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UV-Strahlung steigt laut Studie in weiten Teilen Europas

News Bilder des Tages Sonnenaufgang über dem Oderwald Wolfenbüttel. Um genau 5:45 lugte die Sonne über dem Horizont und erstrahlte den Landkreis Wolfenbüttel in einem beeindruckendem Morgenrot. Schon  ...
An 40 Messstellen wurde die gewichtete tägliche «erythemische» – also hautwirksame oder sonnenbrandverursachende – UV-Belastung aufgezeichnet und analysiert.Bild: www.imago-images.de

UV-Strahlung steigt laut Studie in weiten Teilen Europas

18.08.2026, 10:2518.08.2026, 10:26

Über einen signifikanten Anstieg der UV-Strahlung in weiten Teilen Europas berichtet das Fachblatt «Photochemical & Photobiological Sciences». Demnach betrug der Anstieg der Strahlung im Schnitt rund 1,2 Prozent pro Jahr an 26 von 40 untersuchten Messstationen von 2013 bis 2022. Im Hinblick auf die Belastung für die Haut und die Umwelt sollten dieser Trend und seine Auswirkungen weiter untersucht werden.

Untersucht hatte dies ein Team um Erstautor Alois Schmalwieser von der Vetmeduni Wien. An mehreren Standorten in Europa wurden demnach in den vergangenen Jahren Veränderungen der UV-Belastung festgestellt, die vor allem durch veränderte Wettermuster wie verminderte Wolkenbedeckung verursacht werden.

Wie viel UV-Strahlung in Bodennähe ankommt, ist neben der Sonnenhöhe zu Mittag und der sich im Jahreszyklus ändernden Tageslänge vor allem von der Wolkenbedeckung, aber auch von der Dicke der Ozonschicht und den in der Luft befindlichen Schwebestoffen (Aerosolen) abhängig. Diese können die einfallende Strahlung streuen oder absorbieren. Ein weiterer Faktor ist die Reflexion von Schnee- oder Wasserflächen auf dem Boden.

Das Forschungsteam um Schmalwieser von der Abteilung für Medizinische Physik und Biophysik der Veterinärmedizinischen Universität Wien untersuchte in einem «einzigartigen Vergleich», ob dies auch im grösseren Massstab zutrifft.

Trend soll untersucht werden

An 40 Messstellen wurde die gewichtete tägliche «erythemische» – also hautwirksame oder sonnenbrandverursachende – UV-Belastung aufgezeichnet und analysiert. Dort zeigte sich im Untersuchungszeitraum durchwegs ein Plus, wenn auch in unterschiedlichem Ausmass, wie Schmalwieser der APA erklärte. So sei in Dornbirn der Anstieg im Mai und Juni am stärksten. Dort steige der Jahresmittelwert um 1,28 Prozent pro Jahr – also sogar stärker als das Plus im Europa-Schnitt von exakt 1,16 Prozent jährlich.

«In Wien ist der Anstieg im Juni signifikant. Das Jahresmittel steigt um 0,64 Prozent pro Jahr», so der Forscher. Die Daten aus Österreich würden insgesamt im Europa-Trend liegen, erklärte Schmalwieser.

Alles in allem registrierte man UV-Strahlungszuwächse in einem weiten Gebiet Europas: von Griechenland bis zum mittleren Teil Skandinaviens sowie von den Britischen Inseln im Westen bis nach Polen und der Slowakei im Osten, schreiben die Forschenden. Im hohen Norden und weit im Süden fallen die Zuwächse geringer aus.

Eine Ausnahme bildet der mittlere und südliche Teil der Iberischen Halbinsel, wo kein Anstieg registriert wurde. Der Grossteil des Zuwachses dürfte auf die abnehmende Wolkenbedeckung im sich erwärmenden Klima vielerorts zurückzuführen sein.

Auswirkungen auf Haut und Ökosysteme

Die Beobachtungen an den Messstellen passen auch gut zu Trends der globalen Solarstrahlung und Sonnenscheindauer aus Satellitendaten» zusammen, wird Schmalwieser zitiert. Das lasse laut der Forschenden darauf schliessen, dass es sich um Entwicklungen handelt, die nicht nur rund um die Messstellen, sondern auch in den umliegenden grösseren Regionen ablaufen. Der Anstieg dürfte in etwa ab den Jahren 2010 bis 2013 Fahrt aufgenommen haben.

Insgesamt gelte es jetzt, diesen Trend und seine Auswirkungen genauer zu untersuchen, da ein Plus bei der UV-Strahlung auch zu einer höheren Gefahr für Hautkrebserkrankungen führt. Ausserdem können sich Veränderungen auch auf Land- und Wasserökosysteme auswirken, wo sie die Photosynthese-Balance und landwirtschaftliche Produktivität beeinflussen können. (sda/apa)

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