International
Forschung

Studie: Möglicher Pflanzenwuchs im Wüstensand dank Bakterien und Pilzen

https://www.empa.ch/web/s604/lebender-sand-dank-biopolymeren
Biopolymer Wüstensand Desert Sand Empa Khalifa University
Die behandelten Sandproben halten ihre Form selbst unter Wasser.Bild: Khalifa University via Empa

Ein Forschungsteam will Wüstensand mit Bakterien und Pilzen beleben

Ein Forschungsteam haucht Wüstensand Leben ein: Mit Hilfe von Bakterien und Pilzen wird der Boden stabiler und kann Wasser deutlich länger halten. Dies soll künftig Pflanzenwachstum ermöglichen.
20.08.2026, 11:4420.08.2026, 11:44

Wüstenbildung infolge von übermässiger Landnutzung, Abholzung und Klimawandel bedroht weltweit zunehmend Böden. Ein Forschungsteam hat nun einen Ansatz gegen die Erosion und für eine bessere Wasserspeicherung in Sandböden untersucht, wie die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) am Donnerstag mitteilte.

Die Forschenden der Empa und der «Khalifa University of Science and Technology» in Abu Dhabi versetzten den Sand mit bestimmten Bakterien und Pilzen. Die Bakterien und Pilze sondern sogenannte Biopolymere ab, die den Sand widerstandsfähiger gegen Erosion machen. Biopolymere sind natürliche Moleküle, die aus langen Ketten bestehen.

Wasser versickert langsamer

In den Versuchen testete das Team Sandproben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die mit unterschiedlichen Mikroorganismen in einer Nährlösung versetzt wurden. Anschliessend kontrollierten die Forschenden die mechanische Widerstandsfähigkeit und die Wasserdurchlässigkeit. Die Resultate zeigten, dass insbesondere die mit Bakterien behandelten Proben deutlich robuster waren als reiner Sand. Das Wasser sickerte darin bis zu sechsmal langsamer durch.

https://www.empa.ch/web/s604/lebender-sand-dank-biopolymeren
Biopolymer Wüstensand Desert Sand Empa Khalifa University
Die Sandkörner bilden einen robusten Klumpen.Bild: Khalifa University via Empa

In einem zweiten Ansatz stellten die Forschenden im Labor Matten aus Cellulose her. Dafür nutzten sie Bakterien, die Nanocellulose produzieren. Diese als Geotextilien bezeichneten Matten fügten sie mit dem Sand zu Schichtstrukturen zusammen. Dieser Prozess war arbeitsintensiver, lieferte aber die besten Ergebnisse bezüglich Stabilität und Wasserdurchlässigkeit. Bei diesen geschichteten Proben wurde die Versickerung des Wassers um das 28-Fache verlangsamt.

Die Laborversuche seien ein erster Schritt gewesen. Nun müssten Feldstudien oder Versuche in Gewächshäusern folgen. Dabei soll untersucht werden, welchen Einfluss die Biopolymere auf das Pflanzenwachstum haben und wie gross das Potenzial der Technologie für die Landwirtschaft ist. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Ferien vorbei? Hier kannst du weiter träumen – von den schönsten Stränden der Welt
1 / 15
Ferien vorbei? Hier kannst du weiter träumen – von den schönsten Stränden der Welt
Anse Couleuvre Beach auf Martinique: Die Blumeninsel gehört zu den kleinen Antillen und ist ein Paradies für Wassersportler – ob Taucher, Segler, Surfer, Jetski- oder Wasserski-Fahrer.
quelle: ap martinique promotion bureau / cmt usa / luc olivier
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Historisches August-Niedrigwasser: Rhein legt bei der Insel Werd riesige Flächen frei
Video: extern
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
12 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12
Melania Trump ist zurück: «Ihr habt mich vermisst – hier bin ich!»
First Lady Melania Trump hat sich nach einer mehrwöchigen Abwesenheit in der Öffentlichkeit mit einem scherzhaften Satz zurückgemeldet.
«Ich habe gehört, ihr habt mich vermisst. Hier bin ich!», begrüsste die 56-Jährige am Donnerstag (Ortszeit) Gäste im Rosengarten des Weissen Hauses. Ihre Worte lösten beim Publikum, unter ihnen auch US-Präsident Donald Trump, fröhliches Gelächter aus.
Zur Story