15. August: Spanien bereitet sich auf weiteren Migrantensturm aus Marokko vor
Nur zwei Wochen nach dem jüngsten Massenansturm Zigtausender Migranten auf Ceuta bangt die spanische Nordafrika-Exklave einem neuen Ansturm entgegen. In sozialen Netzwerken werden die Menschen in Marokko seit Tagen aufgerufen, sich am 15. August an einem erneuten Versuch zu beteiligen, über Ceuta Spanien und damit die Europäische Union zu erreichen.
Spanische Medien haben Zugang zu Netzwerken und Whatsapp-Gruppen, in denen sich erneut Zigtausende am Samstag in der marokkanischen Grenzstadt Fnideq verabredeten. Der spanische Geheimdienst CNI und die Regierung in Madrid nehmen das ernst. Auch Ende Juli folgten bis zu 80'000 hauptsächlich junge Marokkaner den Aufrufen in sozialen Medien, um nach Ceuta zu gelangen. Vor wenigen Tagen nahm die marokkanische Polizei bereits mehrere Personen fest, die im Verdacht stehen, in Internetforen mit Fake News und «irreführenden Aufrufen» zum neuen Sturm auf Ceuta und Melilla anzustiften.
Neuerdings Taucher und Spezialpolizisten im Einsatz
So brachten sich bereits am Freitag Sondereinheiten der spanischen Bereitschaftspolizei mit Wasserwerfern und gepanzerten Fahrzeugen an den Grenzposten von Ceuta in Stellung. Vom Festland wurde die Präventions- und Reaktions-Spezialeinheit (UPR) geschickt. Die paramilitärische Guardia Civil entsandte rund 220 Beamte zur Verstärkung an die Grenze zu Marokko.
Beamte der Zentralen Brigade für Einwanderung und Grenzschutz sollen die voraussichtlichen Rückführungen beschleunigen. Taucher der Spezialeinheit für Unterwasseraktivitäten (GEAS) stehen bereit, um ein erneutes Drama ertrinkender Migranten zu verhindern, während die spanische Marine eine Fregatte zur Überwachung der Küste vor Ceuta in Stellung brachte.
Sogar Spezialisten für Terrorismusbekämpfung werden vor Ort sein. Madrid dementierte zwar, dass man befürchte, Dschihadisten könnten mit dem vielleicht bevorstehenden Migrantenansturm nach Ceuta gelangen. Doch man «beobachte die Lage aufmerksam und behalte alle Einreisenden im Auge», hiess es aus dem Innenministerium.
Jetzt mobilisiert auch Marokko zusätzliche Sicherheitskräfte
Unterdessen werden in den sozialen Medien bereits erste Debatten geführt, den Ansturm eventuell besser auf den 18. oder den 23. August zu verschieben. Das liegt aber eher an der Mobilisierung der marokkanischen Grenzschutzbeamten. Nach den Spekulationen internationaler Medien, Rabat könnte den letzten Migrantenansturm, bei dem fast 100 Menschen ums Leben gekommen sein sollen, zumindest nicht verhindert oder sogar ausufern lassen haben, liess Marokko nun Hunderte Soldaten und Polizeieinheiten an der Grenze Stellung beziehen.
Videos zeigen, wie Marokko in den vergangenen Tagen zudem den Stacheldraht an den Grenzzäunen verstärkte. Landesweit wurden auch die Kontrollen an Bahnhöfen und Busbahnhöfen mit Verbindungen in die Grenzstadt Fnideq verstärkt.
Vor allem in der südlichen Region Marrakesch sowie in Rabat, Casablanca und Agadir herrschte laut dem marokkanischen Innenministerium in den vergangenen Tagen eine ungewöhnlich hohe Anwesenheit von Jugendlichen. «Es wurden aber alle notwendigen Massnahmen ergriffen, um jeden Versuch eines illegalen Grenzübertritts zu verhindern und jeden, der daran teilnehmen will, abzufangen», sagte Rachid el Jalfi, Sprecher des marokkanischen Innenministeriums. (schweizheute.ch)
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