Zuvor hatte Merz bereits gesagt, die Gespräche seien von einer «wirklich grossen und transatlantischen und europäischen Einigkeit geprägt» gewesen. (sda/dpa)
G7 wollen Entwicklungshilfe reformieren +++ «Klärendes Gespräch» von Trump und Meloni
Merz über Trump: Habe ihn sehr kooperativ gesehen
Zuvor hatte Merz bereits gesagt, die Gespräche seien von einer «wirklich grossen und transatlantischen und europäischen Einigkeit geprägt» gewesen. (sda/dpa)
G7-Länder wollen Entwicklungshilfe reformieren
Traditionelle Entwicklungsstrategien hätten zwar zu wichtigen Ergebnissen geführt, aber beim Verringern der Abhängigkeit von ausländischer Hilfe, dem Stärken der Eigenverantwortung und der Schaffung von Wachstumsanreizen nur begrenzte Auswirkungen gezeigt. Die Entwicklungshilfe sei zudem zu komplex geworden, was zu einer suboptimalen Nutzung der Ressourcen führe, hiess es in der Erklärung.
Öffentliche Mittel reichen für Entwicklungshilfe nicht aus
Grosse wirtschaftliche Ungleichgewichte, Krisen und Konflikte sowie anhaltende Armut und hohe Schulden erhöhten den Finanzbedarf, was sich unverhältnismässig stark auf die schwächsten Länder auswirke. Öffentliche Mittel spielten weiterhin eine zentrale Rolle, reichten jedoch allein nicht aus, um den gesamten Entwicklungsbedarf weltweit zu decken.
Nötig seien zudem privates Kapital, Mischfinanzierungen sowie faire und transparente Darlehen. «Wir müssen strukturierte Reformen vorantreiben, um die Entwicklungsarchitektur zu straffen und sicherzustellen, dass sie wirksam und leistungsfähig ist», so die Erklärung. Nötig seien zudem privates Kapital, Mischfinanzierungen sowie faire und transparente Darlehen. (sda/dpa)
Von der Leyen: Blatt wendet sich für Ukraine
«Das Blatt wendet sich für die Ukraine», erklärte sie nach einer Arbeitssitzung bei dem G7-Gipfel führender westlicher Demokratien in Frankreich. Die Lage im Jahr 2026 unterscheide sich stark von der im Jahr 2025. Während die Ukraine mutig die Front halte, zeige sich Russlands Erschöpfung offen.
Es sei nun der Moment, die Unterstützung für die Ukraine noch einmal deutlich zu verstärken, schrieb von der Leyen in sozialen Medien. Die G7 stehe solidarisch hinter einer starken und souveränen Ukraine. (sda/dpa)
G7 will Druck auf Russland erhöhen
Alle G7-Teilnehmer inklusive US-Präsident Donald Trump seien sich einig gewesen, dass sich die Lage der Ukraine auf dem Schlachtfeld deutlich verbessert habe, hiess es nach den Beratungen im französischen Évian aus deutschen Regierungskreisen. «Sie waren sich einig, dass die Unterstützung der Ukraine erhöht werden muss und dass der Druck auf Russland erhöht werden muss.»
Neben Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nahmen an den Beratungen die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Kanada und Japan teil. Die Europäer seien dabei sehr geschlossen aufgetreten, hiess es aus den Regierungskreisen.
«Die Dynamik hat sich geändert, die Ukraine ist in einer Situation der Stärke. Russland kann den Krieg nicht gewinnen, und Russland steht unter Druck. Insofern haben wir eine Änderung in der Tonalität festgestellt.»
Die USA waren bisher alleiniger Vermittler zwischen der Ukraine und Russland. Die Bemühungen Trumps und seiner Regierung um ein Ende des Krieges waren allerdings während des Krieges gegen den Iran zum Erliegen gekommen. Deutschland, Frankreich und Grossbritannien wollen sie nun wieder in Gang bringen. Im Fall neuer Verhandlungen wollen die Europäer mit am Tisch sitzen. (sda/dpa)
Nach Spannungen: «Klärendes Gespräch» zwischen Trump und Meloni
Bekannt ist nur, dass die beiden sich nicht über spezifische Streitpunkte unterhalten haben sollen. Meloni habe die «Einheit des Westens» bekräftigt, die «in dieser Zeit grosser internationaler Krisen absolut notwendig» sei, hiess es aus diplomatischen Kreisen. Dies sei «von beiden Seiten» bekräftigt worden.
Das Verhältnis zwischen Meloni und Trump hatte zuletzt deutlich gelitten. Der US-Präsident hatte die italienische Regierungschefin öffentlich scharf kritisiert, nachdem sie seine verbalen Angriffe auf Papst Leo XIV. als «inakzeptabel» bezeichnet hatte. Auf Meloni angesprochen sagte er damals: «Ich bin schockiert über sie. Ich dachte, sie habe Mut. Ich habe mich geirrt.»
Die rechte Politikerin präsentierte sich zuvor lange Zeit als Brückenbauerin zwischen Europa und den USA. Als einzige europäische Regierungschefin nahm sie an Trumps Amtseinführung in Washington teil. Oftmals wurde sie sogar wegen ihrer guten Kontakte zu dem Republikaner «Trump-Flüsterin» genannt. (sda/dpa)
Trump kündigt weiteres Treffen mit Selenskyj bei G7-Gipfel an
«Russland sollte eine Einigung erzielen», sagte Trump zum Ukraine-Krieg. Selenskyj war bereits am Morgen bei einem Gespräch der G7-Länder dabei gewesen. Selenskyj hatte bei Telegram nach seiner Ankunft beim Gipfel mitgeteilt, dass für die Ukraine eine Stärkung der Flugabwehr das wichtigste Ziel sei. Es brauche zudem diplomatische Anstrengungen, damit Russland seinen Krieg beende.
Die G7-Staaten wollen nach der Einigung auf ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs auch die stockenden Ukraine-Verhandlungen wieder in Gang bringen. Zuletzt hatte sich Vermittler USA beim Ukraine-Krieg auch mit Blick auf den eigenen Krieg im Iran eher zurückgehalten. (sda/dpa)
Indien und Südkorea sorgen in Genf für protokollarische Hektik
Eigentlich hätte das südkoreanische Flugzeug nur drei Minuten vor der indischen Maschine landen sollen. Die südkoreanische Delegation lehnte jedoch eine Warteschleife in der Luft ab. Lee ist Staatspräsident und nimmt protokollarisch einen höheren Rang ein als Modi, der als Regierungschef amtet.
Letztlich landete die südkoreanische Boeing 747-800 - das grösste der offiziellen Flugzeuge, die seit Montag in Genf eingetroffen sind - zehn Minuten vor der indischen Maschine. Das gesamte Empfangskomitee musste daraufhin über das Rollfeld eilen, um Lee zu begrüssen. «Korea», riefen die Verantwortlichen des Flughafenprotokolls.
Bundespräsident Guy Parmelin, begleitet von seiner Ehefrau, habe seinem südkoreanischen Amtskollegen die Bedeutung der bilateralen Beziehungen und den Willen der Schweiz zu deren weiterer Vertiefung hervorgehoben, sagte er der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dies gelte insbesondere für den Bereich der künstlichen Intelligenz (KI). Parmelin hoffe auf eine starke südkoreanische Delegation am internationalen KI-Gipfel, den die Schweiz im Sommer 2027 in Genf organisieren wird.
Auch gegenüber Modi äusserte Parmelin den Wunsch nach einer bedeutenden indischen Beteiligung an diesem Treffen. Der indische Premierminister wiederum lud den Bundespräsidenten ein, im Oktober nach Indien zu reisen, um den ersten Jahrestag des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation (Efta) und Indien zu begehen.
Mit den beiden Staats- und Regierungschefs schloss Parmelin seine zahlreichen Begrüssungen der seit Montag in Genf eingetroffenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des G7-Gipfels ab. Am späten Nachmittag reist er selbst nach Évian, wo unter anderem ein Gespräch mit dem britischen Premierminister Keir Starmer sowie das Galadinner des Gipfels auf dem Programm stehen. Darüber hinaus könnte es zu informellen Treffen mit weiteren Staats- und Regierungschefs kommen. (sda)
Selenskyj dankt der Schweiz für ihre Unterstützung der Ukraine
Der Bundespräsident empfing am Montagabend am Genfer Flughafen seinen ukrainischen Amtskollegen, der auf dem Weg zum G7-Gipfel im französischen Evian war. Auf der Tagesordnung dieses bilateralen Treffens standen laut Bern die Vermittlungsbemühungen der Schweiz im Konflikt zwischen Kiew und Moskau, der Wiederaufbau der Ukraine sowie das Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und der Ukraine.
In seinem auf Englisch verfassten Beitrag wies Selenskyj darauf hin, dass die Gespräche auch die Sanktionsmassnahmen der Partner betrafen, die Russland dazu zwingen können, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Zudem habe er Parmelin über die anhaltenden Angriffe Russlands und den Bedarf an einer Verstärkung der Luftabwehr informiert.
«Wir haben auch über die Zusammenarbeit im Energiesektor gesprochen. Die Schweiz hat uns geholfen, diesen Winter zu überstehen, und wir zählen auf weitere Unterstützung», schrieb er und schloss mit den Worten: «Danke, Schweiz!»
Der Bundespräsident seinerseits teilte in den sozialen Netzwerken mit, er habe «den Willen der Schweiz bekräftigt, hochrangige Treffen auszurichten» und «unsere guten Dienste angeboten».
«Wir werden uns gemeinsam mit unseren Partnern weiterhin dafür einsetzen, den Dialog zu fördern und auf dem Weg zu einem gerechten und dauerhaften Frieden für die Ukraine mitzuwirken», fügte der Waadtländer hinzu. (sda)
Під час зустрічі з Президентом Гі Пармеленом після прибуття в Женеву подякував Швейцарії за всю надану підтримку і, зокрема, за готовність допомагати в наближенні миру.
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) June 15, 2026
Поінформував пана Президента про постійні російські атаки й наші потреби для посилення ППО. Розповів про… pic.twitter.com/B54hw0424O
Parmelin «stolz, G7-Staats- und Regierungschefs zu empfangen»
Parmelin empfing am Montag nacheinander alle Staats- und Regierungschefs der G7 mit Ausnahme des Gastgebers, des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der am Sonntag direkt in Evian eingetroffen war. Um einen solchen Empfang zu gewährleisten, seien gute Rahmenbedingungen erforderlich, wie sie das internationale Genf biete, sagte Parmelin
Der Bundespräsident beklagte, ebenso wie die Genfer Behörden, die Ausschreitungen vom Sonntag in Genf. Die Verantwortlichen müssten sich vor Gericht verantworten, so Parmelin.
Nach bilateralen Gesprächen mit Brasilien, der EU und der Ukraine am Montag wird Parmelin am Dienstag in Evian den britischen Premierminister Keir Starmer treffen. Es könnten ausserdem kurze Gespräche mit anderen Staats- und Regierungschefs, darunter US-Präsident Donald Trump, stattfinden. (sda)
EU-Ratschef: G7-Gipfel tagt in entscheidendem Moment
Grundsätzlich gelte, dass der Gipfel zu einem entscheidenden Zeitpunkt stattfinde, denn niemand könne die aktuellen Herausforderungen allein bewältigen. «Die Entscheidungen, die wir hier treffen, werden ein klares Signal für unsere Bereitschaft senden, zu handeln, zusammenzuarbeiten und die Prinzipien zu verteidigen, die der globalen Stabilität zugrunde liegen», sagte Costa.
Zu den geplanten Gesprächen über den Ukraine-Krieg ergänzte der frühere portugiesische Regierungschef, es sei bedeutend, dass auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj als Gast an den Diskussionen teilnehme. «Dieser Konflikt dauert inzwischen länger als der Erste Weltkrieg», sagte er. Die menschlichen Kosten seien immens und würden weiter ansteigen. (sda/dpa)
Darum geht es am G7-Gipfel
Die Staatsoberhäupter haben eine ziemlich gefüllte Agenda. Demnach stehen Diskussionen zu internationalen Konflikten wie dem Ukraine- sowie dem Iran-Krieg im Zentrum.
So will sich US-Präsident Donald Trump auf dem G7-Gipfel ein weiteres Mal mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen. Ob es sich um ein Zweiergespräch handelt oder weitere Teilnehmer dabei sein werden, liess Trump in seiner Ankündigung offen. Am Freitag nach dem Gipfel wollen die USA und der Iran zudem ein offizielles Rahmenabkommen zur Beilegung des Kriegs im Iran unterzeichnen.
Weiter stehen Diskussionen zu internationalen Partnerschaften, wirtschaftlichem Wachstum und der Zukunft der Künstlichen Intelligenz auf dem Programm.
Diese Personen sind vor Ort
In Évian vor Ort sein werden die Staatsoberhäupter der G7-Staaten sowie Vertreter der EU:
- Friedrich Merz (deutscher Bundeskanzler)
- Emmanuel Macron (französischer Staatspräsident)
- Giorgia Meloni (italienische Ministerpräsidentin)
- Sanae Takaichi (japanische Premierministerin)
- Mark Carney (kanadischer Premierminister)
- Keir Starmer (Premierminister des Vereinigten Königreiches)
- Donald Trump (US-Präsident)
- António Costa (Präsident des Europäischen Rates)
- Ursula von der Leyen (Präsidentin der Europäischen Kommission)
Zudem sind weitere Gäste aus anderen Ländern vor Ort. Dazu gehören:
- Luiz Inácio Lula da Silva (brasilianischer Präsident)
- Narendra Modi (indischer Premierminister)
- William Ruto (kenianischer Präsident)
- Lee Jae-myung (südkoreanischer Präsident)
- Ahmed al-Scharaa (syrischer Präsident)
Im Vorfeld des G7-Gipfels von Evian hat Bundespräsident Guy Parmelin anreisende Staats- und Regierungschefs am Montag am Flughafen Genf empfangen. (leo mit Material der sda)
