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Britischer Premier Keir Starmer entschuldigt sich für Zwangsadoptionen

Britain's Prime Minister Keir Starmer, center, attends a meeting with campaigners to discuss historical forced adoption, at Downing Street, in London, Thursday July 2, 2026. (Isabel Infantes/Pool ...
Der britische Premierminister Keir Starmer in London. Bild: keystone

«Schandfleck unserer Geschichte»: Keir Starmer entschuldigt sich für Zwangsadoptionen

Mehr als 180'000 Babys unverheirateter Mütter wurden in England und Wales zwischen 1949 und 1976 zwangsweise zur Adoption freigegeben. Nun hat sich Premierminister Keir Starmer erstmals stellvertretend für den Staat bei Müttern und Kindern entschuldigt.
02.07.2026, 22:1302.07.2026, 22:13

Was geschah, hätte niemals passieren dürfen, sagte Starmer im Unterhaus. Er fügte hinzu: «Das ist ein Schandfleck in unserer Geschichte.»

Es habe sich nicht um Einzelfälle, sondern um Praktiken gehandelt, die in den kommunalen Behörden systemisch gewesen seien, so der Labour-Politiker. Die Behörden seien mit Macht über das Leben der Menschen ausgestattet worden, hätten sie aber «ohne Mitgefühl, ohne Mitbestimmung, ohne Würde und ohne angemessene Schutzmechanismen» ausgeübt.

Adoptionszwang durch gesellschaftliche Vorstellungen

Bei dem Adoptionsskandal wurden unverheiratete Frauen aufgrund damaliger gesellschaftlicher Vorstellungen unter Druck gesetzt, ihre Kinder abzugeben. Bereits vor Jahren forderte der Gemeinsame Ausschuss für Menschenrechte (Joint Committee on Human Rights) laut des Senders Sky eine Entschuldigung des Staates. Dem vorausgegangen war demnach eine Untersuchung, bei der etwa mit Betroffenen und Fachleuten gesprochen wurde.

Die Initiative Movement for an Adoption Apology sprach der Nachrichtenagentur PA zufolge nun von einem wichtigen Schritt «für die Hunderttausenden von Müttern, die noch immer mit ihrem Verlust leben und deren Leid endlich anerkannt wurde» – auch wenn die Entschuldigung viel zu spät komme. In den vergangenen Jahrzehnten machten viele betroffene Mütter ihre Erfahrungen öffentlich und berichteten laut PA etwa von Schamgefühlen, mit denen sie bis heute lebten.

Starmer ist nicht der erste Regierungschef, der sich in dieser Form an Betroffene wendet. Auch in Wales, Schottland und Australien gab es in den vergangenen Jahren offizielle Entschuldigungen seitens der Regierungen. Erwartet werden nun britischen Medienberichten zufolge Forderungen nach Entschädigungszahlungen. (sda/dpa)

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