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Trump entzieht Nato ab sofort wichtige Militärzusage

Trump entzieht Nato ab sofort wichtige Militärzusage – Europa soll Lücke füllen

Die USA ziehen der Nato wichtige Luft- und Seestreitkräfte ab – ohne Vorwarnung. Europa soll die entstehenden Lücken nun selbst schliessen.
17.06.2026, 00:4717.06.2026, 00:47
Ein Artikel von
t-online

Die USA haben der Nato mit sofortiger Wirkung wichtige militärische Zusagen für Einsätze auf See und in der Luft entzogen. Das erfuhr die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) aus Nato-Kreisen. Betroffen sind demnach eine Flugzeugträgergruppe, ein Langstreckenbomberverband und mehr als 50 Kampfflugzeuge.

U.S. President Donald Trump walks away after a group photo of leaders at the G7 summit, Tuesday, June 16, 2026, in Evian-les-Bains, France. (AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)
France G7 Summit Trump
Während Trump am G7-Gipfel weilt, reduzieren die USA ihre Nato-Beiträge.Bild: keystone

Nach Angaben aus dem Bündnis wurden die entsprechenden Fähigkeiten kurz vor einer Truppenstellerkonferenz Anfang Juni aus den Nato-Planungen herausgenommen. Die Verbündeten wurden aufgefordert, die dadurch entstandenen Lücken möglichst schnell selbst zu schliessen.

Ein Nato-Sprecher bestätigte der Zeitung den Kurswechsel indirekt. In der Vergangenheit habe sich das Bündnis «zu sehr auf Streitkräfte und Fähigkeiten der USA verlassen». Europa und Kanada bauten ihre Verteidigungsfähigkeiten inzwischen aus, deshalb könne sich die Verteilung der Verantwortung verändern.

Nato-Diplomat: «Endlich Klarheit»

Nach Informationen aus Nato-Kreisen betreffen die Kürzungen vor allem Fähigkeiten auf See und in der Luft. Demnach ziehen die USA eine von zwei vorgesehenen Flugzeugträgergruppen, Teile ihrer Zerstörer- und Kreuzerverbände sowie mehrere Aufklärungs- und Kampfflugzeuge zurück. Auch Langstreckenaufklärungsdrohnen sind betroffen.

In der Nato wird die Entscheidung als Teil einer langfristigen Verlagerung von Verantwortung auf die europäischen Verbündeten gesehen. Ein ranghoher Nato-Diplomat sagte der FAZ, der Schritt schaffe «endlich Klarheit». Die entstandenen Lücken seien zwar nicht kurzfristig vollständig zu schliessen, grundsätzlich aber beherrschbar.

Nach Einschätzung von Diplomaten und Militärs dürfte der Schritt nicht der letzte bleiben. In Nato-Kreisen wird erwartet, dass die USA in den kommenden Jahren weitere militärische Beiträge zurückfahren könnten. Gleichzeitig gilt als wahrscheinlich, dass Washington die betroffenen Fähigkeiten im Krisenfall weiterhin bereitstellen würde – sofern sie nicht für andere Einsatzgebiete benötigt werden.

Unklar bleibt vorerst, wie schnell Europa die entstehenden Fähigkeitslücken ausgleichen kann. Besonders bei weitreichenden Präzisionswaffen und Fähigkeiten für Angriffe tief im gegnerischen Hinterland sehen Experten erheblichen Nachholbedarf.

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