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Schottisches Parlament lehnt Entwurf für Brexit-Gesetz ab

epa06568575 First Minister of Scotland Nicola Sturgeon delivers a speech to the Association of British Insurers conference in London, Britain, 27 February 2018. Reports state that Sturgeon has stresse ...
Nicola Sturgeon: Startet die schottische Regierungschefin ein zweites Unabhängigkeitsreferendum? Bild: EPA/EPA

Schottisches Parlament lehnt Entwurf für Brexit-Gesetz ab – nun droht die Verfassungskrise

15.05.2018, 18:5215.05.2018, 19:12

Das schottische Regionalparlament hat am Dienstag den umstrittenen Entwurf für das Brexit-Gesetz abgelehnt. 93 Abgeordnete stimmten gegen den Gesetzentwurf der britischen Regierung, 30 dafür.

Die Regierung in Edinburgh hatte zuvor an die Abgeordneten appelliert, dem Gesetzentwurf die Zustimmung zu verweigern, mit dem der Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union geregelt werden soll. Das Votum könnte eine Verfassungskrise heraufbeschwören.

Mit dem derzeit auch in London heftig diskutierten Gesetz wird der Eintritt Grossbritanniens in die EU rückgängig gemacht. Ausserdem werden EU-Regeln in britisches Recht übertragen.

London und Edinburgh streiten vor allem darüber, wer nach dem EU-Austritt derzeit in Brüssel liegende Entscheidungskompetenzen erhält, unter anderem in der Landwirtschaft und Fischerei.

epa06737806 British Prime Minister Theresa May arrives for a photocall with members of the United Kingdom's Invictus Games team for the teams launch in Horse Guards Parade, Central London, 2018.  ...
Theresa May: Die britische Premierministerin ist nicht verpflichtet, den Gesetzesentwurf zu ändern.Bild: EPA/EPA

Die schottische Regierung möchte in diesen Bereichen selbst die Kontrolle übernehmen, London will hingegen einheitliche Regelungen im gesamten britischen Wirtschaftsraum. Schottische Regierungsvertreter werfen Premierministerin Theresa May vor, die Macht an sich reissen zu wollen.

Warnung vor Konfrontation

May ist nicht verpflichtet, nach der Ablehnung des Brexit-Gesetzes durch Schottland ihren Austrittsplan zu ändern. Experten warnen jedoch davor, dass eine direkte Konfrontation zwischen London und Edinburgh die schottischen Unabhängigkeitsbestrebungen befördern könnte.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon warnte bereits am Montag, mit dem Brexit-Gesetz bewege sich Grossbritannien auf «verfassungsrechtliches Neuland» zu.

2014 hatten die meisten Schotten in einer Volksabstimmung gegen die Loslösung von Grossbritannien gestimmt. Allerdings wurde beim Brexit-Referendum im Juni 2016 erneut die grosse Kluft zwischen Schotten und Engländern deutlich: Damals votierten die schottischen Bürger mehrheitlich gegen den EU-Austritt Grossbritanniens.

Sturgeon drohte bereits mit einem zweiten Unabhängigkeitsreferendum, sollte London versuchen, der Region ihre Politik aufzuzwingen. (sda/afp)

Die Briten schulden der EU Milliarden

Video: srf

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