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Die EU importiert so viel russisches Erdgas wie noch nie

FILE - This undated file photo shows a Qatari liquid natural gas (LNG) tanker ship being loaded up with LNG, made up mainly of methane, at Raslaffans Sea Port, northern Qatar. Qatar is home to roughly ...
Russisches Flüssigerdgas boomt in Europa – unter anderem, weil es bald verboten wird. (Archivbild)Bild: keystone

Russlands grösstes LNG-Werk steht vor dem Export-Aus – das steckt dahinter

Das grösste russische Flüssigerdgas-Werk beliefert Europa mit so viel LNG wie noch nie. Doch bald könnte die Produktionsstätte gezwungen sein, den Export einzustellen.
13.07.2026, 10:3413.07.2026, 11:46

Auf der Halbinsel Jamal steht Russlands grösstes Werk zur Verflüssigung von Erdgas. Das 2018 eröffnete Jamal LNG, welches unter anderem der russischen Energiefirma Novatek gehört, produziert offiziell 17,4 Millionen Tonnen LNG (Liquid Natural Gas, zu Deutsch Flüssigerdgas) pro Jahr; tatsächlich ist es meist mehr. Und genau von diesem Werk haben europäische Unternehmen im ersten Halbjahr 2026 so viel Gas wie noch nie importiert, schreibt die Financial Times am Montag.

Ganze 9,89 Millionen Tonnen LNG haben das Werk seit Jahresbeginn in Richtung Europa verlassen – und damit fast der gesamte Output von Jamal LNG. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 18 Prozent mehr, zitiert die Zeitschrift das Analyseunternehmen Keplr. Und die deutsche NGO Urgewald rechnet vor, dass dafür bis zu sechs Milliarden Euro (rund 5,5 Milliarden Franken) nach Russland geflossen sind.

Die grössten Importeure sind Frankreich, Belgien und Spanien. Vom Jamal-Werk sind jeweils 3,6, 2,9 und 2,7 Millionen Tonnen Flüssigerdgas in diese Länder geflossen, so Keplr. Dabei hat die EU klare Regeln diesbezüglich.

Totales Verbot kommt 2027

Die EU verbietet den Kauf von russischem Flüssigerdgas im Rahmen von Kurzzeitverträgen. Somit muss für jede Lieferung von Jamal LNG nach Europa die Zollbehörde des Importlandes bestätigen, dass der Kauf im Rahmen eines bereits bestehenden Langzeitvertrags erfolgt ist.

Doch das ändert sich bald. Ab dem 1. Januar 2027 verbietet die EU auch den Kauf von russischem LNG aus Langzeitverträgen. Ein Importverbot für Erdgas aus Pipelines soll im Verlauf des Jahres folgen. Dann müssen sowohl Käufer als auch Verkäufer nach Alternativen suchen, doch bis es so weit ist, scheinen die europäischen Länder noch einmal kräftig zugreifen zu wollen.

Sebastian Rötters, Campaigner bei Urgewald, nennt die neuesten Zahlen der Jamal-Exporte «erschreckend». Trotzdem kämen sie «nicht aus dem Nichts»: So seien die Exporte nach Europa seit der Intensivierung der russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur stetig angestiegen.

Exporte von Jamal könnten ganz stoppen

Das Flüssigerdgas von Jamal wird ausschliesslich über den Seeweg transportiert. Sebastian Rötters erklärt: «Jamal LNG ist von einer kleinen, spezialisierten Flotte, europäischen Häfen und europäischen Dienstleistungen abhängig. Europa stellt all dies weiterhin zur Verfügung.»

Während Europa im ersten Halbjahr 2026 so viel Flüssigerdgas von Jamal importiert hat, sind die Verkaufszahlen nach Asien um 74 Prozent eingebrochen, schreibt die FT. Dies liegt unter anderem daran, dass mehrere internationale Transportfirmen und Versicherer das Risiko nicht mehr eingehen wollen, EU-Sanktionen zu touchieren.

Und: Weil der Transport über die Nordroute in Richtung Asien deutlich länger und riskanter ist als der Export nach Europa, dürfte das EU-Verbot 2027 drastische Folgen für das Werk haben. Der CEO der französischen TotalEnergies, welche nebst Novatek und der chinesischen CNPC Beteiligungen an Jamal LNG hält, prophezeit gar, dass das Werk unter Umständen den Export ganzheitlich einstellen müsste.

(cpf)

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32 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Wolfgang Bumbuy
13.07.2026 11:05registriert November 2024
Die EU Länder kaufen überhaupt gar kein Gas, weder von Russen noch von sonst jemandem.
Das sind Firmen, und die nutzen den noch vorhandenen rechtlichen Rahmen aus , solange sie noch können.
Denn die EU und ihre Mitgliedstaaten werden genau das jetzt unmöglich machen.
Gut so.
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