Donald Trump macht mal wieder ein Geografie-Durcheinander
«Sie können direkt über die Grenze gehen, also sind Sie in einer viel gefährlicheren Position», sagte Trump zu Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian. Von Katar aus könnte er in den Iran «buchstäblich laufen», sagte Trump. Von «jedem anderen Ort» müsse man in den Iran fliegen, nur von Katar aus sei der Fussweg möglich.
Katar ist eine Halbinsel am Persischen Golf, die nur an Saudi-Arabien grenzt. Der Rest des kleinen Landes ist von Wasser umgeben. Die Luftlinie zum Iran beträgt an der schmalsten Stelle, getrennt vom Persischen Golf, etwa 200 Kilometer. Will man über Land vom Iran nach Katar, muss man zunächst ein kleines Stück durch den Irak, dann weiter über Kuwait und schliesslich durch Bahrain.
Nicht der erste Geografie-Fehltritt
Trump hatte sich ähnlich schon im vergangenen Oktober geäussert. Man könnte vom Iran «in einer Sekunde» nach Katar laufen, sagte er seinerzeit. Katar sei deshalb ein «hartes Gebiet» – ganz anders als andere Golfstaaten, von denen aus man eine Stunde oder länger in den Iran fliegen müsse.
Trump hatte schon vor und während seiner ersten Amtszeit als US-Präsident mit Fehlern und Ausrutschern zur Geografie für Gesprächsstoff gesorgt. Belgien bezeichnete er einmal als Stadt, Albanien verwechselte er mit Armenien und das afrikanische Namibia nannte er «Nambia». (dab/sda/dpa)
