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Forschung

Studie zeigt: Emotionen fördern Klimaschutz wirksamer als Fakten

Université de Genève / Uni Bastions
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verglichen die Wirkung von fünfzehn verschiedenen Kommunikationsstrategien zum Klimawandel.Bild: Google maps / Université de Genève

Studie zeigt: Emotionen fördern Klimaschutz wirksamer als Fakten

Für mehr Klimaschutz braucht es Gefühl statt nur Fakten. Eine Genfer Studie zeigt, dass Bilder und emotionale Geschichten Menschen eher zum Handeln bewegen als wissenschaftliche Beweise.
01.09.2026, 11:5301.09.2026, 11:53

Ein Forschungsteam der Universität Genf (Unige) analysierte für die Untersuchung 71 Studien mit Daten von insgesamt 216'000 Teilnehmenden, wie die Hochschule am Dienstag mitteilte. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verglichen die Wirkung von fünfzehn verschiedenen Kommunikationsstrategien zum Klimawandel.

Die Auswertung ergab, dass fast alle untersuchten Strategien eine positive Wirkung auf die Absichten, das Verhalten und die Unterstützung für klimapolitische Massnahmen hatten. Dazu zählten etwa die Vermittlung von Fakten, das Auslösen von Emotionen oder Ansätze, die finanzielle oder gesundheitliche Folgen des Klimawandels hervorheben.

Als einzige Strategie erwiesen sich Botschaften als wenig bis gar nicht wirksam, die auf die individuelle und kollektive Verantwortung abzielten. Laut den Forschenden können solche Appelle sogar Misstrauen hervorrufen.

Fiktion schlägt Fakten

Besonders leistungsfähig waren gemäss der Studie Kampagnen, die ein starkes emotionales Engagement hervorriefen. Dies geschah beispielsweise durch Erzählungen oder indem sie das Staunen über die Schönheit der Natur weckten. Auch die Verwendung von Bildern erhöhte die Wirksamkeit der Botschaften.

Diese emotionalen Ansätze seien deutlich erfolgreicher als die reine Übermittlung von wissenschaftlichen Beweisen, schrieben die Autoren der Studie, Mario Herberz und Tobias Brosch. Ebenfalls bessere Resultate erzielten Botschaften, die auf moralischen oder ethischen Überlegungen basierten.

Die Tatsache, dass fast alle Strategien eine positive Wirkung zeigten, sei ermutigend. Die untersuchten Studien hätten die Wirkung von Botschaften gemessen, denen Personen nur einmal ausgesetzt waren. Da Wiederholung die Wirkung verstärke, bestehe ein grosses Verbesserungspotenzial für die Klimakommunikation. Die Ergebnisse wurden im «Journal of Environmental Psychology» veröffentlicht. (sda)

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