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Ein Screenshot der Datenbank. Unter anderem war auch Merkel davon betroffen.
Ein Screenshot der Datenbank. Unter anderem war auch Merkel davon betroffen.
screenshot

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum gigantischen «Hackerangriff» in Deutschland

Unbekannte Kriminelle haben grosse Mengen an privaten Daten und Adressen von Politikern und Prominenten veröffentlicht: Was wir bislang wissen.
04.01.2019, 13:1807.01.2019, 14:08
Ein Artikel von
t-online

Update: Wie Spiegel Online zurecht festhält, macht es nur bedingt Sinn, von «einem Hackerangriff» zu sprechen. Weder stammten die Daten aus nur einem einzigen grossen Angriff, noch aus einer Quelle, noch sei die Veröffentlichung an sich ein klassischer Hackerangriff.

Damit zur ursprünglichen Story:

Wer ist betroffen?

Es gibt mehrere Dokumente und Listen, einzeln für Parteien und für Prominente. Auch deren Mitarbeiter, Angehörige und Kontakte finden sich in den Listen. Auffällig ist: Es gibt keine Liste zur AfD, obwohl die Daten bis in den Oktober 2018 reichen. Zudem sind viele der betroffenen Prominenten als Stimmen gegen Rechts offensiv aufgetreten, zum Beispiel Jan Böhmermann und bekannte YouTuber.

So detailliert sind die Dateien

Zum Teil wurden von Politikern oder dem Chef der Deutschen Umwelthilfe «nur» deren Handynummern oder E-Mail-Adressen veröffentlicht. Von vielen Betroffenen sind aber auch Scans der Personalausweise, Zeugnisse, Verträge mit Versorgern und sehr private Chats zu lesen. Veröffentlicht wurden vielfach auch Daten von Familienangehörigen, zum Teil auch von Kindern.

Buntes Potpourri

Die Daten stammen nach Experteneinschätzung nicht aus einer einzigen Quelle. Es sei ein Potpourri an Material aus verschiedenen Hacks, sagte der renommierte Karlsruher IT-Sicherheitsexperte Christoph Fischer der Nachrichtenagentur dpa. «Da hat jemand offenbar mit viel Fleissarbeit versucht, Mail-Accounts zu öffnen», so Fischer. Die erste Vermutung, dass ein zentraler Mail-Server des Bundestags geknackt wurde, habe sich nicht bestätigt. «Da steckt eindeutig Fleissarbeit hinter.» 

Sind die Daten korrekt?

Das ist noch unklar. Es können eine Mischung sowohl authentische als auch gefälschte Daten sein. Der SPD-Abgeordnete Florian Post sagte, ein Teil der Daten von ihm sei echt, andere seien eine Fälschung. 

Wie wurden sie verbreitet?

Am Donnerstagabend wurden aus dem Account von YouTuber Simon Unge Links zu den Dateien verbreitet. Er hat zwei Millionen Follower auf Twitter. Er ahnte die Brisanz offenbar nicht, als er ein Video veröffentlichte «Ich wurde gehackt». In seinem Account fanden sich die Links zu den Dokumenten der Parteien, ein Foto mit der Böhmermann-Adresse. 

Auf dem mittlerweile gelöschten Twitter-Account wurden die Leaks verbreitet.
Auf dem mittlerweile gelöschten Twitter-Account wurden die Leaks verbreitet.
Bild: EPA/EPA

Wer steckt dahinter?

Der Account Unges wurde von einem Nutzer übernommen, der seit Jahren vor allem YouTuber gehackt hat. In einem inzwischen gesperrten Twitter-Account hatte er in Adventskalender-Form Daten verbreitet. Allerdings war der Account offenbar auf privat gestellt: Niemand nahm Notiz davon – bis der Account wieder auf «öffentlich» umgestellt wurde. Es ist also gut möglich, dass der Twitter-Account erst vor kurzem für andere Nutzer sichtbar wurde.

Unges Video

Der Video-Blogger Thomas Niemicz, intensiver Kenner der YouTube-Szene, glaubt, dass es eine Einzelperson ist, der es in erster Linie um Aufmerksamkeit geht.

Die Links zu den Dokumenten finden sich in einem Twitter-Account und in einem Blog, der mit dem Account verknüpft ist. 

(t-online.de/law)

Hacker finden Schwachstelle im Schweizer E-Voting-System

Video: srf
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