International
Iran

Strasse von Hormus: Iran will Gebühren für Umweltschäden erheben

A small boat sails past cargo ships and other commercial vessels anchored in the Strait of Hormuz off Bandar Abbas, Iran, Wednesday, Aug. 5, 2026. (Amirhosein Khorgooi/ISNA via AP)
Iran War Strait of  ...
Die Durchfahrt durch die Strasse von Hormus wird soll bald teurer als vor dem Krieg werden.Bild: keystone

Iran will Gebühren für Strasse von Hormus wegen Umweltschäden

13.08.2026, 07:1513.08.2026, 07:15

Der Iran verweist bei seinem Plan, für die Durchfahrt der Strasse von Hormus künftig eine Gebühr zu kassieren, auf die von passierenden Schiffen verursachten Umweltschäden. Die massive und über Jahrzehnte entstandene Verschmutzung des Persischen Golfs und des Golfs von Oman hätten im Iran Schäden in Höhe von Billionen Dollar verursacht, behauptete der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Ismail Baghai, auf der Plattform X.

Die Parteien, die vom Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus profitierten, hätten eine rechtliche und moralische Verpflichtung, zur Behebung der Umweltschäden beizutragen, schrieb er weiter. Die Verbesserung der Umweltbedingungen müsse wesentlich für jede künftige Verwaltung der wichtigen Wasserstrasse sein. Welche Umweltschutzmassnahmen ihm vorschwebten, erläuterte der Sprecher allerdings nicht.

Baghai wies als Beispiel auf eine jüngste Ölverschmutzung entlang der Küste der in der Meerenge liegenden iranischen Insel Qeschm hin. Vorläufigen Erkenntnissen zufolge sei ein ausländischer Frachter dafür verantwortlich. Genauere Angaben machte er dazu nicht.

Strategisch bedeutende Meerenge als Zankapfel

Die Öffnung der faktisch durch den Iran blockierten Strasse von Hormus ist inzwischen eine der Schlüsselfragen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Der iranische Machtapparat betont, er wolle in Abstimmung mit dem Oman, dem anderen Anrainerstaat, eine Gebühr von Schiffen kassieren, die die Meerenge passieren. Die USA lehnen eine Maut vehement ab.

Noch vor kurzem hatte US-Präsident Donald Trump den Iran gewarnt, das Land werde sehr hart getroffen, sollte die für den globalen Handel mit Öl, Flüssiggas und Dünger wichtige Meerenge nicht bald geöffnet werden. Vor dem Ende Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran verlief die Schifffahrt in der Meerenge weitestgehend ungestört.

This satellite photo taken Wednesday Aug. 5, 2026, shows the tanker Caroline Bezengi, grounded and partly submerged off the coast of Oman, leaking crude oil into the sea. (Pléiades © CNES 2026, Distri ...
Ein Öltanker verursacht einen Ölteppich vor der Küste von Oman.Bild: keystone

Umweltschützer weisen regelmässig darauf hin, dass aufgrund des Iran-Kriegs die Gefahr gross sei, dass Schiffe beschädigt oder getroffen werden. Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass Öl von einem vor der Küste des Omans auf Grund gelaufenen Tankers, der Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet wird, das Festland des Omans erreicht hat.

Die Strasse von Hormus und die angrenzenden Gewässer des Persischen Golfs und des Golfs von Oman beherbergen laut Greenpeace empfindliche Ökosysteme wie Korallenriffe, Mangrovenwälder und Seegraswiesen, die zahlreichen Arten als Lebensgrundlage dienen. Bei einer Ölhavarie könnte zudem die Wasserversorgung von Millionen Menschen gefährdet sein, da viele Golfstaaten auf Entsalzungsanlagen setzen. (nil/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Iran-Krieg in Bildern
1 / 30
Iran-Krieg in Bildern

Menschen heben bei einer Demonstration in Tel Aviv die Hände, um ein Ende des Krieges zu fordern.

quelle: keystone / maya levin
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Konflikt in der Strasse von Hormus eskaliert erneut – neue Angriffe der USA und des Irans
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Ungarns Parlament wählt Andras Baka zum Staatspräsidenten
Das ungarische Parlament hat den ehemaligen Präsidenten des Obersten Gerichtshofes Andras Baka zum neuen Staatspräsidenten gewählt. Bei der geheimen Abstimmung sprachen sich 140 Abgeordnete für den Kritiker des abgewählten langjährigen Regierungschefs Viktor Orban aus, 6 gegen ihn, wie die amtierende Parlamentspräsidentin Aniko Haller-Nagy mitteilte. Es gab keine Enthaltungen und keine weiteren Kandidaten. Die Ergebnisverkündung wurde in den sozialen Medien live übertragen.
Zur Story