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New York: Hochhaus wegen Einsturzgefahr evakuiert

Videos, die in den sozialen Medien kursieren, zeigen die statischen Probleme im 21. Stock des Hochhauses.Video: twitter/cpf

«Stahlträger knicken wie Zigaretten»: Hochhaus in New York einsturzgefährdet

Ein Hochhaus in New York ist akut einsturzgefährdet. Mehrere umliegende Gebäude wurden evakuiert. Alles, was du dazu wissen musst, liest du hier.
07.07.2026, 17:1107.07.2026, 22:49

Das ist passiert

Über 30 Stockwerke hoch und einsturzgefährdet – so steht es derzeit um ein Hochhaus im Zentrum New Yorks. Laut der New York Times sei das Gebäude, welches nahe dem Grand Central Terminal steht, seit Dienstag instabil.

Das Pfizer-Gebäude an der East 42nd Street in New York droht einzustürzen und wurde deshalb evakuiert.
Das ehemalige Pfizer-Büro (Mitte rechts, graue Fassade) ist vom Einsturz gefährdet.Bild: sc/google street view

Kurz vor 8 Uhr morgens sei bei der lokalen Feuerwehr ein Telefonat eingegangen, wonach an der East 42nd Street Ziegelsteine auf die Strasse fielen. In der Folge sei das ehemalige Bürogebäude, welches derzeit zu einem Wohnhaus umgebaut wird, evakuiert worden. Im Verlauf des Dienstags wurden insgesamt neun weitere umliegende Gebäude, darunter auch eine Schule und zwei Hotels, evakuiert, informierte der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani an einer Pressekonferenz.

Verletzte habe es keine gegeben. Die Behörden haben eine sogenannte «Kollapszone» eingerichtet. Man gehe aber nicht davon aus, dass das gesamte Gebäude einstürzen werde, sondern nur ein Teil, so die Leiterin der städtischen Feuerwehr. Am Nachmittag wurde die Zone deshalb merklich verkleinert.

Die Gegend rund um das betroffene Gebäude ist eine der betriebsamsten der Millionenmetropole: Tausende Menschen wohnen und arbeiten hier, dazu kommen unzählige Besucher, die unter anderem Attraktionen wie den Bahnhof Grand Central, das Chrysler-Gebäude oder das Hauptquartier der Vereinten Nationen besichtigen.

Das sind die Hintergründe

Eine Inspektion hat ergeben, dass der 21. Stock betroffen ist: Ein Stahlträger sei «kompromittiert» und zwei Säulen seien geknickt. Mehrere der darüberliegenden Stockwerke würden durchhängen.

«Die Stahlträger knicken wie Zigaretten.»

Ein Vertreter der örtlichen Eisenleger-Gewerkschaft bestätigte, dass die Bauarbeiter evakuiert wurden, nachdem Träger sich bogen: «Die Nordseite des Gebäudes zerfällt. Die Stahlträger knicken wie Zigaretten.» Einer der Bauarbeiter habe gesehen, dass Beton «herunterkam», und dass die Fenster geborsten seien.

Hochhaus in New York.
Oben ersichtlich: ein durchhängendes Stockwerk.Bild: FDNY

Im Zuge des Umbaus vom Bürogebäude zum Wohnhaus wurden mehrere Stockwerke zusätzlich gebaut. Laut des Gewerkschaftsvertreters sei dies der Grund für die eingeknickten Säulen und Träger – man habe nicht genügend neuen Stahl implementiert, um das zusätzliche Gewicht zu tragen.

Dass tatsächlich, wie im ursprünglichen Telefonat erklärt, Ziegelsteine auf die Strasse gefallen sind, sei unbestätigt, heisst es von öffentlicher Seite.

Video: twitter/cpf

Ein Sprecher der Baufirma, die hinter dem Umbau steht, sagte gegenüber der New York Times, dass man von den Problemen wisse und in Absprache mit den Baubehörden sei. Später erfolgte ein schriftliches Statement:

«Die Sicherheit von allen im und um das Gebäude hat für uns oberste Priorität. Wir sind dankbar, dass es keine Verletzten gegeben hat und dass, wie die Baubehörde bestätigte, kein Schutt vom Gebäude gefallen ist. Wir bestätigen, dass die betroffene Stelle ein kleiner Teil von einem der beiden Gebäude im Komplex ist. Wie die Leiterin der Feuerwehr bereits erwähnte, ist nur ein Teil des Gebäudes einsturzgefährdet.»

So geht es weiter

Seit dem Eintreffen der Behörden am Morgen habe sich das Hochhaus weiter bewegt, sagte der Chef der lokalen Feuerwehr am Dienstag. Laut des Vorsitzenden der Baubehörde organisiere die Stadt nun Notbalken und -säulen, um die Struktur des Hochhauses zu stabilisieren.

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Die Feuerwehr ist vor Ort.Bild: keystone

«Alle paar Minuten schätzen wir die Lage des Gebäudes neu ein und evaluieren unsere Möglichkeiten», so Bürgermeister Mamdani. Die strukturellen Verhältnisse des Gebäudes seien weiterhin instabil.

Für die Baufirma dürfte das Ganze ein Nachspiel haben: Die Baubehörde hat bereits eine Beschwerde eingereicht. Man habe beim Umbau mehr ausgehöhlt, als in den eingereichten Bauplänen ersichtlich und erlaubt. Seit 2020 seien im Rahmen des Umbaus 22 Verstösse gegen Baurichtlinien festgehalten worden, davon bestünden 13 weiterhin.

Das wissen wir zum Gebäude

Der Bürokomplex besteht aus zwei Gebäuden, die in den 1970er-Jahren gebaut wurden. Bis vor Kurzem nutzte der Pharmakonzern Pfizer die Räumlichkeiten. Derweil wird der Komplex im Rahmen stadtweiter Anstrengungen gegen den Wohnungsmangel zu einem Wohngebäude umgebaut – über 1'600 Wohnungen sollten entstehen.

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Die obersten Stockwerke wurden im Rahmen des Umbaus aufgesetzt.Bild: keystone

Das Projekt, welches das grösste seiner Art in ganz New York ist, hätte bis 2027 fertiggestellt werden sollen – mittlerweile dürfte es jedoch, wenn überhaupt, deutlich länger dauern, bis die Wohnungen fertig sind.

(Ergänzt mit Material der sda/dpa)

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Die beliebtesten Kommentare
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Nordkantonler
07.07.2026 18:13registriert September 2020
Ich mache mal den offensichtlichen Witz:

Wenn im Alter die Stahlträger im Pfizer-Gebäude weich werden und nicht mehr gerade stehen...kann man da nicht so eine blaue Tablette nehmen?
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Grüblerine
07.07.2026 18:51registriert Januar 2024
Hoffentlich baut die selbe Firma den Ballsaal 😉
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Das Hars
07.07.2026 18:34registriert August 2021
Pfusch am Bau nennt man das auch! Warum also auch einen dieser lästig teuren Statiker anstellen, die das berechnen. Der Gewinn muss maximiert werden!
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