahre wieder" oder "ich mit meinem V8..." oder "Wetter ist nicht Klima" sind halt für den Tippenden meistens Entlarvender als für den der darauf reagiert. Ich wünsche all jenen die der Hitze nicht ausweichen können trotzdem einen guten Tag und man sollte gut auf sich aufpassen.
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PD Dr.med.
22.06.2026 06:36registriert November 2022
Wo ist die Krisensitzung, der Krisengipfel, Sofortmassnahmen, Notstand?
Die Klimakrise wird entweder komplett negiert (SVP, „Wetter“) oder einfach als schicksalshafte Situation wahrgenommen, die man halt akzeptieren muss.
Ja, ein Teil ist nicht umkehrbar und ohne Zweifel müssen wir uns anpassen. Aber wir könnten das Fortschreiten bremsen. Das ist zwar unbequem aber deutlich (!!) weniger als nichts tun.
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