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Extremwetter

Hitzewelle vom Juni soll 10'000 Tote in Europa gefordert haben

KEYPIX - epa13103319 A woman uses an umbrella to shield herself from the sun on a hot day in Frankfurt am Main, Germany, 10 July 2026. EPA/MATIAS BASUALDO
Immer öfter zu sehen, auch in der Schweiz: ein Regenschirm, umfunktioniert zum Sonnenschirm. Bild: keystone
Extremwetter

10'000 zusätzliche Todesfälle während der vergangenen Hitzewelle in Europa

13.07.2026, 15:0813.07.2026, 15:08

Das Netzwerk EuroMOMO (European Mortality Monitoring), das die Gesamtsterblichkeit in Europa überwacht, hat neue Zahlen betreffend die Übersterblichkeit während der vergangenen Hitzewelle Ende Juni bekannt gegeben. Gemäss dem zur Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC und der Weltgesundheitsorganisation WHO gehörigen Netzwerk kam es in der Woche vom 22. bis zum 28. Juni zu rund 10'000 zusätzlichen Todesfällen in Europa, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Mehr als 9000 dieser Todesfälle entfielen auf Menschen, die über 65 Jahre alt waren. Der Epidemiologe und Medizinwissenschaftler Lasse Vestergaard des Statens Serum Instituts in Kopenhagen, bei dem EuroMOMO angesiedelt ist, spricht gegenüber Reuters von einer «aussergewöhnlich hohen Übersterblichkeit» für diese Zeit des Jahres.

«Es ist schwierig, diesen hohen Wert mit etwas anderem als der Hitze zu erklären», so der Wissenschaftler aus Dänemark. So seien in diesem Zeitraum keine weiteren Faktoren zu beobachten gewesen, die die hohe Zahl der zusätzlichen Todesfälle erklären würden. Um die Übersterblichkeit zu ermitteln, werden unabhängig von der Todesursache die effektiven Todesfälle in 27 europäischen Ländern mit den statistisch erwartbaren Todesfällen in diesem Zeitraum abgeglichen.

Bei älteren Menschen kann die extreme Hitze auf verschiedene Arten zum Tode führen, so kann diese einen Hitzeschlag verursachen oder Herz-, Kreislauf- und Atemerkrankungen verschlimmern.

Unabhängig von den Zahlen von EuroMOMO kam eine weitere Untersuchung des Imperial College London zur Übersterblichkeit in England und Wales zum Ergebnis, dass während der Hitzewellen im Mai und Juni in den zwei britischen Ländern alleine rund 2700 Menschen an hitzebedingten Ursachen starben. Gemäss der Studie sind rund 42 Prozent dieser Todesfälle auf die zusätzliche Hitze durch den menschengemachten Klimawandel zurückzuführen. (jul)

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