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Uno-Bericht: 1.5-Grad-Ziel nicht mehr zu schaffen, massive Folgen drohen

epa13051775 A tree stands on a deserted beach in the village of Cedeno, Honduras, 18 June 2026 (issued 20 June 2026). Cedeno, a small fishing village on Honduras's Pacific shore, has been severel ...
Das Klima verändert sich aktuell rasant und mit ihm auch unser Lebensraum.Bild: keystone

Neuer Bericht zeigt: 1.5-Grad-Ziel laut Uno nicht mehr zu schaffen

02.09.2026, 09:2602.09.2026, 09:26

Die menschengemachte Erderwärmung wird sich nicht auf 1,5 Grad begrenzen lassen. Das macht ein Bericht des Uno-Umweltprogramms (Unep) klar. Wichtig sei nun, die Chance auf nur kurzfristiges Überschreiten zu nutzen – und zwar sofort.

Auf ein inzwischen unvermeidliches Übersteigen der 1,5-Grad-Marke in der Klimakrise muss dem Unep zufolge eine möglichst rasche Rückkehr unter diesen Wert folgen. Risiken und Auswirkungen verstärkten sich mit jedem Bruchteil eines Grades und mit jedem Jahr, warnen die Experten im Bericht «Limiting Overshoot» (Überschreiten begrenzen). «Die sengende Hitze, die verheerenden Waldbrände und die tödlichen Überschwemmungen dieses Sommers sind eine Warnung vor dem, was uns bevorsteht», betonte Uno-Generalsekretär António Guterres.

Inger Andersen, executive director of the U.N. Environment Programme, attends a session at the COP30 U.N. Climate Summit, Thursday, Nov. 13, 2025, in Belem, Brazil. (AP Photo/Fernando Llano)
Climate C ...
Unep-Exekutivdirektorin Inger Andersen ruft die Staaten zu verstärktem Engagement gegen den Klimawandel auf.Bild: keystone

Der Bericht nennt einen Pfad aus «Überschreiten, Höhepunkt und Rückgang» als die beste verbleibende Option. «Wir müssen die Überschreitung so gering und so kurz wie möglich halten – indem wir begrenzen, wie stark die Temperaturen ansteigen und wie lange sie über 1,5 Grad bleiben», sagte Guterres. Unep-Exekutivdirektorin Inger Andersen betonte bei der Vorstellung des Berichts in Nairobi:

«Jetzt ist es an der Zeit, unsere Klimaschutzbemühungen zu verstärken – und nicht, sie aufzugeben.»

Aktuell auf dem Weg zu 2,6 Grad mehr

Aktuell befindet sich die Welt dem Bericht zufolge auf einem Weg, der zu etwa 2,6 Grad Temperaturanstieg im Vergleich zur vorindustriellen Zeit führen würde. Vieles deute darauf hin, dass die 1,5-Grad-Grenze bereits in den kommenden Jahren dauerhaft überschritten werde. Im optimistischsten Szenario, wenn sehr schnell und umfassend reagiert würde, könne der Höchstwert auf 1,8 Grad über dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden, sagte Debra Roberts, eine der Autorinnen des Berichts.

Zu den dafür nötigen Massnahmen zählen Guterres zufolge ein beschleunigter Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und der Ausbau erneuerbarer Energien, eine drastische Reduzierung der Methanemissionen und der Schutz von Land, Wäldern und Ozeanen. Einen wesentlichen Bestandteil des Massnahmenmixes sehen die Autorinnen und Autoren zudem in sorgfältig gesteuerter Kohlendioxid-Entfernung aus der Luft und dessen Speicherung durch Aufforstung oder andere Mittel.

Nicht jede Auswirkung wird umkehrbar sein

«Es wird keine guten Ergebnisse geben, wenn wir über 1,5 Grad bleiben», warnte Andersen. Einige Auswirkungen könnten abrupt auftreten, während andere sich im Laufe der Zeit verstärkten. Nicht jede sei reversibel, heisst es im Bericht – Regierungen hätten daher tiefgreifende Anpassungsmassnahmen umzusetzen. Mitautorin Shobha Maharaj von der Universität von Fidschi betonte:

«Die Anpassung darf nicht hinter der Eindämmung zurückstehen: Beides muss jetzt umgesetzt werden, insbesondere dort, wo die Gefährdung am grössten ist.»

Zu den zu erwartenden Folgen zählen Unep zufolge verstärkte Extremwetterereignisse, der Verlust von Ökosystemen und die Überflutung kleiner Insel-Entwicklungsländer und tiefliegender Küstenstädte. Schwere Schäden für die menschliche Gesundheit, die Ernährungssicherheit, die Wasserversorgung, die Natur, Städte, Infrastruktur und Wirtschaft seien zu erwarten.

Verlust von Leben, Existenzen und vielem mehr

«Die Folgen unzureichender Massnahmen werden bereits deutlich: die zunehmende Zahl von Katastrophen, von denen wir in den Nachrichten hören, der Verlust von Menschenleben, Existenzgrundlagen, Häusern und so vielem mehr», warnte Maharaj. Es bestehe die Gefahr, dass die Menschheit nicht direkt und umfassend, sondern von Krise zu Krise reagiere. Der Aufbau von Anpassungsmassnahmen dauere aber Jahrzehnte. Pläne müssten darum jetzt sofort, noch vor weiteren Auswirkungen, entworfen und umgesetzt werden. «Reaktive Ausgaben entziehen den Bereichen Klimaschutz und Anpassung Ressourcen, vertiefen den Overshoot und schüren die nächste Krise.»

epa13147327 People wade through a flooded road during heavy monsoon rain in Hyderabad, Pakistan, 02 August 2026. Pakistan's disaster management and weather authorities warned that a new monsoon s ...
Der Klimawandel erhöht die Wahrscheinlichkeiten von Extremwetterereignissen, wie hier Überschwemmungen in Pakistan nach massivem Monsun-Regen.Bild: keystone

Die Frage sei: «Werden wir handeln? Oder werden wir die sich abzeichnende Gefahr noch verschärfen, indem wir das Problem weiter vor uns herschieben?» Mitautor Carl Schleussner von der Humboldt-Universität Berlin sagte: «Die Extreme dieses Sommers, bei noch nicht einmal 1,5 Grad, zeigen, was auf dem Spiel steht.» Andersen betonte: «Wir können – und müssen – den richtigen Weg einschlagen.» Mitautor Andy Reisinger von der Australian National University sagte, es sei eindeutig klar, was nötig ist. «Lassen wir uns diese Chance nicht auch noch entgehen.» (leo/sda/dpa)

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