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Iran

Trumps Iran-Deal soll selbst in der Regierung umstritten

«Komplettes Desaster»: Trumps Iran-Deal soll selbst in der Regierung umstritten sein

Der amerikanische Vizepräsident JD Vance versucht, skeptische Parteifreunde von den Vorzügen des Abkommens mit Teheran zu überzeugen. Das fällt ihm schwer.
17.06.2026, 05:2717.06.2026, 05:27
renzo ruf, washington

Noch hat der amerikanische Präsident den Wortlaut des Rahmenabkommens, das den Iran-Krieg beenden soll, nicht veröffentlicht. Dies solle erst in den «nächsten Tagen» geschehen, kündigte Donald Trump am Dienstag im französischen Evian an, wo er am G7-Gipfel teilnimmt.

In Washington aber wird bereits Kritik am Deal laut – und zwar vornehmlich von traditionellen Verbündeten des Präsidenten.

Vice President JD Vance appears on "Hannity" on Monday, June 15, 2026, in New York. (Photo by Charles Sykes/Invision/AP)
JD Vance,Sean Hannity
JD Vance versucht in zahlreichen Medienauftritten, das Iran-Rahmenabkommen als Erfolg zu verkaufen.Bild: keystone

Kolumnist nennt das Abkommen «ein Desaster»

Der republikanische Senator Lindsey Graham sagte: «Ich bin skeptisch», dass die Knackpunkte in den Friedensverhandlungen wirklich in den nächsten 60 Tagen aus dem Weg geräumt werden könnten. Der Kolumnist Marc Thiessen wiederum, der einen guten Draht zu Trump besitzt, nannte das Abkommen in einer ersten Reaktion «ein komplettes Desaster». Er bezog sich dabei auf die durchgesickerte Information, dass die amerikanischen Verbündeten im arabischen Raum den Wiederaufbau des Irans mit 300 Milliarden Dollar unterstützen würden.

«Das ergibt absolut keinen Sinn», doppelte Jack Keane nach, ein Vier-Sterne-General im Ruhestand, der auf Trumps Lieblingssender «Fox News» das Weltgeschehen erklärt.

Diese Einschätzungen mögen auf falschen Informationen beruhen, wie das Weisse Haus umgehend beteuerte. Aber solange das Abkommen nicht veröffentlicht ist, dauern die Spekulationen an. Trump scheint seinen Stellvertreter JD Vance beauftragt zu haben, der amerikanischen Bevölkerung den vorläufigen Friedensvertrag zu verkaufen.

Seit Montagmorgen eilt der Vizepräsident deshalb von Medieninterview zu Medieninterview. Bisher ist es dem 41-Jährigen allerdings noch nicht gelungen, die aufgebrachten Gemüter zu beruhigen. Das mag damit zusammenhängen, dass die 1,5 Seiten lange Absichtserklärung anscheinend die brennenden Probleme in den bilateralen Beziehungen zwischen den USA und dem Iran ausklammert.

Die offenen Fragen betreffen auch das Nuklearprogramm. So musste das Regime in Teheran vorerst nicht das schriftliche Versprechen abgehen, künftig kein Uran mehr anzureichern, wie Vance sagte. Auch scheint sich Teheran bisher zu weigern, Inspekteure ins Land zu lassen. «Das ist etwas, über das wir noch verhandeln müssen», sagte Vance.

Aussenminister Rubio war gegen den Deal

Solche Aussagen werden die Skeptiker nicht überzeugen. Langjährige Iran-Beobachter sagen, das Regime in Teheran wolle nach Kriegsende bloss Zeit gewinnen, um die zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen. Solche Stimmen sind auch im Weissen Haus zu hören. Aussenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Direktor John Ratcliffe sollen Trump davon abgeraten haben, einen Deal mit dem Iran abzuschliessen, berichtete das Nachrichtenportal Axios. Denn der Iran habe nicht die Absicht, die gemachten Versprechen einzuhalten.

Aber Trump schlug sich auf die Seite von Vance. Im Gegensatz zu Rubio ist der Vizepräsident ein Kritiker ausländischer Militäreinsätze. Für den Vizepräsidenten kommt das einem kleinen Triumph gleich, hatte Vance doch zuletzt im Umfeld des Präsidenten an Einfluss verloren. Nun wartet mit dem Iran-Dossier die grosse Bewährungsprobe auf den möglichen Trump-Nachfolger. (schweizheute.ch)

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