International
Iran

Iran widerspricht USA und plant doch Gebühren für Strasse von Hormus

Iran widerspricht USA und plant doch Gebühren für Strasse von Hormus

10.08.2026, 12:0210.08.2026, 12:02

Der Iran beabsichtigt nach Angaben des Aussenministeriums in Teheran, von Handelsschiffen Gebühren für eine Durchfahrt durch die Strasse von Hormus zu erheben.

Aussenamtssprecher Ismail Baghai sagte laut iranischen Medien in Teheran, der Iran erarbeite gemeinsam mit dem Oman «Mechanismen zur Überwachung der Sicherheit, zum Schutz der Umwelt und zur Bekämpfung der Kriminalität auf See». Für die maritimen Dienstleistungen für Schiffe würden entsprechende Gebühren und Entgelte erhoben.

Noch vor wenigen Tagen hatte es aus dem Weissen Haus geheissen, dass bei einer Übergangslösung für die Strasse von Hormus keine Gebühren anfallen würden.

Der Streit um die Durchfahrtsrechte auf einer internationalen Schlüsselroute für Öl, Gas und Düngemittel gilt als ein wesentlicher Auslöser für die jüngste Eskalation im militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Vor dem Ende Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran verlief die Schifffahrt in der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weitgehend ungestört. Für Durchfahrten erhob der Iran weder Maut noch Gebühren.

Die Strasse von Hormus misst an ihrer schmalsten Stelle nur etwa 39 Kilometer. Da der Iran und der Oman jeweils eine Zwölf-Seemeilen-Zone (etwa 22,2 Kilometer) beanspruchen, überschneiden sich die Hoheitsgewässer beider Anrainer. Internationale Gewässer existieren in diesem Bereich nicht. Das UN-Seerechtsübereinkommen (Unclos) garantiert dort ein Recht auf Transitdurchfahrten und untersagt eine Blockade von Handelsschiffen. Der Iran akzeptiert diese Rechtslage nicht.

Ziel der USA ist es laut Vizepräsident JD Vance, beim Öl- und Gastransport durch die Strasse von Hormus wieder das Vorkriegsniveau herzustellen. Das entgegnete der Republikaner bei Fox News auf die Frage, was bei einem Abkommen ein akzeptabler Status quo für die Meerenge wäre. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Iran-Krieg in Bildern
1 / 30
Iran-Krieg in Bildern

Menschen heben bei einer Demonstration in Tel Aviv die Hände, um ein Ende des Krieges zu fordern.

quelle: keystone / maya levin
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Konflikt in der Strasse von Hormus eskaliert erneut – neue Angriffe der USA und des Irans
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Trump und der Iran-Krieg: Nun widersprechen ihm auch die eigenen Leute
Während der Generaldebatte in New York wählen sowohl der US-Präsident als auch sein iranischer Amtskollege harte Worte. Im Hintergrund wird zwar wieder verhandelt, doch die US-Regierung scheint weiter keiner Lösung näherzukommen.
Donald Trump sagte am Dienstag, dass er vor einer «grossen Entscheidung» stehe. Er könne mit dem Iran ein Abkommen schliessen, das dem Land eine erfolgreiche Zukunft ermöglicht. «Oder soll ich die iranische Republik vernichten – und zwar schnell?», dachte der Präsident laut während der Generaldebatte in New York nach.
Zur Story