International
Iran

Atom-Inspektoren: Iran widerspricht JD Vance

Einigung zu Atom-Inspektoren: Iran widerspricht JD Vance

23.06.2026, 12:5723.06.2026, 12:57

Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf hat Angaben von US-Vizepräsident JD Vance über gemeinsame Vereinbarungen bei den jüngsten Verhandlungen in der Schweiz widersprochen.

Ali Bahreini nannte auf einer Pressekonferenz in Genf Aussagen von Vance über den Umgang mit dem iranischen Atomprogramm sowie die Verwendung iranischer Vermögenswerte, die im Ausland eingefroren sind.

Gespräche zu Atominspektoren laufen noch

So habe der Iran bislang nicht der Entsendung von Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zur Überwachung von Atomaktivitäten zugestimmt. Am Montag hatte US-Aussenminister JD Vance zum Abschluss der hochrangigen Gespräche mit iranischen Vertretern in der Hotelanlage Bürgenstock bei Luzern gesagt, der Iran werde die IAEA ins Land lassen, einen Zeitplan gebe es jedoch bisher nicht.

Ob Inspektoren wieder in den Iran reisen, sei Gegenstand der Gespräche einer Arbeitsgruppe, die erst noch zusammentreten müsse, sagte Bahreini.

KEYPIX - U.S. Vice President JD Vance speaks to members of the media before boarding Air Force Two at Emmen Military Air Base, Emmen, Switzerland, Monday, June 22, 2026, after the U.S. and Iran held h ...
Vance hatte erklärt, IAEA-Inspektoren würden wieder in den Iran gelassen.Bild: keystone

Auch der iranische Aussenamtssprecher Ismail Baghai hatte am Vormittag (Ortszeit) in Teheran vor Reportern gesagt, dass aktuell keine Inspektionen beschädigter Atomanlagen durch die IAEA geplant seien.

Botschafter: Verwendung von Vermögenswerten ist Irans Sache

Botschafter Bahreini widersprach auch Vances Aussage, die USA und Katar bestimmten darüber, wie freigegebene iranische Vermögenswerte verwendet werden. Dafür werde Soja, Mais und Weizen in den USA gekauft, hatte Vance erklärt. «Der Iran ist das einzige Land, das darüber entscheidet, was mit diesen Vermögenswerten geschieht», sagte der Botschafter. «Kein anderes Land hat das Recht, Einfluss darauf zu nehmen.»

Gespräche erneut auf dem Bürgenstock?

Mindestens zwei Arbeitsgruppen sollen nach Bahreinis Angaben «in Kürze» die Arbeit aufnehmen. Zurzeit werde darüber gesprochen, wer beteiligt sei und wann und wo Treffen stattfinden sollen. Der Botschafter schloss weitere Gespräche im Bürgenstock Resort nicht aus.

epa12791917 Ali Bahreini, Ambassador and Permanent Representative of the mission of the Islamic Republic of Iran to the United Nations in Geneva, briefs the media following the US and Israeli military ...
Botschafter Ali Bahreini.Bild: keystone

Irans Vizeaussenminister Kasem Gharibabadi zufolge wurden bei den Gesprächen Arbeitsgruppen für die Themen Beendigung der Sanktionen gegen den Iran, das Atomprogramm, den Wiederaufbau sowie die Überwachung und Umsetzung der Verhandlungen abgesprochen, wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna am Morgen berichtete. Den Vermittlerstaaten Pakistan und Katar zufolge gibt es zudem zwei Kontaktgruppen zu Fragen rund um die Strasse von Hormus sowie der Waffenruhe im Libanon.

Iran verlangt Rückzug Israels aus dem Libanon

Zur Lage im Libanon sagte Botschafter Bahreini, für den Iran sei klar, dass das Rahmenabkommen mit den USA nicht nur das Ende der israelischen Angriffe vorsehe, sondern auch den vollständigen Rückzug der israelischen Armee von libanesischem Territorium.

Ein vollständiger Rückzug der israelischen Armee wird im Rahmenabkommen nicht explizit erwähnt. Allerdings ist in dem Text von der Gewährleistung der territorialen Integrität und der Souveränität des Libanons die Rede, die die Seiten demnach sicherstellen wollen.

Israel kämpft im Libanon nach eigenen Angaben gegen die Hisbollah-Miliz, die von dort aus Angriffe auf Israel ausführt. «Die Hisbollah ist unser Verbündeter», sagte der Botschafter. «Wenn sie (die Israelis) gegen das Rahmenabkommen verstossen, indem sie die Hisbollah angreifen, wird der Iran auf jeden Fall reagieren», drohte er. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Iran-Krieg in Bildern
1 / 30
Iran-Krieg in Bildern

Menschen heben bei einer Demonstration in Tel Aviv die Hände, um ein Ende des Krieges zu fordern.

quelle: keystone / maya levin
Auf Facebook teilenAuf X teilen
JD Vance ist auf dem Bürgenstock eingetroffen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
29 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Gina3
23.06.2026 13:06registriert September 2023
Wird nun auch der Neubekehrte Vance so unzuverlässig wie sein Chef Trump?

Es ist wirklich dramatisch, wenn die Behauptungen eines Staates wie des Iran glaubwürdiger erscheinen als die Mär, die die MAGA-Anhänger erzählen.
441
Melden
Zum Kommentar
avatar
Shelley
23.06.2026 13:24registriert März 2018
Zwei Länder die Lügen und Falschinfos verbreiten, dass sich die Balken biegen. Das haben sich zwei vom gleichen Schlag gefunden.
Sehr bedenklich ist jedoch, dass man eher geneigt ist, dem Iran zu glauben. Die Amis haben Reputation und Glaubwürdigkeit völlig ruiniert.
381
Melden
Zum Kommentar
avatar
ImmerMitderRuhe
23.06.2026 13:32registriert Februar 2023
Bitte nicht mehr den Bürgenstock auswählen für solche Dilettanten Treffen. Danke. Die Welt ist gross genug.
300
Melden
Zum Kommentar
29
Probleme beim Reflecting Pool – jetzt widerspricht Trump sich selbst
Das Debakel um den Reflecting Pool in Washington D.C. geht in die nächste Runde. Nachdem der US-Präsident Donald Trump den Pool renovieren und aufwerten lassen hat, hat sich das Wasser nach wenigen Tagen grün verfärbt. Grund dafür waren Algen, die sich durch die Hitze gebildet haben.
Zur Story